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Grimma Anja Höfer will mehr über den Betsaal im Grimmaer St. Augustin wissen
Region Grimma Anja Höfer will mehr über den Betsaal im Grimmaer St. Augustin wissen
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13:00 15.09.2016
Betsaal St. Augustin: Anja Höfer will in diesem Jahr am Geschichtswettbewerb teilnehmen. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Der 25. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist gestartet. Dieses Mal steht er unter dem Thema “Gott und die Welt. Religion macht Geschichte”. Auch dieses Mal wollen sich Schüler des Gymnasiums St. Augustin an diesem bundesweiten Wettbewerb beteiligen und in der Schule und der Region auf historische Spurensuche gehen. Mit dabei ist auch die Schülerin der 10. Klasse, Anja Höfer – Landessiegerin im zurückliegenden Wettbewerbs. „Sie war auch bei der Auftaktveranstaltung im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig dabei und hat über ihre Erfahrungen mit dem Wettbewerb gesprochen“, erzählt die Geschichtslehrerin Herma Lautenschläger, die schon zahlreiche Schülerinnen fit für den bundesweiten Vergleich gemacht hat. „Ich weiß noch nicht, wie viele Schüler sich in diesem Jahr beteiligen. Da wir gegenwärtig auf Ideenfindung sind, welche Themen sich eignen“, erzählt sie. Doch Glaube und Religion hätten gerade in der Region vielfältige Spuren in der Geschichte hinterlassen, so auch in Grimma. Anja Höfer habe sich bereits in der Vergangenheit mit Katharina von Bora beschäftigt, so Lautenschläger weiter. „Ich hätte die Nachforschungen zum diesjährigen Wettbewerb fortsetzen können“, sinniert die Gymnasiastin. Denn im kommenden Jahr jährt sich der Beginn der Reformation. Vor fünfhundert Jahren wurde eine kirchliche Erneuerungsbewegung zu einem Wendepunkt in der Geschichte des Abendlandes. Sie revolutionierte nicht nur das kirchliche Leben. Mit der Entdeckung des Individuums und der persönlichen Freiheit bereitete sie schließlich der Aufklärung den Weg.

Doch sie wollte dieses Mal ein Thema, zu dem sie Zeitzeugen befragen kann. „Als ich eine rumänische Gastschülerin betreute und ihr den kleinen Festsaal im St. Augustin zeigte, reifte die Idee, der Geschichte des Saal auf die Spur zu kommen“, erklärt die Schülerin, die mit Hilfe des Geschichtswettbewerbs auch ihre Fähigkeit ausprägen will, wissenschaftlich zu arbeiten. „Wir müssen in der 10. Klasse sowieso eine Facharbeit schreiben. Diese werde ich im Fach Geschichte anfertigen“, sagt die Zehntklässlerin, die noch nicht weiß, welche Studienrichtungen sie einschlagen wird: Auch im Fach Chemie erreicht sie sehr gute Leistungen.

Im Rahmen des Geschichtswettbewerb will sie der Verbindung von Religion und Schule folgen. Denn die Schulgeschichte des St. Augustins ist eng mit der Reformation verbunden. 1543 sollte in Folge der Reformation das Kloster zur Landesschule umgewandelt. 1550 wurde die Landesschule Grimma dann gegründet. Viele historische Daten gäbe es noch zu erforschen. Fakt ist, dass der Betsaal 1891 im Kaiserreich eingeweiht wurde. Noch unklar sei dagegen, wann er zur Turnhalle umfunktioniert wurde. „Ich bin hier auch zur Schule gegangen“, wirft Lautenschläger ein. „Ich erinnere mich noch genau, dass wir hier geturnt haben. Allerdings war die Decke tiefer gehangen, und an der Wand klebte Blümchentapete“, sagt sie. Erst mit Unterstützung durch den Augustiner Verein sei nach der Flut 2002 der Betsaal wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt worden und jetzt ein Schmuckstück nicht nur in der Schule, sondern für die Region, meint die Geschichtslehrerin.

„Gegenwärtig suche ich Zeitzeugen, aber auch Fotos und Dokumente, die die Geschichte des Saals belegen“, wirbt die für ihre Arbeit. Ihre Tutorin Herma Lautenschläger will sie dabei unterstützen. Die Pädagogin hofft, dass sich in diesem Jahr rund 15 Augustiner für den Geschichtswettbewerb begeistern können. Bis zum 28. Februar 2017 müssen die Arbeiten bei der Körber-Stiftung eingereicht sein.

Von Cornelia Braun

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