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Grimma Anne Frank in der Klosterkirche Grimma
Region Grimma Anne Frank in der Klosterkirche Grimma
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05:00 07.05.2010
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. Das Anne-Frank-Projekt, das Mitte August seine Zelte in Grimma aufschlägt, versucht eben das. Als weit verzweigte Gemeinschaftsarbeit soll es das Andenken an die deutsche Geschichte bewahren und das heutige Miteinander stärken.

Wenn am 21. August die Ausstellung „Anne Frank – eine Geschichte für heute" in der Klosterkirche Grimma öffnet, bringt sie ein ganzes Netzwerk von Projekten, Diskussionsrunden und kulturellen Veranstaltungen mit sich. „Und das ist das Spannende daran", erklärt Ulrike Läbe, Koordinatorin des Ausstellungsprojekts. Die 27-Jährige verknüpft derzeit die vielen verschiedenen Fäden im Auftrag der AWO – eine anspruchsvolle Aufgabe. Auf vielen Ebenen gleichzeitig sollen vor allem Jugendliche und Schüler angesprochen werden, sich mit dem Leben und dem Tod Anne Franks auseinanderzusetzen „und mit der Frage, was wir daraus für unser Miteinander, für Toleranz und Akzeptanz im Alltag lernen können und müssen. Und das betrifft ja auch die Erwachsenen", sagt Ulrike Läbe.

So spannen die teilnehmenden Einrichtungen und Personen einen Bogen von der Geschichte in die Gegenwart. Zeitzeugengespräche mit der letzten in Grimma geborenen, lebenden Jüdin, Mirjam Zuberi und Ron Gilo, dessen Familiengeschichte stellvertretend für viele andere aus der Zeit des Holocausts steht, werden in Schulen angeboten, in der Denkmalschmiede Höfgen können Schüler nach der Ausstellung dort zum Beispiel in Podcasts ihre Eindrücke verarbeiten oder bei einem Spaziergang, den jüdischen Wurzeln Grimmas näher kommen. „Wir hoffen, Jugendliche für Themen wie Rechtsradikalismus und Antisemitismus zu sensibilisieren", erklärt Ulrike Läbe, „aber es geht nicht nur um Juden, auch Demokratie und Toleranz sind damit verbunden."

Typische Betroffenheitspädagogik sei nicht geplant, Jugendliche sollen Teil des Projektes sein. Sie können sich unter anderem in einem zweitägigen Seminar zu Ausstellungsbegleitern ausbilden lassen und andere Schüler und Klassen durch die Klosterkirche führen. „Da kommen dann natürlich ganz andere Gespräche zustande als mit Erwachsenen", meint die Koordinatorin. So arbeiten gerade viele Hand in Hand: die AWO, das Anne-Frank-Zentrum in Berlin, der Landesfilmdienst Sachsen, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Leipzig und viele mehr. Nur so kann ein regionales Netzwerk das vorleben, was das Projekt predigt: Ein Miteinander, ohne das es nicht geht. Das kreisweite Projekt biete auch in Wurzen und Borna Veranstaltungen an und auch einiges für Erwachsene. Interessierte Schüler, Schulen oder Bürger können sich an Ulrike Läbe unter Telefon 03437/94 22 14 wenden. „Ein Projekt wie dieses kommt sobald nicht wieder", sagt Ulrike Läbe.

Thomas Düll

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