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Grimma Anona wartet auf grünes Licht für ehemaligem Baumarkt in Colditz
Region Grimma Anona wartet auf grünes Licht für ehemaligem Baumarkt in Colditz
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10:49 16.08.2016
Alles dicht und ausgeräumt: Der ehemalige Hagebaumarkt steht seit vergangenem Jahr leer. Jetzt möchte ihn Anona für Lager- und Produktionszwecke nutzen. Quelle: Thomas Kube
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Colditz

Noch in diesem Jahr möchte die Anona Nährmittelgesellschaft den ehemaligen Colditzer Hagebaumarkt nutzen. Nachdem sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen hat, das bisherige Sondergebiet für den Handel als Gewerbegebiet auszuweisen, hofft das Unternehmen, bald loslegen zu können. Es braucht die Immobilie für Lager- und Produktionszwecke.

Schon zwei Werke betreibt Anona in Colditz, jetzt soll das dritte hinzukommen. In ihm möchte der größte Arbeitgeber der Stadt nicht nur ein Lager einrichten, sondern auch diätetische Nahrungsmittel in kleine Beutel abfüllen. „Die erste Beutellinie wollen wir noch in diesem Jahr erstellen“, sagt Wolfram Eismann, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Denkbar wäre, später auch diätetische Riegel herzustellen, wie sie zurzeit im Werk eins vom Band laufen. Der ehemalige Hagebaumarkt biete genügend Platz für die dafür erforderlichen langen Produktionslinien. Doch das, so Eismann, sei Zukunftsmusik. Auch könne er noch nicht sagen, ob und wann die über 100 neuen Arbeitsplätze im künftigen Werk drei entstehen, die perspektivisch geplant sind. „Wir stehen in der Verantwortung, unser Unternehmen gesund wachsen zu lassen. Deshalb möchten wir im ehemaligen Hagebaumarkt sanft in Betrieb gehen“, warnt er vor übereilten Schritten.

Ehe er loslegen kann, braucht er aber noch das endgültige Okay zum geänderten Bebauungsplan, der die Umwandlung des Sondergebiets für Handel zum Gewerbegebiet zum Inhalt hat. „Wir warten auf die Zustimmung von 30 Behörden und Institutionen“, sagt er. „Doch das sieht gut aus.“ Das endgültige Sagen hat das Landratsamt, dem die Stadt alle Unterlagen zuarbeitete.

Das Plangebiet mit einer Fläche von 18119 Quadratmetern. Aus dem ehemaligen Hagebaumarkt soll das Anona-Werk drei werden. Quelle: Geoportal Sachsen

Hebt die Kreisbehörde den Daumen, wird Anona zunächst die Voraussetzungen für die Produktion im alten Baumarkt schaffen. „Wir müssen die Dächer abdichten, Sanitärräume und Anlagen zur Personalhygiene schaffen“, erläutert Eismann. „Die Produktionsanlagen möchten wir im Herbst installieren.“ Insgesamt handle es sich um eine überschaubare Investition, so der Chef. Konkrete Zahlen könne er noch nicht nennen.

Die Entscheidung, für die Erweiterung des Unternehmens den 2015 geschlossenen Baumarkt zu erwerben, bringt für ihn zwei wesentliche Vorteile mit sich. Zum einen befindet sich die Immobilie in Nachbarschaft zu den anderen beiden Anona-Werken. „Und zum anderen ist uns das lieber, als neue Grünflächen zu bebauen, wenn wir uns vergrößern wollen“, sagt Eismann. Bedenken aus den Reihen des Stadtrats, die Straße zwischen Werk zwei und künftigem Werk drei könnte irgendwann für die Allgemeinheit gesperrt werden, zerstreuen Kommune und Anona-Chef unisono. Zwar meint Silka Gläser vom Bauamt, die Verbindung gehöre komplett der Stadt, während Eismann meint, sie sei teilweise kommunal und teilweise Eigentum seines Betriebs. „Sie ist aber öffentlich gewidmet“, erklärt der Firmenchef und verspricht: „Das soll so bleiben.“ Gläser dazu: „Eine Umwidmung, wenn sie denn gewollt wäre, könnte nur der Stadtrat beschließen.“

Anona beschäftigt derzeit 500 Mitarbeiter in Colditz. Als weltweit agierender Food-Designer kreiert das Unternehmen individuelle Nahrungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Nutritions in Form von Pulvern, Kapseln, Tabletten, Energydrinks und Riegeln. Entwicklung, Produktion oder Verpackung liegen in einer Hand. Als bundesweite Softeis-Marke produziert und vertreibt Anona Softeispulver, Streicheisbasen und -pasten sowie Toppings und Eisgetränkepulver für Gewerbetreibende mit Eiscafés, Eisdielen und saisonalem Eisverkauf.

Von Frank Pfeifer

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