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Grimma Anstoßen als Lebensversicherung
Region Grimma Anstoßen als Lebensversicherung
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05:00 18.08.2010
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. Den gleichen Gaumenschmauß bekommen auch Gäste in der Klosterschänke Nimbschen – Anekdoten über den großen Reformator inklusive. Das reizte auch ein Filmteam des MDR, um die Gaststätte in der Sendung „Kneipenbummel mit Kathrin und Peter" am 4. September ab 20.15 Uhr vorzustellen.

Eigentlich wartet der Wein nur darauf, endlich getrunken zu werden, nur noch ein bisschen weiter nach links rutschen und dann drückt der Kameramann auch schon auf „play". Das Moderatorenpaar Kathrin und Peter erheben die Gläser und stoßen mit den Gästen sowie mit Martin Luther und Katharina von Bora auf das gelungene Mahl an. „Zum Wohle". Dass der Brauch aber einen nahezu überlebenswichtigen Hintergrund hat, dürfte den Zuschauern wenig bekannt sein. „Im Mittelalter versuchte man sich ja öfter mal irgendwie gegenseitig zu vergiften. Deshalb stieß man so heftig miteinander an, dass der Inhalt vom einen Glas ins andere überschwappte", lautet die Erklärung von Moderator Peter. War der Inhalt tatsächlich tödlich, traf es eben beide.

Denn in der Sendung wird zu den Leckereien auch stets Historisches über Gastronomiekultur serviert, garniert mit musikalischen Zwischenpausen. Dazu erzählen originelle Wirte aus ganz Mitteldeutschland aus ihrem Alltagsleben und präsentieren die Besonderheiten ihrer Lokale. Dem Statement „Wer nichts wird, wird Wirt" halten sie schmunzelnd entgegen: „Wer‘s verpasst, bleibt Gast."

In Nimbschen verkleidete sich das Wirtepaar Grit und Fred Urban als Luther und Katharina von Bora in historischen Kostümen und erzählten, während die Gäste ein Fünf-Gänge Menü schlemmten die Geschichte des berühmten Paares und die ihres Restaurants. So studierte der Wirt mit einem Doktortitel vor dem Namen eigentlich zuerst Landwirtschaft und setze seinen Schwerpunkt zwar genau wie heute auf die Verköstigung – allerdings auf die von Nutztieren.

Auch ein Rezept, wie man nach dem Essen dem Magen zusätzlich etwas Gutes tut, weiß er und keck präsentiert die „Alice Schwarzer des späten Mittelalters", die emanzipierte Katharina von Bora das „Wundermittel aus dem Kräutergarten". Den original Grimmaer Augustinertropfen, einen hochprozentigen Schnaps, in dem schier unglaubliche Wirkungsmöglichkeiten stecken. So soll er auch herausfinden können, ob am Tisch noch Jungfrauen sitzen – wer das Fläschchen nicht gleich aufbekommt, der hat noch nicht. Aber vielleicht fällt das Flirten in netter Runde etwas leichter. Dazu weiß Redakteurin Martina Körbler auch einen passenden Trinkspruch: Lieber mit einem netten Kätzchen einschlafen, als mit einem schlimmen Kater aufwachen.

Magdalena Fröhlich

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