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Grimma Anwohner fürchten Preisverfall
Region Grimma Anwohner fürchten Preisverfall
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05:00 11.10.2012
Der Rote Milan könnte die Windräder in Großbardau verhindern. Quelle: unknown
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Das erregte die Gemüter einiger Anwohner, die sich nicht ausreichend informiert fühlen und vor allem einen Wertverlust ihrer Grundstücke und Eigenheime fürchten. Stadtentwickler Jochen Lischke und Beigeordnete Ute Kabitzsch versicherten daraufhin, dass der Investor in der Sitzung des Technischen Ausschusses am 5. November für die Fragen der Bürger zur Verfügung stehe.

„Heute sollte es doch auch um die Windräder gehen", wundert sich eine Großbardauerin am Anfang der Sitzung am Dienstagabend. Ein anderer Bürger fragt im Anschluss direkter, was gegen diesen Punkt im öffentlichen Teil spreche. „Die Hauptsatzung spricht dagegen, wenn ein höherer Ausschuss zu entscheiden hat", erklärt Beigeordnete Ute Kabitzsch. Das sei in diesem Fall der Technische Ausschuss. Von dessen Tagesordnung wurde der Punkt Windkraft Großbardau nach LVZ-Informationen vor knapp zwei Wochen spontan genommen, damit der zuständige Ortschaftsrat darüber befinden könne. „Der Ortschaftsrat gibt dann eine Empfehlung für den Technischen Ausschuss", so Kabitzsch, „mehr nicht."

„Allein in Grimma wird beschlossen", ärgert sich ein Kleinbardauer, der in unmittelbarer Nähe der geplanten Windräder wohne. Für ihn sei das eine komplette Enteignung, denn durch die Anlagen würde der Wert seines Grundstücks rapide sinken – durch Schlagschatten und Immissionen. „Kommen die Windräder, dann zahle ich keine Grundsteuer mehr und sammle Unterschriften", ist er entschlossen und fragt, warum nicht schon früher über die Planungen informiert wurde, sondern erst, wenn alles so gut wie gebaut sei. Die Großbardauer Ortschaftsräte geben sich empört, denn in den letzten Jahren wurde diese Problematik mehrfach thematisiert. „Es ist nichts Hals über Kopf geschehen, sondern in vielen Sitzungen öffentlich debattiert worden", sagt Ortschaftsrat Gert Wüstneck (SPD).

Allen Beteiligten ist klar, dass die Windanlagen kaum verhindert werden können, denn diese haben per Gesetz Vorrang. Zudem liege die Planung der Gebiete nach dem Baugesetzbuch „allein bei der Planungsregion Westsachsen", erklärt Stadtentwickler Lischke. Laut deren Vorgaben müssten die ausgewiesenen Gebiete optimal genutzt werden. Für die Fläche bei Großbardau bedeute das offenbar: drei Windräder an den drei Ecken des geplanten Gebiets. Allerdings sei bei der Fortschreibung des Regionalplans auch eine Vergrößerung der Fläche angedacht. Dann seien auch vier Windkraft-Anlagen denkbar.

„Ist denn schon ein artenschutzrechtliches Gutachten durchgeführt wurden?", fragt wieder die Großbardauerin. Denn sie habe hier den Rotmilan fliegen sehen. „Aus der Zeitung habe ich erfahren, dass durch den Greifvogel Windräder verhindert worden sind." Stadtentwickler Lischke geht davon aus, dass der Planer dies bedacht hat. Die Bürger können das frühestens am 5. November erfahren.

Matthias Pöls

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