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Arbeiten an Grimmas Brücke gehen voran

Arbeiten an Grimmas Brücke gehen voran


Grimma. In zwei bis drei Wochen könnte die Steinbrücken-Baustelle schon wieder einer Brücke ähnlich sein.

. Denn Mitte August soll die zweite Hälfte des großen Stahl-Sprengwerks auf die Pfeiler gehoben werden. Noch liegt es am Ostufer der Mulde und wird für den besonderen Tag, der wohl wieder eine Menge Schaulustiger an die Mulde zieht, vorbereitet.

Der Rest des großen Rohrbogens muss bis dahin noch montiert werden, sagt Hartmut Guhlemann vom Grimmaer Tiefbauamt. Auch mannigfaltige Schweißarbeiten und das Aufbringen des Korrosionsschutzes wären nötig. Das Ziel sei, so Guhlemann, die knapp 40 Meter lange und rund 120 Tonnen schwere Stahlkonstruktion in der zweiten August-Woche einzuheben. Wie schon bei der ersten Hälfte des Sprengwerks, die im September vergangenen Jahres aufgesetzt wurde, müsse dafür ein Spezialkran nach Grimma kommen. Für dessen Standsicherheit wird bis dahin am östlichen Muldeufer eine Aufstellfläche aufgeschüttet.

Während die Arbeiten am stählernen Brückenelement laufen, sind die Mannen der Firma Otto Heil und ihrer Nachauftragnehmer parallel mit den Pfeilern beschäftigt. Ein neuer Betonpfeiler, der nahe der Ostseite entstand, wird mit Naturstein verkleidet. Die dafür benötigten Porphyr-Steine werden von Mitarbeitern der Firma P.N. Bau- und Restaurierung GmbH aus Leipzig gegenwärtig auf Maß geschnitten und bearbeitet. Der Porphyr stammt vom so genannten Pfeiler 50, der jetzt noch als Betonklotz in der Mulde steht und lediglich als Hilfsmittel für das Aufsetzen der beiden Brückenteile dient, am Ende der Sanierung jedoch ganz verschwinden soll, um einen besseren Durchfluss der Mulde zu gewährleisten.

Ebenfalls gleichzeitig mit den Stahlbauarbeiten am Sprengwerk werden der alte Pfeiler am Ufer und der nahe stehende neue Pfeiler mit Taschen versehen, die den Einbau eines neuen, aber originalgetreuen Bogens möglich machen. Auch hierfür werden die entsprechenden Porphyrsteine gegenwärtig vorbereitet.

Auf der Stadtseite der Brücke sind die Bauleute seit einigen Monaten mit der Stabilisierung des Widerlagers – der landseitigen Stütze der Brücke – beschäftigt. „Der Zustand der alten Mauern war hier sehr schlecht, und es gab mehr zu tun, als ursprünglich gedacht war", sagt Hartmut Guhlemann. Mit einer Menge Beton wird nunmehr für die Standfestigkeit der Brücke gesorgt. In den nächsten Tagen und Wochen sollen das geschalte Eisengeflecht betoniert und die Öffnungen im Widerlager verfüllt werden. „Dann ist dieser Teil der Brücke zumindest für die Bauleute begehbar, und sie können mit den Natursteinarbeiten beginnen", sagt Guhlemann.

Die Grimmaer Steinbrücke, die 1716 bis 1719 nach Plänen des Dresdener Zwingerbaumeisters Daniel Pöppelmann erbaut wurde und in den späteren Jahren mehrfache Rekonstruktionen erfuhr, war beim Hochwasser im August 2002 zerstört worden. Zwei Pfeiler gingen kaputt, das Sprengwerk wurde von den Fluten herunter gerissen. Im September 2006 entschied sich der Grimmaer Stadtrat gegen einen originalgetreuen Wiederaufbau der Brücke und für eine Lösung im Sinne des Hochwasserschutzes. Die im September 2009 begonnene Sanierung der Brücke, die der Freistaat Sachsen finanziert, kostet rund 6,4 Millionen Euro. Die Fertigstellung, die für dieses Jahr geplant war, ist vor 2012 nicht zu erwarten.

Silke Hoffmann

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