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Arbeitslose Jugendliche bringen Theaterstück auf die Bühne

Arbeitslose Jugendliche bringen Theaterstück auf die Bühne

Eine besondere Theateraufführung erlebten 180 Schüler im Grimmaer Rathaussaal. Das Stücke "Traum vom Glück" war das Ergebnis mehrmonatiger Projektarbeit arbeitsloser Jugendlicher und junger Erwachsener aus Grimma und Umgebung.

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Jobart im Grimmaer Rathaus: Die Jungschauspieler begeben sich auf die Suche nach dem Glück.

Quelle: Tony Nowak

Grimma. Die Story lehnt sich an Wilhelm Hauffs Märchen "Das kalte Herz" an. Statt des jungen Köhlers ist es hier eine Putzfrau, die einen Handel mit einer Fahrensfrau eingeht, doch mit dem Reichtum, den sie gewinnt, nicht glücklich wird. Anders als für Hauffs Helden, dem das Glasmännlein hilft, geht die Geschichte hier nicht gut aus.

Gut ausgehen könnte es freilich für die Akteure. Ziel des gemeinsamen Projekts des kommunalen Jobcenters, der Projektfabrik aus Witten und der Ifu GmbH ist es nämlich, mit dem Theaterprojekt namens Jobart junge Leute für Praktika, Berufsausbildung und für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen. Das Projekt Jobart wurde mit dem Bundesförderpreis ausgezeichnet.

Unter Regie der Theaterpädagogen Lutz Lukasz und Hermann Gröbe haben die Teilnehmer über die bühnenpädagogische Arbeit und durch die gleichzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, den eigenen Stärken und Schwächen und der Erarbeitung einer eigenen Perspektive ihren Weg in eine Ausbildung oder einen Beruf eingeschlagen.

In der Arbeit der vergangenen Monate entdecken die Teilnehmenden viele neue Seiten an sich. Teamwork, Disziplin, Geduld und Toleranz standen dabei auf der Tagesordnung. Die jungen Leute sind zwischen 17 und 25 Jahre alt. Einig haben eine Berufsausbildung, andere nicht oder sie haben sie abgebrochen, einige haben nicht einmal einen Schulabschluss.

In der Zeit der Proben setzten sie sich mit der eigenen Persönlichkeit, ihrer Umwelt und dem Gefüge eines Ensembles auseinander. Dabei entwickelten sich Teamgeist, Selbstbewusstsein und konkrete Vorstellungen bezüglich ihrer Zukunft und möglicher Perspektiven.

Mehr als 20 Berufe kommen in einer Theaterproduktion zum Einsatz, so dass die Teilnehmer schon in dieser ersten fünfmonatigen Phase viele Bereiche eines möglichen Berufes ausprobieren konnten. So bot sich in Zusammenarbeit mit den Bildungs- und Technologiezentren der Handwerkskammer zu Leipzig für die jungen Leute die Chance, in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern und in den Werkstätten das selbst entworfene Bühnenbild zu bauen. Auch Maske und Kostüme, sowie die Entwürfe zur Gestaltung von Plakaten, Flyern und Programmheft wurden von der Gruppe gestaltet.

Während am Donnerstag 180 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Mittelschule Grimma zuschauten, spielten die Laiendarsteller bei der Premiere tags zuvor vor Projektbeteiligten und Mitarbeitern des Jobcenters. Nach den Aufführungen beginnt die zweite Phase des Projektes, die ein viermonatiges Praktikum beinhaltet. Die Praktika reichen vom Einzelhandel  über Altenpflege bis zum Ordnungsamt.

Über weitere Praktikums- und Jobangebote würden sich die Teilnehmer freuen. Kontakt über Petra Donner, 0157/72 54 94 44.

André Neumann

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