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Atemberaubendes an der Klosterruine Nimbschen

Atemberaubendes an der Klosterruine Nimbschen


Grimma/Nimbschen. Vor der Klosterruine Nimbschen und damit Open Air am Originalschauplatz wurde am Sonntag die Kammeroper „Katharina von Bora" des belgischen Komponisten Bert Appermont aufgeführt.

. Hunderte Gäste wurden auf eine Zeitreise mitgenommen, zurück in die Tage der einstigen Nonne und späteren Frau von Martin Luther, die von 1509 bis zu ihrer spektakulären Flucht Ostern 1523 in Nimbschen lebte.

 

Der Lichtkünstler Günter Ries sorgte für eine atemberaubende Performance aus Licht und Pyrotechnik rund um das frühere Zisterzienserkloster. Und die Sächsische Bläserphilharmonie unter Leitung von Thomas Clamor sowie der Chor der Hallenser Madrigalisten begleiteten die fünf Solisten Marie Seager (Katharina von Bora), Ji-Su Park (Martin Luther), Radoslaw Rydlewski (Melanchthon), Carl Julius Reim (Katharinas Kind) und Simone Ditt (Ave von Schönfeld).

 

Schon beim Betreten der Bühnenkulisse konnten die Zuschauer erahnen, was sie in der teilweise mit einem Blätterdach überspannten Arena erwarten durften. Während irgendwo im Hintergrund noch Chorproben zu hören waren, von denen auch die Gäste im Freiluftrestaurant vor dem Hotel Kloster Nimbschen profitierten, ließen sich erste Opernbesucher auf das sich ihnen bietende Flair in einer Mischung aus Kunst, Kultur und Natur ein. „Wir gehören zu den spontanen Besuchern, weil wir erst die Wetterprognosen abgewartet haben", gestand das Ehepaar Frederike und Peter Anderson, sie waren extra aus Leipzig angereist. „Ja, natürlich wäre das Stück auch regensicher in der Kulturscheune über die Bühne gegangen", gingen sie auf die angesprochene Alternative ein, „aber diese Variante hätte uns sicher nicht das gleiche Erleben bieten können, da sind wir uns ganz sicher." Für Andreas Frohberg aus Wurzen mache das keinen Unterschied. „Zum Originalschauplatz gehört meiner Meinung nach das gesamte Areal rund um Kloster Nimbschen. Und das genießt einen guten Ruf in der Aufarbeitung der Geschichte, die in den ehrwürdigen Mauern steckt. Für mich ist es auch völlig legitim, wenn das Ganze niveauvoll vermarktet wird."

 

Zur Faszination des Abends gehörte der Auftritt von Martin Luther und seiner Frau. Der Reformator, alias Fred Urban, sowie seine Gattin Grit als die Lutherin kamen standesgemäß in einer Kutsche vorgefahren. Ihr Part bestand darin, das Publikum mit dem Leben der Hauptperson vertraut zu machen, was Urban sehr wortreich und köstlich amüsant, zuweilen gar frivol zu verstehen wusste. Dagegen war der Auftritt von Schauspieler Gunter Schoßböck angesichts der geschichtsträchtigen Rahmenhandlung eher ernüchternd, jedoch nicht minder interessant. Sein Erscheinen zwischen den Szenen war schon eine Inszenierung für sich. Mal tauchte er aus den Zuschauerreihen auf, mal hinter den ehrwürdigen Klostermauern und sogar mal hoch oben in einem der extra dafür beleuchteten Klosterfenster, um seine Zuhörer moderierend auf die nächste Szene einzustimmen. Auch ihm galt der frenetische Applaus am Ende eines großartigen Opernerlebnisses.

Frank Schmidt

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