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Grimma Auf Druck von Aldi: Grimma schafft neues Leitsystem
Region Grimma Auf Druck von Aldi: Grimma schafft neues Leitsystem
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16:01 05.10.2018
So werden sie nicht aussehen, die künftigen Informationssäulen in Grimma. Die Gestalt ist noch nicht beschlossen. Auf Druck des Discounters Aldi wird die Stadt aber ein neues Wegeleitsystem schaffen. Quelle: Stadtverwaltung Grimma
Grimma

Die Stadt Grimma kommt dem Discounter Aldi weiter entgegen. Neben Zufahrt und Parkplätzen soll das Wegeleitsystem in Zukunft auf den Standort des Supermarktes zwischen Lange Straße und Weberstraße hinweisen. Die Kommune will in dem Zuge gleich eine neue Orientierung in der gesamten Altstadt schaffen und so aus der Not eine Tugend machen. Der Technische Ausschuss billigte einmütig, das aus Stelen bestehende Leitsystem auf den Weg zu bringen.

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) betonte, dass Aldi nur noch einen Markt in Grimma halten möchte. Quelle: Thomas Kube

Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) erinnerte eingangs der Debatte, dass Aldi nur noch einen Markt in Grimma halten möchte und vor zweieinhalb Jahren ankündigte, dem Alma-Dietzsch-Gelände zugunsten des Pep den Rücken zu kehren. Ein Ansinnen, das der Kommune gegen den Strich ging. „Das wäre für das gesamte Ensemble ein Riesen-Problem gewesen“, so Berger.

Aldi will Info-Säulen in Grimma

Auch wegen der Innenstadt-Belebung kämpfte die Kommune deshalb darum, den Markt im Zentrum zu halten. „Aldi hat aber zwei Bedingungen gestellt“, erklärte Berger. Darüber sei mit dem Unternehmen lange diskutiert worden. Zum einen sei dringend Voraussetzung, die Weberstraße in beide Richtungen für Kraftfahrzeuge zu öffnen. Dafür seien Umbauten nötig. Zum anderen dringe Aldi auf Informationssäulen an selbst auszusuchenden Standorten. Der Handelsriese hofft, dass dadurch mehr Kunden den Weg in den Markt finden.

Soll Grimma Hinweis-Säulen mit Werbung für Aldi aufstellen?

Die Stadt Grimma will dem Supermarkt Aldi entgegen kommen und künftig ein neues Wegeleitsystem aufbauen. Auf den Info-Stelen sollen Sehenswürdigkeiten, aber auch Werbung für Aldi zu sehen sein.

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„Die Anwohner begrüßen, das Aldi bleibt und tragen das Konzept vom Grundsatz her mit“, informierte Berger über eine Gesprächsrunde wenige Tage zuvor. 90 Anlieger waren dazu unter Ausschluss der Öffentlichkeit ins Stadtgut eingeladen worden. Wie berichtet, will Aldi sich am Standort neu aufstellen. Laut Projektentwickler wird das Warensortiment zwar nicht wesentlich erweitert, dafür aber die Verkaufsfläche im Supermarkt. Das Angebot soll auf mehr Bio- und Frischeprodukte abstellen.

Wie die Stelen aussehen, ist noch offen

Wie die Weg weisenden Stelen einmal aussehen und wo sie genau stehen, ist noch offen. Den Ausschuss-Mitgliedern lag ein Entwurf mit breiter Säule, steinernem Podest und dominierendem Aldi-Logo vor, der nicht umgesetzt wird. Als Muster gelten könnte das Dresdener System, das Stadtentwicklungschefin Janine Wolff im Ausschuss ebenfalls vor Augen führte. Fakt ist aber, dass Aldi als Werbeträger die Säulen mit seinem Erkennungszeichen bezahlen wird – und zwar über seinen Projektentwickler.

So werden sie nicht aussehen, die künftigen Informationssäulen in Grimma. Die Gestalt ist noch nicht beschlossen. Quelle: Stadtverwaltung Grimma

Das Modell wünscht sich die Kommune auch für die anderen Orientierungspunkte. Dort sollen sich möglichst Unternehmen verewigen und somit für die Finanzierung sorgen. Das Rathaus will dazu Firmen gezielt ansprechen, auch den neuen Rewe-Markt. Momentan ist die Rede von sechs Aldi-Säulen und neun weiteren Standorten.

Werbung soll auf den Säulen untergeordnet sein

„Die Information soll auf den Säulen im Vordergrund stehen“, bekräftige Öffentlichkeits-Mitarbeiter Sebastian Bachran. Damit meint er die Wegeführung etwa zu Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt ebenso wie einen Stadtplan. Die Werbung soll untergeordnet erscheinen. Was genau auf die Wegweiser kommt, muss noch festgelegt werden. Das neue Leitsystem für Grimma ersetzt die Baumtafeln, die es seit dem letzten Hochwasser nur noch an drei Stellen gibt. Nicht selten irren Fremde suchend durch die Muldestadt.

Die Denkmalbehörde begleitet das Vorhaben kritisch. Sie habe ein Problem mit den Stelen und wolle einen Beschluss der Stadt, verkündete Amtschefin Wolff. Nach Gestaltungssatzung sei das Aufstellen momentan nicht zulässig, für jede Säule mit Werbung sei deshalb wohl ein Befreiungsantrag notwendig.

Aldi übernimmt wohl erstmal Wartung der Säulen

Karsten Schrempel (Bürger für Grimma) sprach sich gegen die zunächst angedachte Hintergrundbeleuchtung aus und hinterfragte die Wartung. Möglicherweise wird Aldi für eine gewisse Zeit die Unterhaltungskosten tragen. Ihm sei vor allem ein vollständiges System wichtig, sagte Johannes Heine (Freie Wähler). Die Stelen sollten beleuchtet werden und eine Anti-Graffiti-Beschichtung erhalten.

Von Frank Prenzel

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