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Grimma Auf Tournee mit Hühnchen und Hähnchen
Region Grimma Auf Tournee mit Hühnchen und Hähnchen
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05:00 06.08.2011
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. Während sein Schwanz wippt, kräht er lauthals herum, dass es fast die ganze Straße hört. Ein richtiger Gockel. Aber das Gehabe wird dem alten Hahn nichts nützen. Jüngere werden ihm dieses Jahr die Show stehlen.

Günther ist das einzige Tier, das auf dem Hof von Rassegeflügelzüchter Gerd Pöge einen Namen trägt. Enkeltochter Anja Pöge hat dem Zwerghahn den Namen verpasst. Hätten alle Hühner, Hähne und Höckergänse, die rund um Pöges Haus scharren, gackern und krähen, einen Namen – wer sollte die sich denn merken?

Über 150 Tiere wachsen derzeit in Pöges Ställen und Freigehegen heran, um die sich Gerd Pöge ebenso wie Ehefrau Rita, Sohn Mike und Enkeltochter Anja mit Hingabe kümmern. Schließlich sollen aus der großen Schar des Federviehs in den kommenden Wochen und Monaten bei Ausstellungen wieder Preisträger gekürt werden. Pöge, der sich unter anderem auf die Zucht von Rheinländer-und Zwergrheinländer-Hühnern spezialisiert hat, will im Oktober mit der Crème de la Crème seiner Rheinländer nach Oberferrieden bei Nürnberg reisen, um dort bei der Deutschen Rheinländer-Schau abzusahnen. Denn wenn er schon seinen Lieblingen die Fahrt dorthin zumutet, sollen sie ja auch mit Preisen belohnt werden. Pöge, der seit 1956 im Rassegeflügelzüchterverein Naunhof mitarbeitet, seit 1994 an der Vereinsspitze steht und seit 2009 auch Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter ist, hat in all den Jahrzehnten natürlich schon jede Menge Auszeichnungen eingeheimst. Wände und Schränke im Gartenhäuschen sind voll davon. „Aber jedes Zucht- und Ausstellungsjahr ist immer wieder eine neue Herausforderung, die reizt", sagt Pöge, der in diesem Jahr 70 wird. Nach Nürnberg stehen deshalb auch die Europa-Schau in Köln, die sächsische Landesschau in Leipzig, die Kreisschau in Böhlitz und zahlreiche weitere Ausstellungen in der Region im Kalender. Auch Anja Pöge, die mit 18 zu den Jüngsten im kleinen Verein zählt, kann sich der Faszination des Federviehs nicht entziehen. Ihre Zwerg-Wyandotten haben auch ihr schon eine beachtliche Preisliste beschert. Größter Erfolg bisher: Sie wurde 2006 Sachsenmeisterin. Anja, die gerade ihr Abitur abgelegt hat und demnächst ein Studium aufnehmen wird, will auch dann ihren Hühnchen verbunden bleiben. „Die Zucht macht zwar Arbeit, aber auch viel Spaß. Ich will die Verantwortung für die Tiere nicht einfach abgeben. Ich werde, so oft es möglich ist, mich bei meinen Tieren sehen lassen", sagt sie.

Für Hühnchen und Hähnchen heißt es jetzt aber erst einmal: gut heranwachsen und ein prächtiges Federkleid zulegen. Erst im September, wenn es voll entwickelt ist, wird sich entscheiden, wer von den Vögeln mit auf Tournee in die Metropolen der Rassegeflügelzucht gehen darf. Aber irgendwann werden auch sie wie alle anderen im Kochtopf oder in der Pfanne landen. „Auch als Züchter, der mit den Hühnern und Hähnen eng verbunden ist, darf man nicht vergessen: Es sind Tiere", sagt Gerd Pöge. Das gilt auch für Günther. Da helfen auch nicht Krähen und Gockeln.

Andreas Läbe

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