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Grimma Aufatmen in Köllmichen: Hähne krähen am Karfreitag
Region Grimma Aufatmen in Köllmichen: Hähne krähen am Karfreitag
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17:10 29.03.2017
Zehn Hähne von Wilfried Große werden am Wettbewerb am Karfreitag teilnehmen. Diese schickt jedoch nicht der Landwirt ins Rennen, sondern seine Kinder, Enkel und Bekannten. Quelle: Christian Fest
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Mutzschen/Köllmichen

Wer sein Tageswerk beginnt, wenn die Hähne krähen, steht landläufig früh auf. Wer beim traditionellen Hähnekrähen in Köllmichen am Karfreitag, am 14. April, dabei sein will, muss auch früh aus den Federn. Die Geflügelzüchter aus Mutzschen und Wermsdorf laden zu dem Ereignis ein. Von 8 bis 9 Uhr gibt es für jeden Hahnenschrei einen Strich. Der Wettbewerb wird in drei Gruppen durchgeführt. So kommen die Züchter und Halter von großen Hähnen, von Zwerghähnen und Urzwergen zum Wettkampf. „Bei uns steht jedoch in erster Linie der Spaß im Vordergrund“, meint Große. „Glück wird dabei großgeschrieben, keiner kann im Vorfeld sagen, welcher Gockel den Siegeslorbeer holt“, sagt der Geflügelzüchter. Doch egal, ob die Hähne krähen oder nicht, die Teilnahme zählt, und deren Besitzer erhalten eine Urkunde.

Noch bis zum 21. März wussten Wilfried Große und Sohn Heiko, die Macher des kultigen Hähnekrähens in der Merschwitzer Straße, nicht, ob die Veranstaltung stattfinden kann. „Noch bis zum 20. März war Einstallpflicht in Sachsen angesagt. Seit dem 15. November bestand die Gefahr, dass die Geflügelpest von den Wildtieren auf die Nutztiere übergeht“, so der 70-Jährige. „Ich bin jetzt froh, dass die Stallpflicht aufgehoben ist. Wir mussten viele Tiere vor Weihnachten vorfristig schlachten, um die Stallkapazitäten vorhalten zu können“, erinnert er sich.

Auch die Muldentaler Kreisschau konnte im November nicht stattfinden „Das hat uns viel Geld gekostet, da bereits die Preisrichter bestellt und auch die Kataloge gedruckt waren“, bedauerte der Köllmicher Landwirt. Viele Geflügelzüchter würden darüber nachdenken, aufzugeben. Denn die Stallpflicht brachte viele Unannehmlichkeiten für die Züchter. Auch Familie Große musste zusehen, dass die Tiere über den Winter kamen. „Wir haben Strauße. Für diese bekam ich zum Glück eine Ausnahmegenehmigung. Doch aller 14 Tagen waren Kotproben erforderlich. Dadurch hatten wir zusätzliche Kosten“, erzählt er. An die Grenze war er auch bei der Nachzucht von Jungtieren geraten. „Wir haben derzeit 200 Küken und brüten auch für Züchter in der Region aus“, so der Landwirt. Er hofft, dass in den nächsten Wochen kein Tier mit dem aggressiven Geflügelpestvirus H5N8 gefunden wird. „Wie das Veterinäramt mitteilte, wird dann die letzte Sperrzone in diesen Tagen aufgehoben. Dann könnte es klappen, dass alle Freunde des Hähnekrähens an unserer Veranstaltung teilnehmen können“, meint Wilfried Große. Er geht jedoch nicht davon aus, dass beim 17. Wettkrähen wieder an die 200 Tiere gezählt werden.

Allerdings wird es für Groß und Klein ein buntes Rahmenprogramm geben. So finden die Mädchen und Jungen mit etwas Glück viele bunte Ostereier. Dabei wird ihnen der Osterhase helfen. Doch auch an eine Hüpfburg ist gedacht. Es gibt Zuckerwatte, und bei schönem Wetter kann mit der Kutsche gefahren werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich die Mädchen und Jungen ihre Gesichter bunt bemalen lassen. Ganz winzige Küken werden ebenso zu sehen sein. Dank eines selbstgebauten durchsichtigen Brutkastens kann Groß und Klein den Küken beim Schlüpfen zusehen. Unmittelbar nach dem Hähnekrähen und der Siegerehrung gibt der Mutzschener Spielmannszug ein Platzkonzert. Darüber hinaus haben die Gäste die Gelegenheit, die Tiere des Bauernhofes Große anzuschauen. Dazu gehören unter anderem Puten, Strauße und Damwild.

Anmeldungen für Hähnekrähen und Kutschfahrten bei Wilfried Große bis zum 10. April unter Telefonnummer 034385/ 51220

Von Cornelia Braun

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