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Grimma Aufnahme in die Beaujolais-Bruderschaft mit einem Probeschluck
Region Grimma Aufnahme in die Beaujolais-Bruderschaft mit einem Probeschluck
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16:30 28.06.2017
Sechs neue Mitglieder werden in Nimbschen in die Beaujolaus-Bruderschaft Sachsen aufgenommen. Quelle: verein
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Grimma/Nimbschen

„Das Brot stärkt das Herz des Menschen, der Wein aber macht es froh“, meinte einst schon Martin Luther. Fünf Jahrhunderte später feierte die sächsische Bruderschaft des französischen Weinordens Ordre des Compagnons du Beaujolais in der Kulturscheune des Hotels Kloster Nimbschen die Ankunft „ihres“ Weins. Geladen waren Gäste aus ganz Deutschland, aus Paris und dem Land des Beaujolais. An die 100 Personen nahmen sich Luthers Wort über den Wein zu Herzen und ließen sich den von der Winzerfamilie Després gelieferten Beaujolais-Jahrgang 2016 munden.

Der Beaujolais ist ein bekannter und beliebter Rotwein aus Frankreich, das hügelige Weinanbaugebiet liegt im Département Rhône und gehört rein geografisch zu Burgund. Seit dem 2. Jahrhundert wird dort Wein angebaut. Vor 70 Jahren schlossen sich die Winzer des Beaujolais zu einer Bruderschaft zusammen. Mehr als 20 über die ganze Welt verbreitete regionale „Filialen“, Devoirs genannt, gehören diesem Mutterorden inzwischen an. Der 2011 in Grimma gegründete Devoir de Saxe zählt zurzeit schon mehr als 70 Mitglieder und ist damit einer der größten außerhalb Frankreichs. Die Hauptstadt des Beaujolais, Villefranche sur Saone, ist übrigens seit Jahren mit der nordsächsischen Gemeinde Schkeuditz verschwistert.

Feierlicher Auftakt in Nimbschen war die zeremonielle Aufnahme sechs neuer Mitglieder in die sächsische Bruderschaft – darunter Simone Mitschke aus Grimma – bekannt als kostümierte Katharina von Bora, die Gäste der Hotelanlage in die Geschichte des Klosters einführt. Bekanntlich war die spätere Luther-Frau von Bora 1523 aus dem Kloster Nimbschen nach Torgau geflohen. Die in traditionelle Feier-Gewänder des Beaujolais-Winzerordens gekleideten Mitglieder des „Großen Rats“ führten die „Kapitel“ genannte Zeremonie nach alter Art durch und ließen die Anwärter den Probeschluck aus der „Großen Tasse“ nehmen. Beschwingt stimmte der Chor der Winzerfreunde seinen Schlachtruf „Vuidons les tonneaux – Leeret die Fässer“ an.

Was war der Motor dieser lebensfrohen Verbindung von Sachsen zum Beaujolais? Es war die besondere Freundschaft zwischen dem in Mutzschen lebenden französischen Unternehmensberater Claude Bernard und der im Beaujolais ansässigen Winzerfamilie Georges Després, die vor sieben Jahren ihren Wein in sehr persönlicher Weise nach Sachsen brachte. Die Brüder und Schwestern des Devoir de Saxe verstehen sich nicht nur als Freunde des Beaujolais, seines Weines, seiner Winzer und seiner Menschen, sondern auch als Freunde Frankreichs, seiner Regionen, Kulturen und Menschen.

Von Ingo Kolboom

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