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Grimma Aufstieg in die höchste Fotoliga: Colditz zeigt 100 Bilder des Jahres
Region Grimma Aufstieg in die höchste Fotoliga: Colditz zeigt 100 Bilder des Jahres
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00:16 23.05.2017
Gerhard Webers ausdrucksstarkes Porträt „Sorgenvoll“, das den Grimmaer Siegfried Michael im Krankenhaus zeigt, wurde mit einem Sonderpreis bedacht und gehört zu den 100 Bildern des Jahres 2016.
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Colditz

Für das Muldental ist es eine viel beachtete Premiere – für die Kleinstadt an der Mulde eine große Würdigung: Ab dem 27. Mai sind auf Schloss Colditz die „100 Bilder des Jahres 2016“ zu sehen. Der Präsident der bundesweiten Gesellschaft für Fotografie, Hans-Jürgen Horn, wird die 23. Fotoschau um 14 Uhr in der ersten Etage des Saalhauses höchstpersönlich eröffnen. Thomas Kube, künstlerischer Leiter vom Fotoverein Grimma, ist überglücklich: „Unser Verein nimmt bereits seit vielen Jahren an diesem traditionsreichen Wettbewerb teil. Jedes Jahr schaffen wir es, etliche Fotos unter die besten 100 zu bekommen und darüber hinaus mehrere Haupt- sowie Sonderpreise zu gewinnen. Erstmalig haben wir nun ein Heimspiel – das erfüllt uns mit Stolz.“

Auch diesmal hatte die Jury die Qual der Wahl. 291 Profis und Amateure reichten insgesamt 1500 Arbeiten ein. Der Grimmaer Verein ist gleich mit fünf Fotografen und sieben Bildern unter den Auserwählten: Sylvia Jassmann („Wenn ich nicht schlafen kann“ und „Wassersport“), Werner Rosenberger („Hilfe“), André Heidner („Stolz“), Thomas Kube („Begeistert“) und Gerhard Weber („Sozialarbeiter Tobias B.“ sowie „Sorgenvoll“). Für seine beiden ausdrucksstarken Porträts bekommt Weber in Colditz den Sonderpreis des Kulturbunds. Weber, der über 30 Jahre in Colditz lebte und wirkte, am Freitag gegenüber der LVZ: „Das eine Foto zeigt den für seine Arbeit mit jungen Leuten brennenden Grimmaer Tobias Burdukat, das andere meinen guten Freund Siegfried Michael, der im Krankenhaus die Hände über dem Kopf zusammenschlägt.“

Cornelia Hippe-Kasten, Geschäftsführerin der Gesellschaft Schloss Colditz, bezeichnet die Deutsche Fotoschau als Auftakt für eine ganze Reihe weiterer hochkarätiger, auch internationaler Ausstellungen in Colditz. „Bei freiem Eintritt können die Besucher die besten 100 Fotos bis zum 25. Juni bewundern.“

Mit seinem Schnappschuss in der Lagunenstadt Venedig qualifizierte sich auch der Colditzer Apotheker, Hobbyfotograf, Stifter und Sponsor Eberhard Jasinski für die Schau. Das Foto zeigt eine märchenhaft anmutende Treppe aus lauter hochwassergeschädigten Büchern, die zu einer Aussichtsplattform führt. Den Aufstieg seiner Wahlheimat Colditz in die höchste Fotoliga Deutschlands erfüllt den Besessenen mit Genugtuung: „Colditz ist für mich ohnehin eine Stadt der Fotografen. Georg Haupt, Theodor Plister, Reinhold Stümpfle, Kurt Voigtländer, Moritz und Johannes Lange, Helmut Drechsler, Wolfgang Stadler, Gerhard Weber, Günther Spiegel, André Heidner, Evelyn Zacharias und Rainer Kurth – sie alle waren und sind Meister ihres Faches, zum Teil sogar international bekannt.“ Jasinski erinnert an die Präsentationen zum 100. Geburtstag des berühmten Tierfotografen Drechsler sowie zu „150 Jahren Fotografie in Colditz“. Er lobt die Kooperation zwischen Schlossgesellschaft, Schlösserland, Stadt, Kirche und Sparkasse: „Hängesystem, Beleuchtung, Elektrik – gemeinsam konnten wir die Räume im Saalhaus für Ausstellungen fit machen.“ Pünktlich zur Deutschen Fotoschau seien nun auch die 100 Bilderrahmen da, freut sich der Apotheker mit seinen Helfern Frank Frisch und Siegfried Claus.

Nach Berlin und Colditz sind die „100 Bilder“ in weiteren Städten wie Stralsund, Hannover und München zu sehen. Der Hauptpreis geht an den Jenaer Dieter Urban für „Der Kriegsfotograf“. Der Wettbewerb ist wie immer themenfrei. Alle Genres wurden genutzt, ebenso die technischen Möglichkeiten. Einige der meist digital (auch mit Smartphones) fotografierten Aufnahmen sind zusätzlich am Computer bearbeitet, was ausdrücklich gestattet sei, so Präsident Hans-Jürgen Horn. Im Juli erscheint der 96-seitige Ausstellungs-Katalog (10 Euro) mit allen „100 Bildern“. Übrigens, auch die Meinung der hoffentlich zahlreichen Besucher ist gefragt: Bis Januar 2018 können sie für ihren Publikumspreisträger voten.

Von Haig Latchinian

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