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August-Horch-Klassik aus Zwickau macht erstmals Station in Colditz

Oldtimer August-Horch-Klassik aus Zwickau macht erstmals Station in Colditz

Welch eine wundersame Verwandlung! Gibt Colditz an normalen Sommer-Sonntagen das Bild eines typischen verschlafenen Provinzstädtchens ab, so hatte die Schloss-Kommune am Sonntag das volle Kontrastprogramm zu bieten.

Der Chrom blitzt in der Sonne: Rund 150 Autos und 50 Motorräder sind in Colditz aufgefahren.

Quelle: Roger Dietze

Colditz. Welch eine wundersame Verwandlung! Gibt Colditz an normalen Sommer-Sonntagen das Bild eines typischen verschlafenen Provinzstädtchens ab, so hatte die Schloss-Kommune am Sonntag das volle Kontrastprogramm zu bieten.

Hinter dem quirligen Treiben im Zentrum steckte der Motorsportclub (MC) Zwickau, der gemeinsam mit dem Zwickauer August-Horch-Museum Oldtimer-Liebhaber aus der gesamten Republik zur sechsten Auflage der August-Horch-Klassik mit Start und Ziel in Zwickau eingeladen und Colditz als diesjährigen Wendepunkt auserkoren hatte. Nach der Präsentation der mehr oder weniger betagten 150 Autos und 50 Motorräder mit Baujahr 1986 oder älter waren deren Fahrerinnen und Fahrer zum Mittagessen auf Schloss Colditz eingeladen.

Während den Teilnehmern bei anderen ähnlich gelagerten Rundfahrten dieser Art bestimmte fahrerische Prüfungen auferlegt werden, müssen sie bei der August-Horch-Klassik lediglich vier Stempelstellen am Herrenhaus Vielau im Zwickauer Land, an den Schlössern Forder- und Hinterglauchau, in Wechselburg sowie im Mulde-Örtchen Amerika anfahren. „Diese Veranstaltung verfolgt ausschließlich den Zweck, die Fahrzeuge einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren“, berichtet MC-Mitglied Klaus Lehmann, demzufolge die Startplätze sehr begehrt sind.

Ungewohntes Bild in Colditz an einem Sonntag

Ungewohntes Bild in Colditz an einem Sonntag: Der Markt steht voller Autos.

Quelle: Roger Dietze

Zum sechsten Mal einen solchen in diesem Jahr „ergattert“ hatte Peter Tasche aus Gera. Was in nicht geringem Maß mit seinem Fahrzeug, einem IFA F8 Luxus-Cabriolet von 1949 mit 20 Pferdestärken, zu tun hatte. „Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um eines der ersten nach dem Krieg gefertigten seiner Art, weshalb es mit einem gewissen Seltenheitswert behaftet und seinem Besitzer gute Chancen auf die Teilnahme an solcherart Veranstaltungen einräumt“, so der 76-Jährige gelernte Kraftfahrzeug-Schlosser und -Ingenieur.

Der Thüringer hatte den Wagen nach eigener Aussage vor gut zehn Jahren in einer Scheune in einem erbärmlichen Zustand vorgefunden und in den darauf folgenden Wochen und Monaten mit dem entsprechenden handwerklichen Geschick in unzähligen Bastelstunden aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. „Mein erstes Auto war ein F8, und es war immer mein großer Traum, ein solches Cabriolet aus Fragmenten zusammenzusetzen“, berichtet er.

Demgegenüber musste Horch-Klassik-Teilnehmer Gerhard Winklhofer aus Starnberg nicht Hand an seinen Mercedes 280 SL Pagode anlegen, um ihn wieder fahrbar zu machen. Allerdings ist sein zweisitziges Faltdach-Cabriolet auch weit jüngeren Datums. Den Enkel des Chemnitzer Wandererwerk-Gründers Johann Baptist Winklhofer lässt es damit für Ausfahrten bis weit hinter die bayerischen Landesgrenzen als das geeignetere Fahrzeug gegenüber jenem Wanderer Puppchen Baujahr 1911 mit zwölf PS erscheinen, das sich ebenfalls in seinem Besitz befindet.

„Mit dem Puppchen fahren wir höchstens einmal in den Biergarten“, so augenzwinkernd der 82-Jährige, der zum fünften Mal an der August-Horch-Klassik teilnahm. „Ich komme sehr gern nach Sachsen, nicht zuletzt deshalb, weil wir Bayern uns gut mit den Sachsen verstehen“, sagt der Rand-Münchener.

Von Roger Dietze

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