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Grimma Augustinerkonzert mit Friedhelm Eberle in Grimma
Region Grimma Augustinerkonzert mit Friedhelm Eberle in Grimma
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13:52 02.12.2018
Friedhelm Eberle. Quelle: Armin Kühne
Grimma

Wer am Sonnabend den Weg in den Kleinen Festsaal des Gymnasiums St. Augustin zu Grimma fand, konnte sich einem ausgesucht stimmigen Genuss von Musik (Stephan König), Erzählung (Friedhelm Eberle) und Malerei hingeben. Denn Felix Timmermans (1896-1947), dessen „Triptychon von den Heiligen Drei Königen“ Friedhelm Eberle zu Gehör brachte, verlegt ganz in der Tradition der Maler seiner Heimat, wie zum Beispiel Pieter Breughel, die Geburt Jesu nach Flandern.

Wunderbar lässt er die Bilder einer stillen kargen Winterlandschaft im Kopf der Zuhörer entstehen. „Stille, die etwas anderes war als Stille, wie eine fühlbare Seele im Mondlicht zitterte.“ Fühlbar machte der große Leipziger Mime Friedhelm Eberle Stille, Angst, kleines Glück und überwältigende Freude mit allen Nuancen im Leben der „drei Könige“, die in Timmermans Wirklichkeit bitterarme Teufel sind, von Beruf Bettler, Hirte und Aalfischer.

Timmermans Mittelstück des „Triptychons“

Zu Weihnachten ziehen sie Gaben heischend von Hof zu Hof. Natürlich treffen sie auf ein ebenso bettelarmes Paar mit Neugeborenem, dem sie alles überlassen. Äußerst liebevoll zeichnet Timmermans das Bild dieser einfältigen Männer, deren größte Entspannung im Genuss eines Gläschens (oder mehrerer) Genever besteht, das ist der regionaltypische Wacholderschnaps mit mindestens 35 Prozent Alkohol.

„Angst umkreiste sein Herz… Angst vor dem Nahen eines großen Glücks.“ So das Mittelstück des „Triptychons“, dessen rechter beziehungsweise linker Flügel die Zeit nach dem Weihnachtswunder, Tod und Verklärung der Protagonisten vor Augen führen.

Einstimmung auf den Advent

Es war eine Einstimmung auf den Advent ganz eigener Art, voller Symbolik und Besinnlichkeit, fröhlich und traurig zugleich. Der trauliche Kreis Zuhörer genoss die Begegnungen dieses Abends mit Begeisterung – die Begegnung mit dem Maler und Schriftsteller Felix Timmermans, mit Flandern, seinen urigen Typen in ihrer Volksfrömmigkeit und den vor Kälte zitternden Madonnen am Weg, mit Friedhelm Eberles hoher Kunst des Sprechens und mit dem „4. König“, Stephan König am Flügel mit Improvisationen besinnlicher Weihnachtslieder. Erzählungen gehören in die Adventszeit, der Anfang ist gemacht.

Von Beate Bahnert

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