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Aus Ackerland wird Bodengold

Aus Ackerland wird Bodengold

Dass Anleger ihr Geld in Immobilien stecken, ist nicht neu. Die Branche spricht von Betongold. Doch nicht nur bebauter Boden lockt Investoren an. Inzwischen gibt es einen regelrechten Kampf um Ackerland - mit den entsprechenden Folgen.

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Gefragte Flächen: Ackerland ist für Investoren interessant geworden, die Preise sind nahe­zu explodiert.

Quelle: Klaus Peschel

Muldental. "Die Bodenpreise der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft BVVG sind auf jeden Fall jenseits von Gut und Böse", bewertet Elke Zehrfeld, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Muldental, die aktuelle Situation.

Die BVVG ist maßgeblich an der Preisentwicklung beteiligt. Seit ihrem Gründungsjahr 1992 erfüllt sie den gesetzlichen Auftrag, in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ehemals volkseigene land- und forstwirtschaftliche Flächen zu privatisieren. Dabei kämen längst nicht immer Betriebe zum Zug, die die Flächen zur Existenzsicherung dringend benötigten, wird seit Jahren aus Kreisen der Landwirte geklagt. Inzwischen kommt hinzu, dass die aufgerufenen Preise ein unüberwindbares Hindernis darstellen.

"Die Hektarpreise sind teilweise bis 30 000 Euro geklettert und gehen erst bei 12 000 Hektar los", schildert Zehrfeld die Marktlage. Vor zehn Jahren waren laut der Berliner Initiative Landgrabbing in Ostdeutschland, die eine illegitime oder sogar illegale Aneignung von Land beklagt und eine Kampagne dagegen gestartet hat, noch Größenordnungen von 2000 bis 3600 Euro pro Hektar üblich. Die Folgen der Preissteigerung beklagt die Geschäftsführerin des Muldentaler Regionalbauernverbandes heftig: "Nicht selten werden bei Ausschreibung bis 700 Euro Pacht pro Hektar verlangt." Es zeichne sich leider ab, dass sich dieser Trend fortsetze. Die Folge laut Zehrfeld: "Für unsere heimischen Landwirte ist das sicher auf Dauer nicht durchzuhalten."

Im Gegensatz zum größten Agrarunternehmen in Ostdeutschland, der KTG-Agrar AG, arbeiten im Muldental relativ kleine Betriebe. 31 500 Hektar bewirtschaftet die KTG. "Die Betriebsgrößen bei uns sind sehr unterschiedlich, je nach Betriebsstruktur und Rechtsform und abhängig davon, ob es sich um Haupt- oder Nebenerwerbsbetriebe handelt", sagt Elke Zehrfeld. Sie lägen bei den Mitgliedsbetrieben des Regionalbauernverbandes zwischen 0,5 Hektar und knapp 4000 Hektar. "Der Durchschnitt aller Betriebe im Haupterwerb liegt weit unter 1000 Hektar."

Die Ursachen für den Wettbewerb um Ackerland und die daraus resultierende Preisspirale ist für Zehrfeld klar: "Da Boden ein begrenztes Wirtschaftsgut ist, wird Bodenerwerb zunehmend als Geldanlage auch für Nichtlandwirte gesehen." Leider werde beim Verkauf an Alteigentümer von Seiten der BVVG keine Rücksicht auf die Bewirtschafter und Pächter genommen, also auf die Landwirtschaftsbetriebe. "Gesund ist das nicht!", so ihre Einschätzung. Denn auch die Auswirkungen sind für die Verbandsgeschäftsführerin klar: "Verkauft wird nach dem Grundsatz des höchsten Gebots. Für kleine und mittlere Betriebe mit Tierproduktion sind die Preise meist nicht zu erwirtschaften." Mit fatalen Folgen: Ackerland sei die Existenzgrundlage. Gehe Land verloren, sei zwangsläufig die Existenz bedroht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.08.2014
Heinrich Lillie

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