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Grimma Aus für Fusion mit Bennewitz?
Region Grimma Aus für Fusion mit Bennewitz?
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05:00 30.09.2010
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. Sie trage Mitverantwortung daran, ein Jahr „in einen Topf ohne Boden" gearbeitet zu haben. Wie auf der jüngsten Ratssitzung bekannt wurde, ist die geplante Fusion zwischen Trebsen und Bennewitz nun offenbar endgültig vom Tisch.

Der LVZ liegt ein Brief der Initiativgruppe vom 21. August an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich vor. In dem vier Seiten umfassenden Papier nehmen Katrin Kamm, Manfred Müller, Susann Schumann sowie Helga Porges unter anderem Bezug auf das Schreiben der Kommunalaufsicht des Landkreises, in dem Amtsleiterin Ute Kabitzsch die Trebsener Bürgermeisterin schon vor einem Jahr darauf hinwies, dass ein Zusammengehen Trebsens mit Bennewitz sowohl von Innenministerium als auch Rechtsaufsicht nicht genehmigt würde. Da die Bürgermeisterin nach Ansicht der vier Unterzeichner dennoch weiter an Bennewitz festhielt, wurde Tillich um ein Machtwort gebeten, Trebsens Orientierung in Richtung Grimma zu lenken.

Im Antwortschreiben des Ministeriums an die Initiativgruppe arbeitet Frank Pfeil, Abteilungsleiter Landesentwicklung und Vermessungswesen, besonders die Stärkung der „zentralen Orte" (Grimma und Wurzen) heraus. Er verweist auf die „rechtsaufsichtliche Beratung", von der Bürgermeisterin Kolbe jüngst im Innenministerium Gebrauch gemacht habe.

Anlass genug für die Initiativgruppe, sich auf der Ratssitzung nach den Ergebnissen der „Beratung" zu erkundigen. Bürgermeisterin Kolbe: „Es stimmt, ich war im Innenministerium. Laut Aussage von Herrn Pfeil ist eine Fusion zwischen Trebsen und Bennewitz aus regional-planerischen Gründen nicht genehmigungsfähig." Vehement wehrt sich Kolbe jedoch gegen die Angriffe von Eckhard Sieg, wonach sie die Fusions-AG einseitig in Richtung Bennewitz desorientiert habe: „Es war der Auftrag des Stadtrates, die Prüfung auch einer möglichen Eingemeindung von Bennewitz nach Trebsen weiter voranzutreiben. Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, die mehrere Varianten vergleichen sollte, also Bennewitz, Grimma, Naunhof, Machern, Brandis, Wurzen und Nerchau. Parallel dazu führten wir Gespräche mit dem Planungsverband Westsachsen, der Kommunalaufsicht und Abordnungen aus Bennewitz und Grimma. Wir haben also nicht ein Jahr lang umsonst gearbeitet, wie Herr Sieg unterstellt. Der zog es vor, nach zwei Beratungen seine Mitarbeit in der AG aufzukündigen." Befragt, was sie nun zu tun gedenke, antwortet Kolbe beinahe trotzig: „Dann bleiben wir eben allein. Letztlich entscheiden aber die Stadträte. Wir alle müssen uns nun positionieren."

Das wiederum ruft die Kritiker auf den Plan. Manfred Müller, ebenfalls Mitglied der Initiativgruppe, bezeichnet das Festhalten an der Eigenständigkeit als Starrsinn. Und Gruppenkollege Lutz Engler erinnert an die einstige Zwangseingemeindung von Altenhain: „Damals weigerte sich der Gemeinderat, freiwillig nach Trebsen zu gehen. Das brachte dem Rat einige Kritik aus Trebsen ein. Dort hieß es, die Hartnäckigkeit bringe beide Seiten um die zu erwartende Prämie. Heute ist Trebsen selber starrköpfig."

Bürgermeisterin Kolbe kontert: „Bis Ende 2012 gibt es weiter die sogenannte Sprinterprämie, ab 2013 immerhin noch die Hälfte."

Haig Latchinian

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