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Grimma Ausgewandert: Grimmaerin lebt nun in Melbourne
Region Grimma Ausgewandert: Grimmaerin lebt nun in Melbourne
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05:00 07.01.2010
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Melbourne/Grimma

Ihr gefällt es dort, aber sie hat auch irgendwie Sehnsucht nach der Heimat.   „Familie Voigt grüßt alle bekannten Leute in Grimma. Wir sind für immer in Melbourne in Australien. Grimma werden wir nie vergessen.“ Das ist seit dem 26. November im Gästebuch der Grimmaer Homepage zu lesen. Als dann noch Weihnachts- und Neujahrsgrüße an die Grimmaer kamen, nahm die Muldentalzeitung Kontakt mit Steffi Voigt auf.

Warum wanderten Steffi Voigt und ihr Mann Rolf aus? „Nachdem unsere Tochter Nicolle 2002 nach Australien gegangen ist und dort geheiratet hat, haben wie sie viermal besucht und dabei an dem Land und an den Leuten Gefallen gefunden“, sagt die einstige Grimmaerin. Die Australier seien ein freundliches und geselliges Volk Nach dem vierten Besuch hätten sie dann den Entschluss gefasst, selbst nach Australien zu gehen. Das passierte im November letzten Jahres, als Steffi Voigt in die Altersteilzeit ging. „Jetzt wohnen wir bei Melbourne. Wenn wir frühstücken, sitzen die Kakadus und Papageien neben uns auf dem Baum“, schwärmt sie. Um Koalas und Kängurus zu sehen, müssten sie ein Stück fahren. „Aber dann hat man das Flair von Australien. Es ist ein so schöner Anblick, den man nicht beschreiben kann.“

Mit der Sprache mogle man sich bisher noch ein bisschen durch. „Aber das klappt schon irgendwie. Wir können in der Gaststätte etwas bestellen, gehen einkaufen...“ Die Australier hätten sie bisher immer verstanden. Und die Zeit bringe die Routine. An vieles mussten sich Steffi Voigt und ihr Mann aber erst mal gewöhnen. „Australisch ist alles links“, haben sie die Erfahrungen gemacht. „Wir fahren mit dem Auto links, laufen links... Was ich nicht wusste: Das Besteck liegt auch links, und die Gläser stehen anders. Wie gewohnt nahm ich in der Gaststätte rechts mein Besteck – und der Nachbar hatte nichts zum Essen.“ Laufe man rechts, stoße man mit dem Gegenverkehr zusammen. „Da war ich von der Freundlichkeit der Australier berührt“, sagt Steffi Voigt. „Die merken gleich, dass du fremd bist und sagen Sorry. In Deutschland kenne ich andere Reaktionen.“

„Da ich in Grimma Politesse war, hat mich die Straßenverkehrsordnung besonders interessiert“, erzählt sie. Im Visum stehe für ihren Beruf übrigens die Bezeichnung „Ticketinspector“. Parkverbotsschilder habe sie jedoch nur einmal in Melbourne gesehen. „Das Übertreten des Parkverbots ist aber hier sooo teuer, da überlegst du genau, was du machst. Wir hatten keinen Parkschein gezogen. In Grimma fünf Euro, in Melbourne 58 Dollar – da bist du gestraft.“

Das Weihnachtsfest feierte die Familie in kurzen Hosen und bei 36 Grad. „Am zweiten Feiertag war ich zum Angeln aufs Meer gefahren“, berichtet Steffi Voigt. „Leider hatte ich wenig Glück, aber das macht ja nichts, der Spaß ist es wert.“ Silvester feierten sie in Melbourne. „Dort herrscht totales Alkoholverbot, und die Polizei wacht darüber.“ Mit vielen Leuten aus der ganzen Welt saß man am Fluss und schaute sich das große Feuerwerk an. „Das darf nur die Stadtverwaltung starten, und es gibt keine anderen Knaller wegen der Brandgefahr.“

Auch wenn Tochter Nicolle hochschwanger ist und Steffi Voigt das nächste Enkelkind im Februar erwartet, denkt sie oft an ihre Heimat. „Was uns hier fehlt, ist die vertraute Umgebung, sind die bekannten Gesichter, ist das Brot der Bäckerei Vetter und die sächsische Wurst.“ Heimweh nach Grimma und dem netten Völkchen hier werde es immer geben, sagt sie. „Da klick ich dann das Internet an und schau nach Grimma.“

Silke Hoffmann

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