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Grimma Ausschuss stellt sich gegen Denkmalschutz
Region Grimma Ausschuss stellt sich gegen Denkmalschutz
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00:40 20.04.2018
Ein Berliner Investor möchte die Leipziger Straße 31a in Grimma sanieren, für rund 1,4 Millionen Euro. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus der Leipziger Straße 31a in Grimma sieht besseren Zeiten entgegen. Ein Berliner Bauherr möchte fast 1,4 Millionen Euro in die Hand nehmen, um das 1883 von Baumeister Robert Barthel errichtete Haus, das derzeit leer steht, umzubauen und zu sanieren. Zuletzt beherbergte es unter anderem eine Tierarztpraxis.

Das Bauaufsichtsamt des Landkreises fordert von der Stadt Grimma eine Stellungnahme zum Bauantrag des Berliners. Und wegen der hohen Investitionssumme musste jetzt der Technische Ausschuss über das Vorhaben befinden. Seine Entscheidung endete mit einer Überraschung. Bezüglich einer vom Bauherren geplanten Glaspyramide auf dem Dach stellt sich der Ausschuss gegen Denkmalschutzbehörde und Stadtverwaltung.

„Wir freuen uns, dass das Haus saniert wird“, sagte eingangs Janine Wolff, die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes. Das Türmchen als Pyramiden-Oberlicht finde aber nicht die Zustimmung der Verwaltung. Der Erkerturm des historisch wertvollen Gebäudes, eine pyramidenförmige Spitze, solle anhand der Originalpläne wiederhergestellt werden, schlug sie den Ausschussmitgliedern vor und warf per Beamer einstige Bauzeichnungen an die Wand. Das sehe die Denkmalschutzbehörde genau so.

Statt Glas die frühere Eindeckung der Pyramide, die derzeit nur noch als Stumpf existiert? Das rief Johannes Heine (Freie Wähler) auf den Plan. Er sprach sich für die gläserne Pyramide aus. „Da will einer mal was bisschen Modernes, nimmt viel Geld in die Hand und macht aus dem Haus wieder ein Schmuckkästchen. Ich kann mir vorstellen, das sieht gut aus“, sprach er sich für den Entwurf des Bauherren aus. Die Optik entspreche dem einstigen Stil, aber als Oberlicht, so Heine. Er fand nach kurzer Debatte mit seiner Meinung eine Mehrheit im Ausschuss, so dass die Stadt dem Bauantrag ohne Auflage zustimmt.

Jetzt hat wohl der Denkmalschutz das letzte Wort. Die Leipziger Straße 31a liegt im Geltungsbereich der Zone II der Gestaltungssatzung für die Grimmaer Altstadt. Deshalb hat der Bauherr die Fassade und vorhandenen Schmuckelemente zu erhalten. Auf dem Dach plant er Solarkollektoren, deren Platzierung mit dem Stadtentwicklungsamt abzustimmen sind.

Von Frank Prenzel

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