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Grimma Außenseiter wird zu Spitzenreiter – Colditzer Sophienschule bei Berufsberatung top
Region Grimma Außenseiter wird zu Spitzenreiter – Colditzer Sophienschule bei Berufsberatung top
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00:18 25.06.2017
Sonja Schilde (71) macht sich im Förderverein der Schule ehrenamtlich stark.
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Colditz

Bierkästenstapeln, Fahrsimulator, Showtanz und – eine Wette: Er erkenne seinen Schulleiter allein am Klappern des Schlüsselbunds, prahlt Nils Staskewitsch. Topp, die Wette gilt! Willkommen zum Hoffest der Colditzer Sophienschule.

192 Mädchen und Jungen aus acht Klassen feierten Donnerstag Abend das abgelaufene Schuljahr. Sieger beim Englisch-Zertifikat wuselten genauso über den Hof wie Einser-Absolventen, Laienspieler, Chorsänger, Fußballer, Feuerwehr oder Anna-Lina Günther, die demnächst ihre Freundin aus der kasachischen Partnerschule besucht.

Mitten im Getümmel auch Sonja Schilde (71). Die gute Seele rackert im Förderverein und ackert im Schulgarten. Freudig eröffnete sie das Grüne Klassenzimmer – eine schicke Sitzgruppe aus Holz. Kostenpunkt 5600 Euro. Hier grüner Daumen, dort flinke Finger: Im Musikzimmer zu bewundern das neue Klavier aus dem Hause Bechstein. Finanziert über Tastenpatenschaften – 25 Euro für eine symbolische Taste.

Totgesagte leben länger. Wegen sinkender Schülerzahlen stand das altehrwürdige Gemäuer aus der Kaiserzeit lange auf der Abschussliste. Offiziell hieß das Beobachtungsstatus. „Ob Dach, Sanitär oder Brandschutz – alles mussten wir aus eigener Tasche zahlen, ohne Förderung“, sagt Hauptamtsleiter Hans-Peter Kiesel. Stuck an der Decke, aber kaum Geld in der Kasse – Improvisationstalent war gefragt. Secondhand-Ausstattung für Fachkabinette, Verjüngungskur für Fenster. Innen ist alles schick, die Fassade im nächsten Jahr fällig. Dann wohl mit staatlichen Zuschüssen, nachdem das Gesetz nun auch einzügige Schulen duldet.

Aus dem Außenseiter wurde beinahe ein Spitzenreiter. Etwa bei der Berufsvorbereitung: „Seit 2008 haben wir das Qualitätssiegel des Freistaates verteidigen können“, triumphiert Schulleiter Andreas Horn. Man sei diesbezüglich sogar Botschafterschule. Praxisberater, Handwerkertag, Schul-Skills – das Bildungs- und Sozialwerk unterstützt die Kontakte zwischen Schule und Wirtschaft: „Als es damals in Leipzig die Weltmeisterschaft der Lehrlinge gab, hatten wir uns gesagt, das können wir auch“, erinnert sich Ronny Kriz vom BSW. Seitdem präsentieren sich an Aktionstagen bis zu 35 Firmen der Region. Mit dabei immer auch Raumausstatter Böhme-Voigt. Sprecherin Dominique Hoppe: „Unser Lehrling Maximilian Völkel war Sophienschüler und ist bestes Beispiel dafür, dass sich Praktika lohnen.“ Einführung in die Marktwirtschaft, Genialsozial, Woche des offenen Unternehmens – „Berufsfelderkundung“ ist Markenzeichen an der Oberschule, vor 130 Jahren als Bürgerschule mit einer Kapazität für 1000 Schüler eröffnet.

„Die Schule bleibt in der Stadt“, versprach Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) beim Hoffest. Er ziehe den Hut vor Lehrern und Eltern, die den Abwärtstrend bei den Schülerzahlen gestoppt hätten. Dennoch überlässt er nichts dem Zufall, klagt gegen den – wie er sagt – „Schulneubau auf der grünen Wiese direkt an der Ortsgrenze“. Gemeint ist die Oberschule Böhlen, die Colditz langfristig sogar die Einzügigkeit kosten könne.

Von Haig Latchinian

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