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Grimma Ausstellung über Elsa Brändström wird in der Grimmaer Klosterkirche eröffnet
Region Grimma Ausstellung über Elsa Brändström wird in der Grimmaer Klosterkirche eröffnet
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16:34 11.03.2018
Elsa Brändström Quelle: Bundesarchiv
Grimma

Am 22. März wird anlässlich des 130. Geburtstages der Schwedin Elsa Brändström in der Klosterkirche Grimma eine Ausstellung eröffnet. Künstlerinnen der Gedok Gruppen Leipzig/Sachsen und Bonn haben Werke geschaffen, die an das Wirken dieser einzigartigen Frau erinnern sollen. Die Vernissage beginnt 16 Uhr.

Elsa Brändström wurde am 26. März 1888 in St. Petersburg als Tochter eines schwedischen Militärattaches geboren. Im Zweiten Weltkrieg reiste sie als Krankenschwester mit dem damals neugegründeten Roten Kreuz nach Sibirien, um Kriegsgefangene aller Nationen in den Lazaretten und Gefangenenlagern zu versorgen. Die Soldaten verliehen ihr schon zu Lebzeiten den Titel „Engel von Sibirien“. Die Arbeit der Schwedin war nicht ungefährlich und erforderte viel Mut. Immerhin verstieß sie gegen Einreiseverbote der Sowjetunion und gegen gesellschaftliche Normen. Sie machte eigentlich alles anders, als man es von einer Frau in der damaligen Zeit erwartet hätte. Kurzum, sie machte alles richtig.

Spuren im Muldental

Dass Elsa Brändström auch Spuren in Sachsen und besonders im Muldental hinterlassen hat, wissen nur die wenigsten. Es ist letztendlich dem Wurzener Heimatforscher Jens Haubner zu verdanken, dass man die Herkunft des Wurzener Kriegerdenkmals „Die Krankenschwester“ bestimmen konnte. Brändström stand dem Bildhauer für diese Plastik Modell.

Der Ruf der Krankenschwester aus Schweden war schon in den Zeiten des Ersten Weltkrieges und danach legendär. Nach dem Zweiten Weltkrieg und ihrem aufopferungsvollen Einsatz in Sibirien war sie eine der Mitgründerinnen der noch immer existierenden Hilfsorganisation „Care“. Denn der Krankenschwester war bewusst, dass sie für die Zeit nach dem Krieg viel Geld für ihre Hilfsprojekte benötigen würde. Unabhängig der Schuldfrage konzentrierte sich Brändströms Wirken fast ausschließlich in Sachsen.

Kinderheime für Waisen

In Bad Marienborn (Landkreis Bautzen) sorgte sie sich in einem Arbeitssanatorium um ehemalige deutsche Kriegsgefangene. Sie schuf landesweit Kinderheime für Waisen, deren Väter in der Kriegsgefangenschaft verstorben waren. Bei Mittweida gründete und leitete sie für sieben Jahre ein Heim für rund 200 Waisenkinder und schuf ihnen in dieser Zeit, die von Hunger geprägt war, eine Zukunft. Die dafür benötigten 100 000 US-Dollar sammelte sie auf einer Vortragsreise durch die USA.

Arbeiten von 20 Künstlerinnen

In der Ausstellung in Grimma sind Arbeiten von 20 Künstlerinnen zu sehen, darunter Werke von Sigrid Schmidt (Leipzig), Christine Theile (Bonn) und Ute Hartwig-Schulz (Grimma). Die Prösitzer Bildhauerin Hartwig-Schulz, die die Ausstellung in der Klosterkirche  angeregt hat, ist eine glühende Verehrerin Brändströms. „Diese Frau hat über Grenzen hinweg, ohne Ansehen der Nationen das Leid der Menschen erkannt und gehandelt. Sie hat unzähligen Kindern das Leben gerettet“, so die Künstlerin. Die Ironie des Schicksals zeige aber auch, „dass sie fünfmal für den Friedensnobelpreis nominiert war und ihn nie bekommen hat“.

Hartwig-Schulz stellt keramische Arbeiten und Namenszüge aus, die in gemeinsamen Projekten mit zugewanderten Kindern aus den Kriegsgebieten entstanden sind. Schmidt zeigt eine fotografische Arbeit unter dem Titel Bewölkung, die sich mit dem Thema Krieg auseinandersetzt. Theile will an die Rucksäcke erinnern, die die Rotkreuzschwester mit den nötigsten Dingen den Frontsoldaten zum Überleben mitgab.

Von Detlef Rohde

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