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Grimma Austauschschülerin Karine ein halbes Jahr in Grimma – Jetzt geht Tanja mit nach Frankreich
Region Grimma Austauschschülerin Karine ein halbes Jahr in Grimma – Jetzt geht Tanja mit nach Frankreich
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04:00 04.08.2010
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. Lebten sie jetzt gemeinsam ein halbes Jahr bei den Eltern Uta und Oliver Richter in Grimma, sind sie ab Ende nächster Woche in Frankreich bei Mutti und Vati Fessard zu Hause.

„Ich hatte ab 6. Klasse auf dem St. Augustin Französisch und interessierte mich sehr für die Sprache und das Land", erzählt Tanja vom Auslöser der Freundschaft. War sich einig mit ihrer Familie: Ein Schüleraustausch könnte das alles vertiefen. Sie entschied für das Voltaire-Programm – jeweils ein halbes Jahr ist der Partner im anderen Land und bei der Gastfamilie. Im fernen Antony dachte Karine, die seit der vierten Klasse Deutsch lernt, genauso, und schon wurden beide im besten Sinne des Wortes verkuppelt.

Sie müssen heute noch lachen, wenn sie sich daran erinnern, wie Karine im Februar in Grimma mit ihren Eltern und dem großen Auto ankam: Acht Koffer, fünfzig Bücher… „Nein, so viele Sachen habe ich gar nicht gebraucht, und die Bücher, die habe ich auch noch nicht alle gelesen", sagt sie jetzt. Kein Wunder, denn da gab es in den sechs Monaten viele andere Dinge, mit denen sich Karine – fast immer zusammen mit Tanja – beschäftigte.

Einerseits war da die Schule, beide besuchten die gleiche neunte Klasse im Grimmaer Gymnasium. „Physik und Mathe, das geht hier alles sehr schnell, bei uns nimmt man sich da sich mehr Zeit. Und Chemie, das war für mich ziemlich schwer, denn das Lernen der ganzen Formeln und so, das gibt es bei uns so nicht", sagt Karine. Und sie erzählt, dass die Schule in Frankreich – außer mittwochs, wenn nachmittags frei ist – täglich bis abends halb sechs geht und auch sonnabends Unterricht ist. Tanja, die das schon weiß, schaut den nächsten sechs Monaten in dieser Beziehung etwas skeptisch entgegen: „Hoffentlich habe ich dann dort auch Zeit für meine Hobbys."

Einige ihrer Steckenpferde reiten Tanja und Karine gemeinsam. So spielen zum Beispiel beide Mädchen Querflöte. „Jetzt waren wir mal in Leipzig, haben dort im Zentrum vor Galeria Kaufhof gestanden, für die Leute auf der Straße gespielt und dabei 20 Euro in unseren Flötenkasten eingenommen", berichten sie stolz. Sie lesen gern, spielen in der Theatergruppe der Schule, singen, versuchen sich im Gitarre-Spiel, waren bei der Seume-Wanderung der Schule dabei, lernen bei Tanjas Oma Russisch oder kochen gemeinsam. „Ich habe schon gelernt, wie man herzhafte gebackene Croissants macht", sagt Tanja über ihre französischen Kochkünste.

So ganz reibungslos funktionierte es jedoch bei Karine nicht von Anfang an. Nein, nicht etwa Heimweh: „Ich habe mich vom ersten Tag an bei Richters wie zu Hause und sehr wohl gefühlt." Aber: „Ich habe nicht gewusst, dass man hier nicht Deutsch, sondern Sächsisch spricht." Ihren Klassenlehrer am Gymnasium, Mike Beutner, verstand sie anfangs gar nicht und brauchte Tanja als Dolmetscherin. Jetzt funktioniere das aber schon gut, sie sage jetzt auch „Nee" oder „Ich ooch". Und den Lehrer, den verstehe sie nun gut.

Jetzt, wo Karine des Sächsischen mächtig ist, geht es zurück nach Frankreich. Das große Auto ihrer Eltern wird nun nicht nur ihre acht Koffer, sondern zudem auch einige Gepäckstücke von Tanja („So viel nehme ich aber nicht mit.") befördern müssen. „Ich freue mich schon sehr auf das halbe Jahr in Frankreich, auf die Menschen dort, auf die Freunde von Karine…", schaut Tanja zuversichtlich den nächsten sechs Monaten entgegen.

Silke Hoffmann

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