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Grimma Bad Lausick: Thierbaumer wagen Kraftakt – Dorfkirche wird saniert
Region Grimma Bad Lausick: Thierbaumer wagen Kraftakt – Dorfkirche wird saniert
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00:20 17.08.2017
Die Kirche ist ein Wahrzeichen Thierbaums. Die Südseite des Daches ist noch mit Asbestzementschiefer gedeckt. Das soll jetzt geändert werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick/Thierbaum

Schon als Thierbaum anno 1270 erstmals urkundlich erwähnt wurde, gab es in dem Flecken am Colditzer Forst wohl bereits eine Feldsteinkirche. In späteren Jahrhunderten wird immer wieder eine Kirche erwähnt. Fundierte Hinweise auf das Alter jenes Gebäudes, um das sich die an Anger und Teich gelegenen Höfe heute scharen, gibt es nicht.

Bekannt aber ist, dass die Kirche 1860/61 nach starken Sturmschäden erneuert und umgebaut wurde. Anderthalb Jahrhunderte später will die kleine Kirchgemeinde ihr Bauwerk grundlegend instand setzen. Beachtliche 320 000 Euro soll das Ganze kosten. Das Gros der Summe sind Fördermittel aus dem Leader-Programm Land des Roten Porphyrs. Den erheblichen Rest bilden Gelder der Landeskirche und die Großspende eines im vergangenen Jahr verstorbenen Ur-Thierbaumers.

„Eine intakte Kirche ist ein wichtiges Zeichen für eine lebendige Dorfgemeinschaft“, sagt Michael Klose. Der Kirchenvorstand wohnt mit seiner Familie der Kirche direkt gegenüber. Natürlich weiß er, dass die Zahl der Einwohner mit an die 120 überschaubar und die der regelmäßigen Kirchgänger ein Bruchteil dessen ist. Dass die Thierbaumer Kirche Teil des Dorfes sei, lasse sich aber nicht allein an den vierzehntägig stattfindenden Gottesdiensten, an Trauungen und dem weihnachtlichen Krippenspiel der Jugend festmachen. Konzerte und Veranstaltungen gemeinsam mit dem Kultur- und Heimatverein gebe es seit Jahren, und vielen Menschen liege der Erhalt des historischen Ensembles so am Herzen wie der ihrer bäuerlichen Höfe. „Mit der Sanierung, die jetzt ansteht, können wir unsere Kirche für die nächsten Jahrzehnte sichern“, sagt Klose, der sich noch gut an den Zustand des Bauwerks erinnerte vor der letzten Instandsetzung in den Neunzigerjahren.

1996 sei das gewesen, die Turmhaube sei 1998 neu mit Kupfer verblecht worden, sagt Ortsvorsteher Gerhard Köpping, zugleich Bauplaner: „Damals konnten wir aber nicht alles machen, und inzwischen ist auch manches zu renovieren.“ Jetzt rutschten Schieferplatten herunter, beschädigten das Dach des Kirchenschiffs. Fenster und Fassade müssten überarbeitet werden, und auf der Rückseite sei die Kirche noch mit Asbestzementschiefer eingedeckt. „Wir freuen uns, dass der Leader-Koordinierungskreis unser Vorhaben einstimmig bestätigt“, sagt Köpping. 257 000 Euro seien zugesagt. Die Genehmigungen der Denkmal- und der Naturschützer lägen vor. „Wir können loslegen.“

Im Herbst werde man mit dem Dach beginnen, alles Übrige dann im kommenden Jahr erledigen. Dazu gehören auch Erhaltungsarbeiten an der Mauer, die den Kirchhof einschließt. Köpping lässt keinen Zweifel daran, dass er diese Investition in ein Denkmal durchaus als eine in die Zukunft des Dorfes betrachtet: „Der Erhalt ist allen Generationen ein Bedürfnis. Deshalb die hohe Spendenbereitschaft, das Engagement. Die Thierbaumer sind verbunden mit ihrer Kirche.“

Von Ekkehard Schulreich

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