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Bad Lausick: Zimmer brennt in Wohnstätte

Bad Lausick: Zimmer brennt in Wohnstätte

Es hätte in eine Katastrophe münden können, doch es ging glimpflich aus: Ein Feuer sorgte in der Bad Lausicker Wohnstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für psychisch erkrankte Menschen vorgestern Abend kurz vor Mitternacht für einen Großeinsatz von Feuerwehren, Notärzten und Rettungsdiensten.

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Völlig ausgebrannt ist das Zimmer, in dem das Feuer ausbrach. Das Bett und andere Möbel wurden zerstört. Der Bewohner erlitt Verbrennungen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Die Evakuierung des Hauses ging zügig vonstatten. Ein Mann erlitt Brandwunden, zwei Bewohner zogen sich leichte Rauchvergiftungen zu. Der Sachschaden wird auf 25 000 Euro geschätzt.

„Als wir eintrafen, rauchte es stark. Doch die Betreuer hatten den Großteil der Bewohner bereits rausgebracht", sagte Einsatzleiter Tomy Klisch von der Bad Lausicker Feuerwehr. Unter Atemschutz habe er mehrere Trupps in das Gebäude geschickt, um nach zwei anfangs Vermissten zu suchen; die aber hatten sich inzwischen selbst ins Freie begeben. Ausgebrochen war das Feuer in der ersten Etage in einem Zimmer der Wohngruppe zwei. „Das Feuer zu löschen war nicht das Problem", sagte Klisch. Unterstützt wurden die Bad Lausicker von den Wehren aus Buchheim, Etzoldshain, Ballendorf, Lauterbach, Steinbach und Glasten. „Es hat sich bezahlt gemacht, dass wir mit der Heimleitung und mit den Bewohnern regelmäßig Übungen machen", meinte der Einsatzleiter. Deshalb sei die Evakuierung so routiniert erfolgt.

Das bestätigte Wohnstätten-Leiterin Veronika Erbs: „Unsere Nachtbereitschaft hat besonnen und richtig gehandelt. Außerdem waren Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste sehr schnell da und haben die Regie übernommen." Das Personal des benachbarten Pflegeheimes Am Schwanenteich habe sich spontan um die Menschen aus der Wohnstätte gekümmert. Binnen kurzem sei, wie im Notfallplan vorgesehen, die nicht weit entfernte Grundschulturnhalle aufnahmebereit gewesen. Mehrere Notärzte und mehrere Rettungswagen-Besatzungen kümmerten sich um die 20 Evakuierten. Das DRK aus dem Muldental und aus Geithain waren im Einsatz. Notbetten wurden aufgestellt. „Halb zwei lagen dann alle und versuchten mehr oder weniger zu schlafen", so Erbs, die allen Helfern ein großes Kompliment machte. Zwei Bewohner wurden wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung ambulant behandelt; ein Mann kam mit Brandverletzungen ins Krankenhaus nach Borna. Die Polizei, die gestern Vormittag die Ermittlungen aufnahm, geht davon aus, dass der sorglose Umgang mit Feuer den Brand auslöste. Der Sachschaden wird auf 25 000 Euro geschätzt.

Um Normalität bemühten sich Veronika Erbs und die Wohnstätten-Bewohner, als sie gestern früh in das Haus nahe des Neubaugebietes zurückkehren konnten. „Alle waren, als es brannte, für den Moment entsetzt, aber dann haben sie richtig reagiert. Es gab keinerlei Panik", sagte sie. Der krankheitsbedingte Schutzmechanismus habe gewirkt. Und jetzt spüre sie eine große Solidarität. Denn weil neun Zimmer bis auf Weiteres nicht nutzbar sind, müssen alle für ein paar Tage zusammenrücken. Das Beseitigen der Brand- und Rußspuren nehme Zeit in Anspruch. Noch aufwendiger sei die Herrichtung des Zimmers, dessen Inneneinrichtung zerstört wurde.

Der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU), der die Evakuierung unterstützte, lobte das Zusammenspiel aller Helfer: „Das hat hervorragend geklappt." Die Notbetten sollten im Laufe des Tages wieder abgeholt, die Turnhalle gereinigt werden, so dass der Schulsport ab heute wieder ohne Einschränkung möglich ist.

Ekkehard Schulreich

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