Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Bad Lausick will Förderung für Grundschule, Kur, Private
Region Grimma Bad Lausick will Förderung für Grundschule, Kur, Private
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:02 21.04.2018
Die Stadt könnte das Konzept nutzen, um endlich die Barrierefreiheit des Rathauses herzustellen, stellt der Bürgermeister in Aussicht. Quelle: Thomas Kube
Bad Lausick

Bringt das Konzept „Kur CityBad Lausick in den nächsten sieben Jahren voran – oder eher finanziell in die Bredouille? Im Stadtrat äußerte namentlich die CDU-Fraktion erhebliche Zweifel an der Tragfähigkeit dieses Stadtentwicklungspapiers. Zwar ebene das Konzept Wege zu Fördermitteln, sagte Udo Goerke, aber: „Das Projekt übersteigt, wie es da steht, unsere Möglichkeiten.“

Stadt müsste erhebliche Eigenmittel aufbringen

Denn um die Förderung zu erlangen, müsse man erhebliche Eigenmittel aufbringen. Die im Konzept festgehaltenen Zahlen belegten, dass die Rücklage der Stadt von aktuell knapp 1,3 Millionen Euro bis 2021 auf schlappe 162 000 Euro sinken werde. Damit gehe es seit weit ans Eingemachte. Seine Fraktion könne das nicht mittragen, sagte Goerke – und warf den Parlamentskollegen, die daran offenbar keinen Anstoß nahmen, prompt „Blauäugigkeit“ vor.

Worum es im Kern geht, machte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) deutlich. Das Konzept mit einer möglichen Gesamtinvestition von bis zu zehn Millionen Euro bis 2024 versetze die Kommune in die Lage, „Maßnahmen umzusetzen, die in den letzten Jahren aus den verschiedensten Gründen nicht gemacht werden konnten“.

Wichtigstes Projekt ist Sanierung der Grundschule

Ganz obenan stehe die Beschaffung von Fördermitteln, um die komplexe Sanierung des Grundschulgebäudes, in dem auch der Hort „Riff-Piraten“ untergebracht ist, zu stemmen. Darüber hinaus könne man das Konzept nutzen, um Gelder für die marode Grundschul-Turnhalle zu beschaffen.

Diese Quelle ließe sich darüber hinaus unter anderem nutzen für Baumaßnahmen an Umformer und Kraftsporthalle, um die Barrierefreiheit des Rathauses endlich herzustellen oder um für eine Kurstadt wichtige Grünflächen neu zu gestalten, etwa am Schwanenteich. Zudem könnten – wie beim ausgelaufenen Stadtsanierungsprogramm, das sich auf die Innenstadt konzentrierte –, Private eine Förderung beantragen.

Bürgermeister: „Ist der Versuch, an eine Förderung zu kommen“

Das Konzept listet mehr als zwei Dutzend denkbarer Vorhaben auf. „Es ist der Versuch, in eine Förderung zu kommen. Von Jahr zu Jahr müssen wir dann neu entscheiden, wie wir weiter vorgehen und was wir umsetzen.“

Udo Goerke überzeugte das nicht: „Wir stellen ja einen Förderantrag für das gesamte Konzept.“ Eine Auffassung, die Bauamtsleiter Wolfgang Günther präzisierte: Die Stadt beantrage mit dem Konzept, überhaupt in das Förderprogramm aufgenommen zu werden; ein Förderantrag, ein konkretes Projekt betreffend, sei das noch nicht.

Horst Juhlemann (AfD) konnte Goerkes Kritik nicht nachvollziehen: „Es geht um ein Grobkonzept, und dem würde ich gern zustimmen.“ Gerhard Köpping (Wählervereinigung) verwahrte sich gegen den Vorwurf, die Stadträte würden die nötige Sorgfalt vermissen lassen. Das Konzept sei so richtig. „Wir haben ja nicht die Pflicht, alles Geld wirklich so auszugeben.“ Eine Position, die Tim Barczynski (Linke) teilte: „Wenn wir uns das eine oder andere nicht leisten können, dann können wir es nicht.“

Stadtrat verabschiedet Konzept einhellig

Ungeachtet dessen beantragte die CDU-Fraktion eine Ergänzung zum Beschluss: Jede einzelne Maßnahme erfordere zwingend die Freigabe durch den Stadtrat. Für Hultsch kein Problem, denn das sei ohnehin unstrittig. Das Konzept wurde schließlich einhellig verabschiedet.

Nun ist es an der Sächsischen Aufbaubank, es zu prüfen. Der Bürgermeister hofft, im Oktober/November Gewissheit zu haben, ob sich Bad Lausick bei den großen Investitionen der kommenden Jahre darauf berufen kann.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ab Montag, 23. April, müssen die Kraftfahrer in Grimma mit einer wesentlichen Verkehrseinschränkung leben. Bis voraussichtlich Ende September wird die Wurzener Straße (B 107) zur Großbaustelle und vom Kreisverkehr bis zur Nerchauer Straße voll gesperrt. In dem Gemeinschaftsprojekt werden Tinkwasserleitungen und Straße erneuert

20.04.2018

Vom Gartenlokal auf die internationale Bühne: Fünf „Grimmaer Muldenperlen“ fahren zur Skat-Weltmeisterschaft und wollen dort nicht nur reizen, sondern auch was reißen. Ehrenvorsitzender und Sponsor des Clubs ist Schauspieler Thorsten Wolf. Er äußert sich optimistisch: 20 Prozent unseres Gewinns spenden wir einem gemeinnützigen Verein.

23.04.2018

Die Polizei sucht Zeugen eines Unfalls, der sich am 9. April in Naunhof ereignet hat. Ein Rentner war von einem rückwärts ausparkendem Auto angefahren und verletzt worden. Der Verursacher machte falsche Personalangaben.

20.04.2018