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Grimma Bad Lausicker Feuerwehrleute sind gefordert
Region Grimma Bad Lausicker Feuerwehrleute sind gefordert
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05:05 25.04.2018
Beim Besuch von Bundespräsident Walter Steinmeier (SPD) im November machte die Freiwillige Feuerwehr Bad Lausick darauf aufmerksam, dass die Zukunft der Wehren nicht mehr gesichert ist. Quelle: Thomas Kube
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Bad Lausick

Mit 58 Einsätzen gehe das Jahr 2017 als „ein vergleichbar intensives“ in die Analen der Bad Lausicker Feuerwehr ein, sagte Stadtwehrleiter Tim Barczynski auf der Jahreshauptversammlung der acht Ortsteilwehren plus der eigenständigen Lauterbacher Löschgruppe. Neben der Hilfe nach Verkehrsunfällen und bei Unwetterschäden waren die Ehrenamtlichen in 28 Fällen bei Bränden gefragt.

163 aktive Kameraden sind dabei

Aktuell können die Bad Lausicker Wehren in Summe auf 163 Aktive, darunter elf Frauen, zurückgreifen; das sind neun weniger als noch im Jahr zuvor. 58 Alterskameraden halten den Einsatzkräften in vielerlei Hinsicht den Rücken frei. In sechs Jugendwehren werden 78 Mädchen und Jungen an eine spätere aktive Tätigkeit herangeführt.

Barczynski: „Ein solider Stamm, auf den wir in Zukunft zurückgreifen müssen und werden.“ Mehr als 9500 Ausbildungsstunden seien in Summe absolviert worden, eine Steigerung um 1100 Stunden. Das zeige, das die Kräfte gut ausgebildet seien. 1900 Stunden wurden in den Feuerwehr-Nachwuchs investiert.

Kontroverse um den Brandschutzbedarfsplan

Sprechen diesen Zahlen für sich, hatte der 2017 beschlossene und genehmigte Brandschutzbedarfsplan das Zeug zu Kontroversen. „Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Feuerwehr im Stadtrat solche Diskussionen hervorruft“, sagte Barzynski, selbst Linke-Abgeordneter, in seiner Rückschau. Über Monate hätten die Kameraden an dieser Planung gesessen, hätten sich intensiv und konstruktiv Gedanken über die notwendige Ausrüstung und die Einsatzplanung gemacht – doch dann habe man feststellen müssen, dass die Fraktionen des Stadtrates nicht alle auf demselben Informations-Level lagen.

Er sei da wohl etwas blauäugig herangegangen, merkte Barzynski selbstkritisch an. Inzwischen sei der Plan bis 2022 Handlungsgrundlage, aber: „Die Kameraden sind nicht noch einmal bereit, einen solchen Plan zu erarbeiten.“ In anderen Kommunen leisteten das, unterstützt durch die Wehren, Fachbüros.

Entschädigungssatzung wird überarbeitet

Durchgefallen im Parlament war die Entschädigungssatzung für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute; manchem schien die Höhe für die Führungskräfte überzogen. „Dabei kann man Bad Lausick nicht mit Geithain oder Kitzscher vergleichen, die Gemeinden sind territorial und gefährdungsmäßig verschieden“, so der Stadtwehrleiter und meinte an die Adresse der Stadträte: „Wir sind kein Freizeitverein. Es gibt klare gesetzliche Regelungen der Entschädigung für dieses Ehrenamt.“ Die Satzung werde zurzeit überarbeitet.

Landespolitisch gebe es nicht viel Neues: „Es gibt Geld, weit mehr als in anderen Bundesländern. Die Not der Feuerwehren und der verantwortlichen Gemeinden ist auf der Landesebene aber noch immer nicht so präsent, dass man davon einen Fortschritt ableiten könnte.“

Der Bundespräsident habe bei seiner Bad-Lausick-Visite vor ein paar Wochen zwar den plakatierten Weckruf der Feuerwehr an der Protokollstrecke wahrgenommen - „mehr aber auch nicht“. Die Feuerwehren zu stärken, sei auch keine bundespolitische Aufgabe, so Barczynski, wohl aber, „mit wachem Blick die Taten der Politiker zu hinterfragen und auch mal auf den Tisch zu hauen“.

Von Ekkehard Schulreich

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