Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Bäume im Trockenstress: Waldbrandgefahr im heißesten September seit 1880
Region Grimma Bäume im Trockenstress: Waldbrandgefahr im heißesten September seit 1880
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:08 15.09.2016
Feuer im Colditzer Forst: Zum Glück war das im Frühjahr nur eine Übung. Quelle: Andreas Döring
Bad Lausick

Erstmals in diesem Jahr prangte am Mittwochmorgen eine 5 an der Fassade des Sachsenforst-Sitzes in Leipzig, Hinweis auf die höchste aller Waldbrand-Warnstufen. „Die seit Wochen anhaltende Trockenheit ist schon ungewöhnlich“, sagt Forstdirektor Andreas Padberg, der den Forstbezirk Leipzig leitet. Es gehe ja nicht nur um eine hohe Brandgefahr in den Wäldern. Viel zu geringe Regenmengen im August und in der ersten September-Hälfte setze den Bäumen zu. Viele färben oder verlieren zeitiger als üblich ihre Blätter. Bei der Rotbuche falle der Kontrast besonders ins Auge, weil sie sehr viele Früchte trage. Von einem „vorgezogenen Herbst“ spricht Padberg deshalb. Welche Konsequenzen der habe, werde sich beim Austrieb im Frühjahr zeigen. Immerhin sei für das Wochenende Regen angesagt. Der werde die Situation etwas entspannen. Voraussichtlich gelte am Wochenbeginn in der Region die Brandwarnstufe eins.

Wie es um Wetter und Klima steht – im Forstbezirk Leipzig weiß man das aus erster Hand. Schließlich befindet sich im Thümmlitzwald eine Waldklimastation. „Die bestätigt uns ausgeprägte Wasserdefizite“, sagt Padberg. Vergleiche man das September-Wetter aktuell mit dem der vergangenen zwei Jahre, bestätigen sich die geringste Bodenfeuchte und die höchste Maximaltemperatur. Der September 2016 schicke sich an, der heißeste zu werden – seit 1880! Das sehe man den Bäumen im Wald, aber auch in Parks, Gärten und an den Straßenrändern an. Die frühe Blattfärbung sei „eine natürliche Abwehrreaktion auf den Trockenstress“. Auf jeden Fall diagnostiziere die Forstwirtschaft einen Verlust beim Holzzuwachs.

Verluste seien zum Teil auch bei den Wiederaufforstungen und dem Waldumbau zu befürchten. Immerhin pflanze man im Forstbezirk Jahr für Jahr auf bis zu 100 Hektar neuen Wald an. Manche Jungbäume dürften den Wassermangel nur schwer verkraften, so Padberg: „Hätten wir diese Situation im Frühjahr gehabt, wäre das verheerend gewesen.“ Die Borkenkäfer, die im Leipziger Raum in diesem Jahr bisher eher geringe Probleme verursachten, seien durch das Wetter begünstigt und auf dem Vormarsch. Wo es frischen Befall gebe, müsse man Bäume außerplanmäßig schlagen und schnell aus dem Wald holen.

Die Zahl der Waldbrände hält sich in diesem Jahr im Freistaat zurück. 25 Feuer habe man bisher sachsenweit registriert, heißt es aus der Sachsenforst-Zentrale. 1,7 Hektar Wald seien betroffen gewesen. Im vergangenen Jahr hätte es bis zu diesem Zeitpunkt bereits 107 Mal gebrannt. Noch erfreulicher ist die Lage im Forstbezirk Leipzig. Der letzte Brand im Landeswald liege zwei Jahre zurück. Im Wermsdorfer Wald wurden damals mehrere Hektar Roteichen vernichtet. Im Colditzer Forst brannte es im Sommer 2013 auf einer etwas kleineren Fläche. „Der Brand hier gab den Anstoß für die große Katastrophenschutz-Übung im Frühjahr“, so Padberg. Die habe gezeigt, dass alle Kräfte gut aufeinander abgestimmt seien.

An die Waldbesucher hat der Forstdirektor die dringenden Bitten, Autos nicht an Zufahrten zum Wald abzustellen. Die Wege seien unverzichtbar für Feuerwehren und Rettungskräfte. Wer sich daran nicht halte, müsse mit einer Ordnungswidrigkeits-Anzeige rechnen. Zudem: Rauchen verbiete sich im Wald zu jeder Zeit von selbst –es steht laut Waldgesetz unter Strafe. Padbergs Appell hat einen Grund: Nach dem Regen dürfte bald schon die Pilzsaison beginnen.

Informationen zur Brandsituation: www.sachsenforst.de, www.dwd.de/waldbrand

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit der Änderung des Vereinsnamens ist es nicht getan. Das weiß der Vorsitzende, Uwe Bielefeld. Auch inhaltlich muss sich das Rittergut Trebsen neu ausrichten, nachdem die Weiterbildung in der handwerklichen Denkmalpflege weggebrochen ist. Verschiedene Standbeine sollen die Einrichtung zu einem Kulturdenkmal machen.

21.04.2018

Leben wie selten soll Freitagabend in den Bad Lausicker Altstadt-Straßen herrschen, denn der Stadtförderverein lädt ein zur großen Premiere der Bad Lausicker Händlernacht. Die Besucher erwartet ein erlebnisreicher Einkaufsbummel. Die Händler warten mit einem vielseitigen Programm auf und haben besondere Angebote vorbereitet.

14.09.2016

Auf der A14 nahe des Dreiecks Parthenaue ist am Dienstag ein Transporter in Brand geraten. Der Fahrer konnte sich vorher retten. Für die Dauer der Löscharbeiten musste die Autobahn gesperrt werden. Es kam zu kilometerlangen Staus.

13.09.2016