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Grimma Baggerbiss für Grimmas Sportzentrum
Region Grimma Baggerbiss für Grimmas Sportzentrum
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00:39 14.04.2018
Der sechsjährige Kicker Lukas Reichert nimmt auf dem Schoß von Baggerführer Uwe Trandorf Platz und hebt die erste Erde. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Grimma

Der sechsjährige Lukas Reichert durfte ran – für ein kleines Stück Grimmaer Geschichte. Der Fußballsteppke der G-Jugend des FC Grimma setzte sich auf den Schoß von Baggerführer Uwe Trandorf und hob am Mittwoch mit dessen Hilfe die erste Baggerschaufel Erde für das neue Sportzentrum an der Lausicker Straße. Die Uhr zeigte 16.11 Uhr.

Mit dem symbolischen Baggerbiss beginnen die Bauarbeiten für das Sportzentrum „Husarenkaserne“. Dem voraus ging eine langwierige Diskussion in der Muldestadt, nachdem die zentrumsnahen Sportplätze zweimal überflutet worden waren. 2014 stimmte der Stadtrat schließlich der Verlegung der Fußballplätze ins hochwassersichere Gebiet an die Lausicker Straße zu und lag damit auf einer Linie mit dem Fußballclub Grimma.

Mit einem Bagger wurde am Mittwoch in Grimma der symbolische Baustart für ein hochwassersicheres Sportzentrum vollzogen. Vier Millionen Euro fließen in die neuen Anlagen.

„Genau genommen müssten wir an zwei Stellen zugleich sein“, sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Denn gleichzeitig werde im Stadion der Freundschaft mit der Aufwertung begonnen. „Dort entsteht ein vollwertiges, hochmodernes Leichtathletik- und Schulsportstadion“, betonte der Rathauschef. Mitte nächsten Jahres werde Grimma bei Sportanlagen „so gut aufgestellt sein wie noch nie“.

Auf den Flächen der ehemaligen Kasernengelände am Rande der Stadt, die Grimma 2015 von der TLG Immobilien AG erwarb und danach zunächst revitalisieren ließ, entstehen unter kommunaler Regie ein Rasen- und ein Kunstrasenplatz, das Stadiongebäude und Parkplätze. Laut Berger werden rund vier Millionen Euro verbaut. Etwa 3,28 Millionen Euro kämen aus dem Fonds zur Beseitigung von Hochwasserschäden, der Rest aus dem Verkaufserlös des Jahnstadions an den Supermarkt-Investor. „Es soll kein Euro extra aus dem städtischen Haushalt in das Projekt fließen“, bekräftigte Berger. Einen weiteren, kleinen Kunstrasenplatz errichtet der FC Grimma auf eigene Rechnung. Die geschätzten 80 000 Euro stellte ihm die Stiftung Arche Noah zur Verfügung. Der Umbau des Stadions der Freundschaft kostet eine knappe Million.

Das neue Sportzentrum werde nicht nur für den Fußballclub gebaut, sondern für alle Sportvereine aus Grimma und darüber hinaus, sagte Berger. Die Anlage sei für alle Fußballvereine wichtig, weil der Kunstrasenplatz 24 Stunden bespielbar sei. Das sei qualitativ „ein riesen Sprung“. Für den Bau von Rasen- und Kunstrasenplatz erhielt die SK Sport- & Freianlagenbau GmbH aus Hermsdorf den Zuschlag.

Der symbolischen Stunde wohnte auch FC-Präsident Egon Pape bei, der sich nach seinem Schlaganfall auf dem Weg der Besserung befindet. Berger überreichte ihm einen Pezziball, der in einen riesigen Fußball verwandelt worden war. Auch der Vizepräsident des Vereins, Frank Weike, ist froh, dass der Bau nun endlich losgeht. „Es gab eine Menge Schwierigkeiten und Räuberpistolen, die wir weitgehend aufgelöst haben“, erinnerte er. Es gehe vernünftig voran. Die nächsten Wochen und Monate seien indes eine schwierige Zeit. Die Mannschaften müssten für Training und Spiele aufs Freundschaft-Stadion und freie Plätze im Umfeld ausweichen. „Das ist für uns eine zusätzliche logistische und finanzielle Belastung.“

In Mannschaftsstärke war die G-Jugend des Vereins angerückt. Fynn Beckmann (6) kickt seit etwa einem Jahr und freut sich schon auf den neuen Fußballplatz. Lutz Weyde, der mit Hans Kaufmann die kleinen Kicker trainiert, sprach beim Baggerbiss von zwei Seiten der Medaille. Er hätte sich gut vorstellen können, hinter der neuen Hochwasserschutzwand weiter auf den alten Plätzen zu spielen. „Aber was Neues ist immer gut. Gerade für die Kinder ist es besser.“

Von Frank Prenzel

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