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Bahnhofsfest Beucha: Essen auf Rädern – Ausstellung über die Mitropa

Sandmann-Zug beim Bahnjubiläum Bahnhofsfest Beucha: Essen auf Rädern – Ausstellung über die Mitropa

Mit einem Fest im Beuchaer Bahnhofsgebäude wurde am Wochenende an die Eröffnung der Bahnstrecke Borsdorf–Grimma erinnert. Die fand vor 150 Jahren statt. Eine Tafel erinnert jetzt daran. Sonderfahrten fanden statt, eine Ausstellung erzählt die Geschichte der Mitropa.

Erinnerung an 150 Jahre Bahnstrecke: Heimatvereins-Vorsitzende Brigitte Süptitz enthüllt eine Gedenktafel vor dem Beuchaer Bahnhof.

Quelle: Roger Dietze

Brandis/Beucha. Selbst einer Ikone der deutschen Sozialdemokratie war das Bedürfnis nach Zerstreuung und geschmacklichen Genüssen nicht fremd. „August Bebel hat während seiner Borsdorfer Zeit zwischen 1881 und 1890 nachweislich hin und wieder im nach 1894 abgerissenen Bahnhofsrestaurant ein Bierchen zu sich genommen“, ließ der Borsdorfer Heimatforscher Gerhard Otto am Sonnabend die Besucher des Beuchaer Bahnhofes wissen. Dorthin hatte der Heimatverein des Brandiser Ortsteiles gemeinsam mit dem Besitzer der Immobilie, dem Beuchaer Hobby-Historiker Fred Richter, zu einer kleinen Festivität anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Bahnstrecke Borsdorf–Grimma“ eingeladen.

Für die Nachwelt festgehalten hat der Heimatverein dieses Jubiläum auf einer vom Beuchaer Steinmetz Andreas Friedrich geschaffenen Tafel, die ihren Platz auf einem auf dem Bahnhofsvorplatz aufgestellten Findling gefunden hat. „Dieser lag seit den achtziger Jahren auf dem Gelände der Meliorationswirtschaft in der Dorfstraße. Im vergangenen Jahr hat ihn der Bauhof auf unseren Wunsch hin geborgen, eingelagert und vor einigen Wochen an seinen jetzigen Platz befördert“, so die Heimatvereins-Vorsitzende Brigitte Süptitz. Für die Jubiläumsfeier wurde Beucha deshalb ausgewählt, weil hier einst die Strecke nach Trebsen abzweigte und der Bahnhof deshalb den Charakter eines kleinen Knotenpunktes besaß. Auf selbiger (Neben-) Strecke, auf der schon sehr lange kein Personenzug mehr rollt, konnten sich am vergangenen Wochenende Bahn-Nostalgiker mit dem im Volksmund Sandmann oder Ferkeltaxe genannten Schienenbus begeben, der ebenso zwischen Leipzig und Grimma verkehrte.

Aufgrund des Streckenjubiläums gab es von Leipzig aus Sandmann-Sonderfahrten über Beucha hinaus bis nach Trebsen an der stillgelegten Nebenbahn

Aufgrund des Streckenjubiläums gab es von Leipzig aus Sandmann-Sonderfahrten über Beucha hinaus bis nach Trebsen an der stillgelegten Nebenbahn.

Quelle: Frank Böhme

Während eines Stopps am Beuchaer Bahnhof hatten die Jubiläums-Gäste Gelegenheit, sich auf sechs von Fred Richter erstellten Schautafeln über die Geschichte des mobilen Speisens im Allgemeinen und der legendären Mitropa im Besonderen informieren, die vor einem Jahrhundert gegründet wurde. Optisch aufzuwerten wusste der Werbefachmann die kleine Schau mit betagtem Mitropa-Geschirr und -Besteck aus eben jenen 100 Jahren. „Genau genommen ist es so, dass die meisten dieser Sachen, die über die Jahre hinweg außerhalb der Züge und Mitropa-Gaststätten aufgetaucht sind, irgendwann geklaut wurden“, so Richter, der zum Beweis einen metallenen Mitropa-Flaschenöffner zeigte, der ganz offensichtlich mittels eines nachträglich gebohrten Loches und einer daran fixierten Kette vor eben diesem Verschwinden bewahrt werden sollte.

Apropos verschwinden: Dieses Schicksal ist in den vergangenen 150 Jahren auch so manchem Bahnhofsgebäude entlang der Strecke Leipzig – Dresden widerfahren. Im Rahmen einer Ausstellung zum Thema 150 Jahre Bahnstrecke Borsdorf – Grimma, die Gerhard Otto gemeinsam mit dem Eisenbahn-Spezialisten Frank Böhme an den vergangenen drei Tagen im Beuchaer Bahnhof präsentierte, riefen die beiden Hobby-Historiker jene verschwundenen Gebäude mittels Fotografien wieder in Erinnerung. Indes nicht ausnahmslos alle jener historischen Bahn-Immobilien wurden Opfer der Abrissbirne, wovon sich die Jubiläumsgäste mit einem Blick hin zum alten Beuchaer Abort-Gebäude selbst überzeugen konnten.

Von Roger Dietze

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