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Grimma Bahnstreik in Grimma: Ein Zug fährt überraschend
Region Grimma Bahnstreik in Grimma: Ein Zug fährt überraschend
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05:00 11.03.2011
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. Auch kein anderer Zug hatte bis nach acht Uhr den Bahnhof berührt.

Aushänge zum Streik sind nicht zu entdecken. Um die Zeit schlendern zwei Jungs aus Nerchau über den Bahnsteig, jeder eine Flasche Cola-Biermix in der Hand. Sie lernen in der Berufsausbildungsstätte in Tanndorf und scheinen ganz froh, wegen des Streiks heute nicht schon halb sieben anfangen zu müssen. Bis zehn Uhr soll der Ausstand dauern. Als völlig überraschend der 8.48-Uhr-Zug in Richtung Großbothen angekündigt wird, verduften die beiden schnell.

Der Triebwagenführer öffnet auf eine Bitte hin immerhin das Fenster. Auf die Frage, warum dieser Zug fährt, antwortet er freilich nur mürrisch: „Das sage ich nicht.“ Zur gleichen Zeit sind schon mehrere, vorwiegend junge Leute auf dem Bahnsteig, die eine gute Viertelstunde später nach Leipzig fahren möchten. Jana Zeleny und Nancy Selent warten schon seit über drei Stunden auf einen Zug nach Leipzig, sie wollen dort zu ihrer Berufsschule.

Auch andere glauben, dass jetzt wohl auch die nächsten Züge fahren. Einige Mädchen einer achten Klasse vom Gymnasium St. Augustin kaufen am Automaten mutig ihre Fahrscheine. Sie haben Wandertag und wollen zum Völkerkundemuseum. Als noch eine komplette sechste Klasse des St. Augustin dazukommt, die es am Wandertag auch nach Leipzig zieht, wird es auf dem Bahnsteig ungewöhnlich voll.

Als die Schranke sich kurz nach neun noch immer nicht schließt, dämmert den meisten: Hier fährt jetzt kein Zug. Was wenig später eine Lautsprecherdurchsage bestätigt: Wegen Streik falle der Regionalexpress aus. Die Durchsage kommt vom Schrankenwärterhäuschen. Der dort arbeitet, weiß auch nur, dass der Streik bis zehn Uhr dauern soll. Wenn doch mal ein Zug fährt, erfährt er es kurz vorher, wenn die Bahn schon auf der Strecke ist.

Nach Leipzig fährt jetzt nur ein Bus, in einer Dreiviertelstunde. Ein Linienbus – von Schienenersatzverkehr ist nichts zu sehen. Nancy und Jana wollen jetzt erst mal shoppen gehen.

Die Mitteldeutsche Regionalbahn, die unter anderem Wurzen und Bad Lausick bedient, teilte gestern mit, etwa 80 Prozent der Züge seien „nahezu planmäßig“ gefahren.

André Neumann

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