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Grimma Bahnverkehr Leipzig-Meißen über Grimma von neuer Kürzung bedroht
Region Grimma Bahnverkehr Leipzig-Meißen über Grimma von neuer Kürzung bedroht
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14:31 19.05.2015
Aktuelles Hindernis: Zwischen Großbothen und Leisnig fahren derzeit nur Busse, weil das Viadukt in Kössern umfangreich saniert wird. Quelle: Andreas Röse

Es geht um die Zukunft der Bahnstrecke Döbeln-Roßwein-Nossen. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) befindet darüber, ob der Teilabschnitt weiterhin mit Personenverkehr bedient wird.

Weil sich der Verkehrsverbund Oberelbe bereits gegen den Erhalt der Strecke Nossen-Meißen aussprach, ist von der einstigen Verbindung zwischen Leipzig und Meißen beziehungsweise auch Dresden ohnehin nur noch ein Teilstück übrig. Jetzt spielt der VMS das Zünglein an der Waage in der Frage, was vom Zugverkehr über Grimma und Naunhof in der Region übrig bleibt.

Baustellen als Störfaktor

Für den Nossener Stadtdrat Peter Wunderwald (Grüne) ist die Stilllegung der Strecke kein wirtschaftliches Problem, sondern eine Frage des politischen Willens. "Man muss den Verkehrsverbünden vorwerfen, dass sie seit 2001 nichts unterlassen haben, um die Strecke unattraktiver zu machen. Damals hatten wir mehr als 1000 Fahrgäste am Tag, heute sind es noch 400." Würden die Regionalexpresse wieder als Eilzüge zwischen Leipzig und Dresden über Grimma und Döbeln fahren, käme man schnell wieder auf 1000. Stattdessen sei erst die Direktverbindung nach Dresden gekappt, dann der Stundentakt aufgelöst worden. Inzwischen fahre der Zug aus Leipzig nur noch bis Grimma stündlich, nach Döbeln und Nossen oft nur alle zwei Stunden. Dazu kämen häufige Baustellen, aktuell jene zwischen Großbothen und Leisnig.

Wunderwald hat eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Strecke gegründet, zusammen mit Torsten Stein, Chef des Modelleisenbahnclubs Roßwein (MEC), eine Petition gestartet und bereits mehr als 4000 Unterschriften gesammelt. "Wir haben 2010 schon einmal 14 000 Unterschriften gegen die Schließung der Strecke Nossen-Meißen gesammelt. Wenn wir jetzt 6000 schaffen, hätten wir zusammen 20 000. Das wäre innerhalb eines Monats, seitdem die Aktion wieder läuft, schon sehr beachtlich", sagt Wunderwald.

Wasser auf die Mühlen jener, die gegen die Stilllegung der Strecke protestieren, sind Fälle wie jener einer 84-Jährigen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ihrem Frust aber freien Lauf lässt. Sie fahre jede Woche einmal mit dem Zug von Leipzig durchs Muldental bis nach Roßwein, weil sei dort ihrer Schwester helfen müsse, erzählt sie. Wenn die Bahnverbindung eingestellt würde, das träfe sie hart.

Strecke 147 Jahre in Betrieb

Von Großbothen aus fährt momentan wegen der umfangreichen Sanierung des Kösserner Viadukts ohnehin schon statt eines Zuges ein Bus. Doch kürzlich sei auch der Zug in Leisnig ohne Ersatz aus.gefallen. "Da musste ich mit dem Bus über Hartha nach Waldheim, von dort nach Neudorf, dann weiter nach Döbeln und dort dann in einen Bus nach Roßwein. Ich war vier Stunden unterwegs", klagt sie.Solche Umstände hielten Berufspendler von der Fahrt mit dem Zug ab, meint Stein und kündigt vehementen Widerstand an, die Strecke nach 147 Jahren im Betrieb jetzt zu schließen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2014
Sebastian Fink/Heinrich Lillie

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