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Grimma Bahrener Künstler Günter Ketelhut stirbt mit 92
Region Grimma Bahrener Künstler Günter Ketelhut stirbt mit 92
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09:20 15.02.2019
Der Bahrener Künstler Günter Ketelhut, hier zu seinem 90. Geburtstag, starb jetzt im Alter von 92. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Bahren

Trauer um Günter Ketelhut, der Zeichenstift und Pinsel nun für immer aus der Hand gelegt hat. Der bekannte und beliebte Maler und Grafiker, der viele Jahre seines Lebens in Bahren zu Hause war, starb am vergangenen Sonnabend im Alter von 92 Jahren. Muldentaler Weggefährten würdigen ihn als naturverbundenen Künstler, der immer ein großes Herz für seine Mitmenschen hatte. Seine Arbeiten und seine Handschrift finden sich an vielen Stellen in und um Grimma.

Bis ins hohe Alter ein produktiver Künstler

Günter Ketelhut sei bis ins hohe Alter ein produktiver Künstler gewesen, sagt Wolfgang Oeconomo. Der Leiter des Kunstvereins Grimma fühlte sich viele Jahre mit Ketelhut freundschaftlich verbunden und weiß, dass die gebrauchsgrafischen Arbeiten und zahlreichen Aquarelle den kreativen Mann regional bekannt machten. „Er liebte das Naturstudium, viele seiner Blätter entstanden vor heimatlichen Motiven“, so Oeconomo, der besonders die ruhige Art und Warmherzigkeit Ketelhuts schätzte.

Günter Ketelhut 89-jährig bei einer Ausstellung im Krankenhaus Grimma. Quelle: Thomas Kube

„Das Muldental verliert einen Heimatzeichner“, trauert auch Steffi Ritter um Günter Ketelhut. Die Arzthelferin aus Bahren erlebte den Künstler viele Jahre in der Hobbygemeinschaft „Bunt 2002“, in der Ketelhut noch bis vor einem Jahr den Kunstfreunden sein Wissen vermittelte. „Er war für uns alle ein Freund und Ratgeber“, sagt Ritter. „Er war bescheiden und hat immer an die Gemeinschaft gedacht.“ Es gebe kaum ein Motiv zwischen Colditz, Grimma und Wurzen, das er nicht umgesetzt habe. Ketelhut habe in seinen Bildern die Schönheit der Heimat festgehalten. „Man konnte von ihm lernen, in jedem Motiv etwas Interessantes zu sehen“, blickt die Kunstfreundin zurück und würdigt vor allem seine Aquarellmalerei.

Er gab sein Wissen an Jüngere weiter

Bis ins hohe Alter gab Günter Ketelhut sein Wissen weiter, bemühte sich um zahlreiche Nachwuchs- und Hobbymaler. So agierte er regelmäßig als Dozent von Kunst-, Grafik- und Malkursen der hiesigen Volkshochschule und organisierte eigene Kurse. Seine Energie und Freude am Leben habe sie immer beeindruckt, sagt die Leiterin des Kreismuseums Grimma, Marita Pesenecker.

Der Bahrener Kunstmaler und Grafiker Günther Ketelhut schuf auch Entwürfe für ein Altenhainer Malbuch. Quelle: Thomas Kube

Günter Ketelhut erblickte am 9. September 1926 im westpreußischen Puppendorf das Licht der Welt. Nach der Schule besuchte er 1942 die Hochschule für Navigation in Libau und wurde anschließend von den Nationalsozialisten zur Kriegsmarine einberufen, wo er Dienst auf einem U-Boot versehen musste. 1945 geriet der junge Mann in Gefangenschaft, wo er bereits mit Zeichnungen und Porträts auffiel, und ließ sich nach seiner Rückkehr in Leipzig nieder. 1951 stellte sich Ketelhut an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Prof. Kurt Massloff vor. Der Rektor schickte ihn in den Aktsaal und war sofort überzeugt vom Talent des damals 25-Jährigen. 1956 erlangte Ketelhut in Leipzig nach zehn Semestern den Diplomabschluss als Maler und Grafiker mit Auszeichnung.

40 Jahre Arbeit im Messebau

Im selben Jahr wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler und begann seine Tätigkeit bei der DDR-Agentur Dewag (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft). Später war er freischaffend tätig. Sein Job als Grafik-Designer und Ausstellungsgestalter führte ihn auf zahlreiche Messen. 40 Jahre habe Ketelhut im Messebau gearbeitet und dabei elf Länder bereist, weiß Museumschefin Pesenecker aus seiner Biografie zu berichten.

1967 Umzug nach Bahren bei Grimma

1967 zog Ketelhut nach Bahren und widmete sich seitdem verstärkt der Malerei in freier Natur. Viele seiner Aquarelle und Zeichnungen hängen heute in privaten Wohnstuben, Büros und Arztpraxen an den Wänden. Für Betriebe entwarf er auch Plakate, Logos und Briefköpfe. „Er gestaltete etwa 750 Plakate, zahlreiche Schriften und Tafeln an bekannten Gebäuden in Grimma und Umgebung“, erinnert sich Weggefährtin Richter.

Günter Ketelhut ist nun seiner Frau Traude gefolgt. Er hinterlässt eine Tochter mit Familie.

Von Frank Prenzel

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