Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Bambi zeigt Hörner: Frau rettet Rehbock – und wird verletzt
Region Grimma Bambi zeigt Hörner: Frau rettet Rehbock – und wird verletzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:34 09.03.2016
Tierfreundin Karin Steudtner nahm allen Mut zusammen und befreite einen verängstigten Rehbock aus diesen Schlingen auf einem Feld unweit von Großsteinberg. Quelle: Foto: Thomas Kube
Anzeige
Parthenstein/Großsteinberg

Die Großsteinbergerin Karin Steudtner trägt seit einigen Tagen einen dicken Verband an der linken Hand. Zu verdanken hat sie die schmerzhafte Verletzung darunter einem wehrhaften Reh. Wie üblich war die Rentnerin, die sich noch als Schriftführerin im Heimatverein Großsteinberg engagiert, mit ihrem Hund Missy, einem Stafford-Boxer-Mischling, auf ihrem Morgenspaziergang unterwegs.

Zeigte der Großsteinbergerin Karin Steudtner sein Gehörn: ein Rehbock. Quelle: Privat

Schon auf dem Heimweg, so gegen 10 Uhr, als sie in die Nähe einer etwas außerhalb des Dorfes, oberhalb der „Berghütte“ gelegenen Pferdekoppel kam, sah sie einen Rehbock. „Wild begegne ich auf meinen Spaziergängen öfter“, erzählt sie. Doch dieser habe sich an der Einfriedung recht merkwürdig benommen. Als sie näher kam, erkannte sie, dass er sich mit seinem Geweih im Weidezaun verfangen hatte. „Er hatte sich sogar schon etwas am Kopf wundgescheuert“, erzählt sie, „offenbar hatte er schon länger ,geübt’, wieder freizukommen.“ Allerdings vergeblich.

Für die couragierte 71-Jährige keine Frage, sie musste helfen. „Angst hatte ich überhaupt nicht, ich habe nur gedacht: das arme Tier.“ Sie brachte ihren Hund, „auch wenn er sich nicht wie ein Jagdhund benimmt“ etwas weiter weg, um das Wild nicht zusätzlich zu stressen. Danach ging sie zu dem Reh, um es zu befreien. Doch schon beim ersten Zugriff stieß ihr der völlig verängstigte Bock sein Gehörn zwei Zentimeter tief in die Hand.

Die Wunde blutete ordentlich

Obwohl die Wunde schmerzhaft war und „ordentlich blutete“, ließ sich Karin Steudtner nicht beirren, bis das Tier schließlich befreit war und mit Riesensprüngen das Weite suchte. Die Großsteinbergerin allerdings musste anschließend ins Krankenhaus und sich unter örtlicher Betäubung an der Hand operieren lassen. Der Arzt habe nicht schlecht gestaunt, als er von der Ursache hörte.

„Das habe ich noch nicht erlebt“, habe er zu ihr gesagt. Seitdem muss sie täglich zum Verbandswechsel und hofft nun, dass von dem Wildunfall nicht mehr als vielleicht eine Narbe bleibt. Trotzdem bereut sie nicht, selbst zur Tat geschritten zu sein, anstatt einen Förster zu informieren. „Der wäre vielleicht mit dem Gewehr gekommen“, mag sich die Tierfreundin das Ergebnis gar nicht ausmalen.

Auch in dieser Woche hat sie ihr Weg wieder in die Nähe der Koppel geführt. Und siehe da: unweit davon drei Rehe. „Vielleicht war ,meines’ mit dabei. Ich habe ihm einen guten Morgen gewünscht – wir kennen uns ja jetzt“, schmunzelt sie.

Von Ines Alekowa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag aus einer Trebsener Speditionsfirma eine Geldkassette mit einem hohen vierstelligen Betrag entwendet. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahl im besonders schweren Fall.

09.03.2016
Borna Wirtschaftstag in Zwenkau - Zukunftsstiftung Südraum prämiert

Die Zukunftsstiftung Südraum hat sich Themen mit gesellschaftlicher Relevanz verschrieben. Beim BVMW-Wirtschaftstag der Landkreise Leipzig und Altenburger Land sowie dem Burgenlandkreis am Donnerstag in Zwenkau wird sie einen Preis für wissenschaftliche Abschlussarbeiten vergeben.

09.03.2016

Kurz vor dem Richtfest steht der Erweiterungsbau des Freien Gymnasiums Naunhof. Bis zum Sommer soll der Komplex bezugsfertig sein, so dass pünktlich zum Schuljahresbeginn in den neuen Räumen unterrichtet werden kann. Eine früher ins Auge gefasste Übergangslösung ist vom Tisch.

09.03.2016
Anzeige