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Grimma Barracudas heute im Knast
Region Grimma Barracudas heute im Knast
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05:00 19.12.2009
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Trebsen/Neichen

Ob er auch ein paar Feilen im Gitarrenkasten durch die Schleusen schmuggelt? „Wer weiß. Auf jeden Fall müssen wir wohl den Stachel vom Kontrabass abkleben. Klar, der ist spitz wie ein Bajonett“, lacht Janosch.

Nichts bringt die Neichener so schnell aus der Fassung. Frontmann Frank Janosch, Gitarrist Kai „das Tier“ Hesse, Bassist Jan „Honsik“ Hartl und Drummer Olaf „Olator“ Mokschan haben schon fast alles durch: In Nitzschka flogen Motorräder nur knapp über ihre abgeduckten Häupter, sie rockten Abrisshäuser in Halle, enterten bei der Bikerparty in Nünchritz gemeinsam mit Stripperinnen den Tresen und waren beim Mannheimer Ball der Sterne dabei – so richtig mit rotem Teppich und Roberto Blanco. Nun also die Knastnummer.

„Die Insassen haben das Konzert selbst organisiert. Sie wollten unbedingt die Barracudas“, sagt Janosch nicht ohne Stolz und fügt hinzu: „Sie müssen uns also irgendwo schon erlebt haben. Wahrscheinlich trieben wir es auf der Bühne mal wieder zu bunt, sodass einige Fans ausflippten und eingefangen werden mussten“, witzelt die Band. Die vier Jungs freuen sich auf ihren Auftritt. „Wir werden wie immer alles geben: Auf den Kontrabass klettern, die Gitarre hinterm Kopf spielen, na und die Elvisgrätsche darf auch nicht fehlen. Ich denke, die Insassen werden ein sehr gutes Publikum sein“, meint Gitarrist Kai Hesse.

Die Barracudas sind nicht die ersten Rock’n’Roller hinter schwedischen Gardinen. Frontmann Janosch: „Nach einer Schlägerei saß Elvis Presley höchstpersönlich mal ein. Ich glaube, er hatte es drauf angelegt – wegen der Publicity. Hinterher kam ja auch der Film Jailhouse Rock in die Kinos. Da ging es um Knastis, die eine Band gründeten und nach ihrer Entlassung berühmt wurden.“ Im Torgauer Gefängnis soll es auch mal eine Band gegeben haben, wollen die Neichener Rock’n’Roller erfahren haben. Doch inzwischen seien alle raus.

Umso wichtiger sei das heutige Konzert. Dabei wissen die Muldentaler, dass sie sich in die Höhle des Löwen begeben. Deshalb fällt ein Titel ganz sicher der Selbstzensur zum Opfer. Es ist die Zehn-nach-Acht-Party mit der Liedzeile „doch schon bald kommt die Staatsgewalt“. Janosch: „Nicht, dass sie uns gleich da behalten.“

Haig Latchinian

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