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Grimma Barrikaden erregen Unmut in Höfgen
Region Grimma Barrikaden erregen Unmut in Höfgen
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05:00 21.05.2011
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. Grund sind zwei mit Vorhängeschlössern gesicherte Schranken, die auf dem Rad- und Wanderweg in der Muldeaue zwischen Höfgen und Förstgen fest installiert worden sind und fortan ein barrierefreies Weiterkommen unmöglich machen.

Barrierefrei ist das Schlagwort am Schlagbaum, denn besagter Weg ist auch bei den Menschen mit Behinderungen im nahen AWO-Wohnheim Höfgen sehr beliebt und wird deshalb nahezu täglich für Spaziergänge benutzt. „Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall werden neue Schlagbäume errichtet, noch dazu mitten in der Natur", schimpft deshalb Peter Hamann, einer der Betreuer im Wohnheim. Zwar habe man einen Schlüssel in Aussicht gestellt bekommen. „Aber das bedeutet dennoch einen enormen Mehraufwand in der Betreuung." Gar nicht daran zu denken, wenn mal der Schlüssel vergessen wird. „Ich traue mir nicht zu, unsere Bewohner im Rollstuhl auf abenteuerliche Weise über das Feld an den Schranken vorbei zu schieben", macht Hamann auf die Umstände aufmerksam. „Und wenn ich mit meinem dreirädrigen Fahrrad über die Wiese fahre, dann kippe ich um", moniert Holger Sehrt als einer der Heimbewohner, der aber noch daran gehindert werden konnte, es demonstrieren zu wollen.

Auch Höfgens Ortsvorsteher Gunter Hantschmann ist verärgert. Er sprach gar von einer „Nacht- und Nebelaktion", von der keiner etwas wusste. Selbst der Öko-Bauer Hannes sei erst mit der Fertigstellung darüber informiert worden. Und die Jäger sowie die betroffenen Anwohner würden erst nach und nach einen Schlüssel bekommen. „Was hat man sich nur dabei gedacht. Das ist ein viel frequentierter Rad- und Wanderweg. Das geht so nicht", beharrt Hantschmann darauf, die Schlagbäume wieder zu entfernen.

Viel frequentiert werde der Weg aber auch von Autos und Quads, die durch ein schützenswertes Biotop rasen, kontert Berger vehement. „Bisher standen dort Poller, die aber regelmäßig umgefahren oder rausgerissen wurden. Damit ist dieser Rad- und Wanderweg mitten in einem Naturschutzgebiet zur belebten Nebenstraße verkommen", legt der OBM nach. Freilich könne er den Ärger verstehen, aber es würde nicht nur Kritiker, sondern auch Befürworter geben, unter anderem besagter Bauer Hannes. Und auch die Familie Merseburger aus Förstgen, die den Weg sehr gerne und oft nutzt, ist endlich froh, „nicht mehr zur Seite springen zu müssen, wenn Autos auf dem Radweg angerast kommen."

Was das Umfahren mit Rollstühlen betreffe, so Berger einlenkend, „da kann man drüber reden, eine befestigte Umfahrung bauen zu lassen." Grundsätzlich aber sei nicht damit zu rechnen, dass die Schranken dauerhaft geöffnet oder gar zurückgebaut werden. Übrigens, so Berger, sei der Vorschlag zum Aufstellen der Schranken vom Anglerverband gekommen, der hätte das auch realisiert und finanziert.

Frank Schmidt

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