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Basketballcamp in Grimma: Amerikaner schulen Teamgeist und Charakter

Erziehung Basketballcamp in Grimma: Amerikaner schulen Teamgeist und Charakter

Das News Release Basketballcamp in Grimma, das zum mittlerweile fünften Mal von der Aktion Jugendschutz in Sachsen veranstaltet wurde, soll den Teilnehmern nicht nur sportlich einiges mit auf den Weg geben. Sie sollen dort vor allem wichtige Lektionen über das Leben lernen und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Gemeinsam stark – neben dem Basketball stand vor allem das Miteinander im Vordergrund des fünften News Release Basketballcamps in Grimma.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Andrew Cummings steht an der Mittellinie, fokussiert den Korb. Der Amerikaner muss treffen, damit die Camp-Teilnehmer Eiscreme bekommen. Zwei Mal hat er bereits verworfen. Letzter Versuch. Etwa vierzig Kinder und Jugendliche feuern den 25-jährigen Trainer an. Gefühlt in Zeitlupe fliegt der Ball quer durch die Sporthalle des Grimmaer St. Augustin-Gymnasiums – und landet sauber im Korbnetz. Die Menge jubelt.

Doch bevor genascht werden darf, wird Basketball trainiert. Denn darum geht es in den News Release Basketballcamps. Aber nicht nur, erklärt Trainer Cummings. „Um im Spiel erfolgreich zu sein, reicht sportliche Leistung nicht aus. Die Spieler müssen ein Team sein, aufeinander eingehen. Sie lernen auf dem Feld Dinge, die im Leben auch abseits des Sports wichtig sind.“

Fünf Tage lang leben die Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 18 Jahren mit den Trainern und Betreuern auf engstem Raum. Sie trainieren nicht nur gemeinsam, sie übernachten auch alle in der Sporthalle, nehmen alle Mahlzeiten in der Gruppe ein. Auch wenn das nicht immer einfach ist, schweißt es zusammen. „Der Kontakt zwischen allen ist sehr gut. Natürlich verbringe ich die meiste Zeit mit Gleichaltrigen, aber besonders die Jüngeren suchen schon den Kontakt“, sagt der 18-jährige Fred Brodhuhn.

es geht nicht nur um Basketball bei News Release

es geht nicht nur um Basketball bei News Release.

Quelle: Thomas Kube

Auch dabei gehe es nicht nur um Basketball. „Ich habe gerade das Abi bestanden, die wollen dann wissen, ob es schwer war und was ich jetzt machen will – Chemie studieren“, sagt Fred. Der junge Mann war von Anfang an mit dabei, kann sich vorstellen im nächsten Jahr als Helfer wiederzukommen. Ihm gefällt nicht nur der Sport, sondern vor allem die Gespräche zwischen den Coaches und den Teilnehmern. „Auch wenn es nicht um Missionierung geht, stehen christliche Werte schon auf der Tagesordnung.“

Die Organisation News Release wurde 1970 in Los Angeles gegründet

Denn die Organisation News Release, über die Coach Cummings und seine Kollegen in das Camp gekommen sind, hat sich der Vermittlung christlicher Werte über den Sport verschrieben. 1970 in Los Angeles gegründet, sind die Trainer mittlerweile in ganz Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Italien, der Schweiz und anderen europäischen Ländern unterwegs. Cummings lebt sogar seit zwei Jahren in Deutschland, spielt im bayerischen Lauf an der Pegnitz und trainiert die örtlichen Jugendmannschaften. „Ich liebe Deutschland, es gefällt mir hier und ich möchte bleiben“, freut sich der gebürtige Texaner.

Starkes Team

Starkes Team: Robin Hahn, Stephanie Kießling, David Hillig und Fred Brodhuhn (v.l.).

Quelle: Thomas Kube

Er hätte die Möglichkeit in Deutschland Basketball auf Profi-Niveau zu spielen, hatte verschiedene Angebote aus den obersten Ligen. „Aber mir liegt die Arbeit mit den Jugendlichen wirklich am Herzen. Das ist es, was ich mit meinem Leben machen will“, betont er. Er habe erst spät mit dem Sport angefangen, hatte niemanden, der ihn an die Hand genommen und motiviert hat.

Jugendliche sollen über ihr Leben nachdenken

Die Idee Jugendliche durch den Sport dazu zu bringen, über ihr Leben nachzudenken, hat Uwe Killisch dazu gebracht, die News-Release-Trainer nach Grimma zu holen. Als Referent für Kinder- und Jugendschutz in Sachsen und als Vater macht er sich oft Gedanken darüber, wie man Kindern das Selbstbewusstsein geben kann, die Finger von Drogen und sich nicht negativ beeinflussen zu lassen. „Beim Sport lernt man sehr schnell, dass man dann weiter kommt, wenn man sich an die Regeln hält“, bringt der 46-Jährige seine Motivation für das Camp auf den Punkt.

Die Idee ist, Jugendliche durch den Sport dazu zu bringen, über ihr Leben nachzudenken

Die Idee ist, Jugendliche durch den Sport dazu zu bringen, über ihr Leben nachzudenken.

Quelle: Thomas Kube

Am Basketball gefalle ihm, dass der Ausgang bis zur letzten Sekunde offen sei, dass man immer noch eine Chance hat zu gewinnen. Und dass es kein Unentschieden gibt. Denn auch verlieren will gelernt sein. „Natürlich sollen die Jugendlichen auf Sieg spielen. Wenn sie alles gegeben haben, ist es aber eben auch nicht schlimm, wenn sie mal verlieren. Dann klappt es beim nächsten Mal.“

Das ist nur eine der Lektionen, die die Teilnehmer im Camp lernen sollen. Sie wurden am ersten Tag nach Alter, Größe und Leistung in Gruppen aufgeteilt. In diesen gibt es jeden Tag Gesprächsrunden, bei denen ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt steht. Die Coaches leiten das Gespräch ein, in dem sie eine persönliche Geschichte erzählen und dann zu einer Diskussion anregen. „Heute ging es zum Beispiel darum, wie man seine Teammitglieder unterstützen kann, wie man anderen hilft“, sagt Fred.

Mädchenanteil ist gering

Die lockeren und doch wichtigen Gespräche gefallen Marei Rockstroh besonders. Die 15-Jährige spielt eigentlich Volleyball, ist trotzdem seit drei Jahren bei den News Release Camps dabei und will im nächsten Jahr wieder kommen. „Ich mag Basketball und ich finde man lernt hier wirklich was. Das menschliche Miteinander, der Umgang. Ich finde diese christlichen Werte gut, auch wenn ich selber nicht in die Kirche gehe“, so die junge Frau.

Der Anteil an Mädchen im Camp ist im Vergleich zu den Jungs gering

Der Anteil an Mädchen im Camp ist im Vergleich zu den Jungs gering.

Quelle: Thomas Kube

Der Anteil an Mädchen im Camp ist im Vergleich zu den Jungs gering. Uwe Killisch erklärt sich das auch mit der medialen Darstellung des Sports. „Basketball ist in Deutschland kaum ein Thema, besonders hier in der Region. Und wenn dann geht es nur um Männerbasketball. Dirk Nowitzki, Daniel Theis und wie sie nicht alle heißen.“ Er würde sich freuen, würden mehr Mädchen teilnehmen. So wie seine Tochter Elisabeth, genannt Betti. Killisch hat die 15-Jährige mit etwas Überzeugungskraft in diesem Jahr zum fünften Mal zur Teilnahme bewegt.

Teilnehmer sollen Englisch sprechen

Sie hat diesmal sogar noch eine Freundin dabei. „Ich bin gar nicht besonders sportlich, aber es macht mir schon Spaß hier und man kann sein Englisch nebenbei echt aufbessern“, so die baldige Zehntklässlerin. Andrew und seine Kollegen sprechen überwiegend Englisch. Es wird zwar viel übersetzt, aber auch die Teilnehmer sind dazu angeregt, Englisch zu sprechen. Vor dem Interview mit der LVZ lässt Cummings sich von seinen Schützlingen ein paar Sätze auf Deutsch übersetzen, übt mit ihnen die Aussprache (zu sehen im Video auf www.lvz.de/grimma). So lernt jeder etwas vom anderen. Ganz wie es sich Killisch jedes Jahr aufs Neue wünscht.

Von Nathalie Helene Rippich

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Colditzer Straße 30, 04668 Grimma
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Grimma in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

Luftbildaufnahme des Zentrums von Grimma.
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