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Grimma Baumfällaktion: Amtsgericht verhängt Geldstrafe gegen Grimmaer OBM
Region Grimma Baumfällaktion: Amtsgericht verhängt Geldstrafe gegen Grimmaer OBM
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15:06 29.01.2015
Die Mulde fließt unter der Pöppelmannbrücke in Grimma entlang und überschwemmte im Juni 2013 die Uferbereiche. Quelle: dpa
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Grimma

Vorgeworfen wird Berger eine „leichtfertige Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete".

Wie Malte Fischer, Pressesprecher des Amtsgerichtes, am Donnerstag auf Anfrage der LVZ weiter bestätigte, legte Bergers Verteidiger bereits Einspruch ein. „Derzeit nimmt er Einsicht in die Ermittlungsakte seines Mandanten. Sollte der Einspruch danach zurückgenommen werden, ist der Strafbefehl rechtskräftig. Andernfalls kommt es zu einer öffentlichen Hauptverhandlung." Laut Richter Fischer folgte das Amtsgericht Grimma bei seiner Einschätzung des Strafmaßes dem Antrag der Staatsanwaltschaft Leipzig.

Berger: Vorbeugender Hochwasserschutz

Zur Last gelegt wird dem Stadtoberhaupt, zwischen dem 14. und 28. Februar 2014 die Abholzung von 6300 Quadratmetern des Grimmaer Stadtwaldes veranlasst zu haben. „Dadurch ging der Lebensraum für europarechtlich geschützte Tierarten wie etwa das Große Mausohr oder die Mopsfledermaus verloren", so Fischer.

In einer ersten Stellungnahme kritisierte Berger gestern auf LVZ-Nachfrage die gegen ihn verhängte Sanktion: „Ich bin der Meinung, dass die Fällaktion zwingend nötig war, da die Bäume nach dem verheerenden Hochwasser 2013 nicht mehr standsicher waren. Bei einer erneuten Flut hätten sie mitgerissen und spätestens an der Pöppelmannbrücke zum Fließhindernis werden können." Er erachte die Aktion als Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz.

Staatsregierung: Kein Handlungsbedarf

Neben Befürwortern meldeten sich nach der Fällaktion vor allem Kritiker zu Wort. Sie brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass es sich um einen schwerwiegenden Eingriff in das Naturschutzgebiet Auewald handelte und Genehmigungen im Vorfeld nicht eingeholt wurden. Der damalige Grünen-Abgeordnete im Landtag, Miro Jennerjahn, stellte seinerzeit eine kleine Anfrage: „Es wurden rund 170 Bäume gefällt und weitere 9000 Quadratmeter kartierten Lebensraums durch die Fällaktion beeinträchtigt. Das Landratsamt Landkreis Leipzig wurde erst nach erfolgter Fällung durch einen Naturschutzhelfer informiert. Die Fällung erfolgte ohne Genehmigung. Im Sinne des Hochwasserschutzes hat es laut Auskunft der Staatsregierung keinen Handlungsbedarf gegeben."

Haig Latchinian

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