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Grimma Bausoldaten: Grimmaer bereiten Ausstellung vor
Region Grimma Bausoldaten: Grimmaer bereiten Ausstellung vor
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05:00 27.05.2011
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. Nachdem sie das als Gemeinschaftsprojekt zuerst im Stadtrat Borna vorgestellt haben und gestern auch im Grimmaer Stadtparlament, werden sie es den Besuchern zum Kirchentag in Dresden präsentieren. Unterstützung erfahren sie dafür von der Kirchgemeinde Nerchau sowie von der CDU-Bundestagsabgeordneten Katharina Landgraf.

Aufgegriffen wurde das Thema von Nadine Schrempel. Die Schülerin hatte bei einem Urlaubsbesuch auf der Insel Rügen ein Schlüsselerlebnis – der Koloss von Prora war es, der gewissermaßen den Stein ins Rollen brachte. Jener Ende der 30-er Jahre gebaute 4,5 Kilometer lange Ferienkomplex direkt an der Küste, in dem nach nationalsozialistischer Ideologie bis zu 20 000 Menschen „Kraft durch Freude" tanken sollten. Nadine hatte davon noch nie etwas gehört und beschäftigte sich intensiver damit, schrieb gar eine Facharbeit darüber. Und dabei wurde sie mit den Bausoldaten konfrontiert, die in der DDR-Zeit dort stationiert waren.

Bei ihrer intensiven Recherche sei sie auch darauf gestoßen, „dass die Bausoldatenzeit viel zu wenig aufgearbeitet wurde. Es ist ein Thema, das an vielen Menschen nur vorbeigegangen ist", zeigte sich Nadine überzeugt. Indes stieß sie bei Arno Leye, Pfarrer der Kirchgemeinde Nerchau, auf offene Ohren. Denn auch er selbst war von 1987 bis zur Wende Bausoldat, konnte authentisch über diese Erfahrung berichten und freute sich über Nadines Interesse an diesem Thema. „Sie hatte dafür ein gutes Umfeld. Etwa die Lehrer, die sie unterstützten. Die Eltern, die ihr Mut gemacht haben, sich dieser Geschichte anzunehmen. Und die Mitschüler, die bereit waren, sich davon begeistern zu lassen – das freut mich sehr", sagt der Geistliche. Synergieeffekte führten dazu, dass Nadine zu diesem Thema vor der Kirchgemeinde in Nerchau referiert und folglich von Pfarrer Leye das Angebot kam, damit auf dem Kirchentag präsent sein zu können.

Dabei war sich Herma Lautenschläger, Fachleiterin für Gesellschaftswissenschaften am Grimmaer Gymnasium, erst gar nicht schlüssig, habe sogar mit den Schülern intensiv darüber diskutiert, ob man in diese Richtung gehen könne. „Was wissen wir denn wirklich über die Nachkriegsgeschichte von Prora, außer den drei oder vier Zeilen aus dem Geschichtsbuch", gab sie zu bedenken. Doch Nadine und ihre Mitschüler waren derweil zu tief in das Thema eingedrungen, man hätte sie davon nicht mehr abhalten können. „Weil das Projekt sich sehr persönlich menschlich entwickelt hat", konstatierte die Lehrerin. „Besonders durch die Zeitzeugengespräche, die sichtbar machten, dass die Leute genau wussten, welche Konsequenzen sie als Waffenverweigerer in der DDR auf sich nahmen." Dabei hatte es sich Nadine bei der Suche nach Zeitzeugen nicht einfach gemacht. Sei sogar dafür extra nach Berlin gereist, um Prominente wie Rainer Eppelmann ebenso persönlich zu befragen wie halt auch mit Pfarrer Arno Leye Menschen hier in der Region. Und mit Stefan Wolter gelang es, einen Buchautor zu gewinnen, der ebenfalls als Zeitzeuge das Buch „Der Prinz von Prora" schrieb und daraus zum Kirchentag am Stand „Bausoldaten in der DDR" liest.

Frank Schmidt

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