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Grimma Baustopp für Windpark in Schkortitz – Betreiber zum Stillstand verdammt
Region Grimma Baustopp für Windpark in Schkortitz – Betreiber zum Stillstand verdammt
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11:21 22.02.2017
Gunter Hantschmann weht ein anderer Wind ins Gesicht, der das Aus für den Windpark Schkortitz bedeutet. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Grimma

Der Windpark in Schkortitz nahe der S 38 steht vor dem Aus. Das Gros der sechs Windräder hat nach gut 20 Jahren die Betriebsrente erreicht, weshalb vier Windkraftanlagen durch neue ersetzt werden sollen. Repowering nennt das der Fachmann. Und dafür hatte das Landratsamt dem im Dezember 2014 gestellten Bauantrag im Oktober 2016 zugestimmt, so dass von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Windpark Schkortitz, bestehend aus mehreren Personen, eine sofortige Baubeginnanzeige gestellt wurde. Bis Weihnachten 2016 wurden die Baufelder vorbereitet, wozu auch das Herstellen von Baustraßen gehört. All das unter der Prämisse, den Windpark in Größe und Umfang so zu modernisieren, wie er seit

Davon hat die Grüne Liga Sachsen als „Netzwerk ökologischer Bewegung“ Wind bekommen und am 29. Dezember 2016 gerichtlich den vorläufigen Baustopp erwirkt, mit dem Ziel, dass die Baugenehmigung durch das Landratsamt zurückgezogen wird. „Damit ist die Grüne Liga zwar nicht durchgekommen, dennoch sind wir zum Stillstand verdammt“, ärgert sich Hantschmann. Denn keiner wisse, wie das Verfahren entschieden wird. Im schlimmsten Fall würde ein Rückbau im Raum stehen. „Es gibt zwar ein Eilverfahren im März, die Hauptverhandlung irgendwann“ weiß Hantschmann. Ursprünglich sollten die neuen Windräder im April ans Netz gehen. „Aber zum Hauptproblem für uns Betreiber wird die Änderung im Einspeisegesetz, welches ab diesem Jahr gilt. Ergo, mit jedem Monat Verzug leide die Wirtschaftlichkeit. Ganz zu schweigen von den bisherigen Kosten für Bauanträge und Baubeginn in Höhe von etwa 250 000 Euro. „Ausgegeben für nichts“, sagt Hantschmann.

Ein Grund für das mögliche Scheitern sieht Falk Zeuner, ein weiterer Betreiber, im Handeln der Genehmigungsbehörde, sprich des Landratsamtes. Das habe „unsauber gearbeitet, unzureichend dokumentiert und in der Stellungnahme auch noch falsche Begründungen geliefert, was die Erfolgsaussichten vor Gericht wesentlich verschlechtert“, konstatiert er in einem Schreiben an die Betreiber der AG Windpark Schkortitz. Wollte man den günstigsten Fall annehmen und vor Gericht Recht bekommen, so Zeuner weiter, wäre das auch „nur ein Pyrrhussieg“, da es unwahrscheinlich sei, von der Genehmigungsbehörde Schadensersatz zu fordern.

Von dort gab es auf Anfrage zunächst die Bestätigung zum Baustopp als Folge eines Widerspruches gegen die Genehmigung des zuständigen Umweltamtes durch die Grüne Liga. Darüber hinaus, so teilte Behördensprecherin Brigitte Laux mit, wolle man sich inhaltlich mit Rücksicht auf das laufende Verfahren vor Gericht zurückhalten. Von der Grünen Liga war in dieser Sache kein Ansprechpartner erreichbar.

Von Frank Schmidt

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