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Grimma Bausünden kommen Altenhainer Unternehmer teuer zu stehen
Region Grimma Bausünden kommen Altenhainer Unternehmer teuer zu stehen
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00:28 09.03.2018
Zimmerer Frank Schwarze hat ohne Genehmigung eine Halle vorn an ein bestehendes Gebäude angesetzt. Um dies im Nachhinein zu legalisieren, war ein langes, kostspieliges Verfahren nötig. Quelle: Thomas Kube
Trebsen/Altenhain

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Nicht immer trifft dieses Sprichwort zu. Zwei Altenhainer bekamen sich in die Wolle, weil einer einen Container aufgestellt hatte und sich der andere dadurch in seiner Ruhe gestört fühlte. Das Bauordnungsamt schaute sich den Fall an und zugleich in der Nachbarschaft um. Und dabei stieß die Behörde auf ungenehmigte Bauten Dritter. Kein Einzelfall, doch hier der Beginn eines langen, teuren Verfahrens.

Bauordnungsamt entdeckt Missstände

„Es kommt öfter vor, dass das Bauordnungsamt, wenn es denn einmal gerufen wurde, in der Umgebung Missstände aufdeckt, weil jemand unwissentlich etwas illegal errichtet hat“, schildert die Trebsener Bauamtsleiterin Marika Haupt. Normalerweise ließen sich diese Mängel beseitigen, indem nachträglich Bauanträge gestellt werden. An der Altenhainer Wiesenstraße stellte sich die Lage jedoch komplizierter dar.

Bauten ohne Genehmigung

In der wilden Zeit des Systemwechsels Anfang der 1990er-Jahre errichtete Sven Sedlaczek im Garten hinter seiner Werkstatt für Orthopädieschuhtechnik Pferdeställe, ohne dafür eine Genehmigung einzuholen. Es handelte dabei um den Außenbereich des Ortes, in dem allenfalls eine landwirtschaftliche Nutzung erlaubt ist. Zwei Grundstücke weiter entdeckte das Bauordnungsamt Anbauten an der Zimmerei Schwarze in Form einer Halle für die Holzlagerung, auch dies ohne behördliches Okay errichtet.

„Weil es sich bei dem Einen um Außenbereich handelte und beim Anderen die Anbauten zu groß waren, eröffneten sich uns nur zwei Wege. Wir konnten den Abriss fordern oder einen verbindlichen Bebauungsplan erstellen“, schildert Marika Haupt. Der Stadtrat entschied sich 2014 in Abstimmung mit dem Ortschaftsrat für Letzteres, weil er die Gewerbetreibenden nicht ruinieren wollte. Seitdem läuft das Verfahren, das sich nun seinem Ende entgegen neigt.

Änderungen des Bebauungsplans

Zunächst überplante die Stadt Sedlaczeks Grundstück. Alles war schon weit gediehen, da entschloss sich Schwarze, sich mit seinem Grundstück in die Problemlösung integrieren zu lassen. So erweiterte die Kommune den Bebauungsplan, der den Namen „Mischgebiet Wiesenstraße und Sondergebiet Hobbytierhaltung“ erhielt. Mehrfach musste er geändert werden, weil Behörden Einsprüche geltend machten. Zuletzt äußerte Sedlaczek den Wunsch, sein Gebäude zu erweitern, weshalb Stellflächen für Kunden verlagert werden müssen. Dadurch muss der Plan nun ein viertes Mal öffentlich ausgelegt werden. Marika Haupt: „Ich hoffe, das ist dann das letzte Mal.“ Es gibt zwar eine Altenhainer Familie, die der Kommune eine Gefälligkeitsplanung vorwirft. Doch deren Argumenten hat der Stadtrat bislang stets widersprochen.

Bezahlen müssen das ganze Prozedere die beiden Unternehmer. „Das war ein langer harter Kampf, der jeden von uns beiden ein paar Tausend Euro kostet“, erklärt Zimmerermeister Frank Schwarze (46), der betont: „Meinen Fehler sehe ich ein, jetzt ist alles in Ordnung.“ Orthopädieschuhtechnikermeister Sven Sedlaczek zeigt sich ebenfalls mit dem momentanen Stand zufrieden. „Ich würde mich freuen, wenn alles gut geht, warte aber zunächst das endgültige Ergebnis ab“, lässt er wissen.

Dritter freut sich

Wenn zwei sich mit den Behörden einigen, freut sich der Dritte. Zwischen Sedlaczek und Schwarze steht ein Einfamilienhaus, das mit überplant wurde, ohne dass die Eigentümer etwas zahlen müssen. „Ihr Baufeld haben wir etwas vergrößert, so dass sie in geringem Maße etwas anbauen dürfen“, erklärt Haupt.

Sie rät allen, die auf ihren Grundstücken bauliche Veränderungen vornehmen wollen, bei ihr im Rathaus vorzusprechen, sie anzurufen oder ihr eine E-Mail zu schreiben. „Ohne dass es etwas kostet, können wir klären, ob eine Genehmigung notwendig ist“, verspricht sie.

Von Frank Pfeifer

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