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Grimma Bauteilearchiv und Bergelager Trebsen wird abgewickelt
Region Grimma Bauteilearchiv und Bergelager Trebsen wird abgewickelt
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12:16 25.09.2018
Bestandsaufnahme: Stefan Reuther (r.) vom Landesamt für Denkmalpflege und Uwe Bielefeld vom Förderverein Rittergut stehen in einer Blockbohlenstube aus dem Jahr 1792, die einst in Heuersdorf stand. Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Unter die Geschichte des Sächsischen Baustoffarchivs samt Bergelager in Trebsen wird nun der finale Schlussstrich gezogen. Dafür war schon öfter der Stift angesetzt worden, wie Uwe Bielefeld vom Förderverein Rittergut Trebsen berichtet. Er gibt nun die Verantwortungs- und Verwaltungshoheit dieser historischen Baustofflager ab.

Mehrfache (zunächst vielversprechende) Gespräche mit der sächsischen Landespolitik, um eine Entscheidung zum Verbleib der Baustoffe herbeizuführen, liefen ins Leere. Noch mit Beginn des Sommer hatte der Freistaat erklärt, nach Lösungen zu suchen – passiert sei aber nichts, bedauert Bielefeld. Vor dem Hintergrund, „dass wir als Förderverein das Objekt in der ehemaligen Zellstofffabrik bis zum Jahresende definitiv räumen müssen, weil es nicht den baurechtlichen und brandschutztechnischen Anforderungen genüge, vom fehlenden Hochwasserschutz ganz zu schweigen. Erst der von Bielefeld öffentlich aufgebaute Druck über die Medien habe bewirkt, dass Bewegung in die Abwicklung des historischen Baustofflagers kommt.

Komplette Erfassung des Bestandes

Einhergehend mit einer klaren Aussage, dass der Freistaat durchaus Interesse daran habe. Und das wird nun mit einer Bestandserfassung der historischen Baustoffe untermauert. Ziel sei es, genau zu ermitteln, wie viele Baustoffe vorhanden sind und umgelagert werden müssen. Dabei spiele der zukünftige Lagerort eine nur untergeordnete Rolle. Im Gespräch ist dafür unter anderem die Hubertusburg in Wermsdorf.

Die Bestandsaufnahme jetzt sei aber nur die Fortsetzung einer Erfassung, die bereits im Jahr 2014 begonnen hat, wo Bausteile und -stoffe inventarisiert worden waren, stellt Stefan Reuther vom Landesamt für Denkmalpflege klar. Er ist Restaurator und kennt die Situation in Trebsen. Zum einen stammt er aus dem Nachbarort Neichen, zum anderen ist er als Referent in den 90er-Jahren in Sachen Denkmalpflege im Schloss Trebsen aktiv gewesen. Reuther betont, „dass das Landesamt für Denkmalpflege schon immer Interesse daran hatte, sogar Gründungsmitglied des damaligen Fördervereins für Handwerk und Denkmalpflege war und wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Trebsener Fortbildungszentrums hatte, wo das Bergelager integriert war.“

Bestand für Fortbildung im Denkmalbereich wertvoll

Die 2014 begonnene Bestandssichtung wurde unter dem Aspekt der verschiedenen Materialien wie Stein und Stuck, Metall, Wandmalerei, bemalte Oberflächen und Holzdecken sowie Fenster und Türen vorgenommen. Wohl auch, wie Reuther weiß, weil daran ein großes Interesse besteht, insbesondere für die handwerkliche Fortbildung im Bereich Denkmalpflege. Im Widerspruch dazu steht, dass es deutschlandweit nur in Trebsen möglich war, eine praktische Prüfung zu machen. Für die Meister als Restaurator im Handwerk und für Gesellen als Fachhandwerker für Denkmalpflege.

Ginge es nach Bielefeld, sollte man für diese historischen Baustoffe ein für die Öffentlichkeit zugängliches Schaudepot schaffen. Aber das sei wohl personell und finanziell ein Problem. Indes gibt es am 29. September für Jedermann die Gelegenheit, sich im Bergelager umzuschauen, wenn in der Zeit von zehn bis 16 Uhr der definitiv letzte Abverkauf stattfindet.

Von Frank Schmidt

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