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Grimma Bauvorhaben am Klinikum Grimma liegt auf Eis
Region Grimma Bauvorhaben am Klinikum Grimma liegt auf Eis
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00:32 08.07.2015
Wildwuchs zwischen Bebel- und Kleiststraße: Auf dieser Fläche in Nachbarschaft des Klinikums möchte die Bad Lausicker Firma Condrac betreutes Wohnen ermöglichen. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Deshalb begrüßte die Stadtverwaltung auch die Absicht der Condrac Immobilien GmbH mit Sitz in Bad Lausick, auf dem Grundstück eine Anlage mit circa 50 altersgerechten Wohnungen zu errichten. Der Stadtrat hatte demzufolge in seiner jüngsten Sitzung eine Beschlussvorlage zur Aufstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Altersgerechtes Wohnen am Klinikum Grimma" auf dem Tisch. Dennoch wurde die Entscheidung darüber zunächst erst einmal vertagt.

Als Grund nennt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) "terminologische Unklarheiten". Der Condrac-Vertreter habe in der Sitzung nicht klarstellen können, ob es sich bei dem Vorhaben um altersgerechtes oder betreutes Wohnen handelt. Der Unterschied aber sei entscheidend. Altersgerechtes Wohnen, so Berger, finde man inzwischen überall in Grimma. Die Wohnungsunternehmen hätten in den vergangenen Jahren viele Objekte barrierefrei umgebaut. 50 altersgerechte Wohnungen von Condrac "wären da eine Konkurrenz zu dem, was unsere Wohnungsunternehmen anbieten", gibt Berger zu bedenken. Bei betreutem Wohnen hingegen, das sich bisher auf das Mehrgenerationshaus PH (Punkthaus) 9 beschränkt, sieht er Nachholebedarf. Die Frage sei hier jedoch, welchen Pflegedienst die Bad Lausicker dazu mit ins Boot holen. In Grimma sei eine Reihe von Wohlfahrtsverbänden wie Caritas und Diakonie aktiv, die von Schuldnerberatung bis Jugendhaus eine breite Palette an Sozialleistungen anbieten. Die allerdings, sagt der OBM, würden gerade über ihre Pflegedienste andere, eher defizitäre Bereiche finanzieren. Seine Schlussfolgerung: "Betreutes Wohnen wäre in Ordnung, aber mit den hiesigen Wohlfahrtsverbänden und nicht mit einem auswärtigen." Eine andere Konstellation "würde das soziale Geflecht in Grimma negativ beeinflussen". In der kommenden Woche, am 9. Juli, soll es ein entsprechendes Gespräch mit Condrac und den Verbänden geben. Bei einer Einigung werde man das Vorhaben nochmals im Stadtrates einbringen.

Immerhin, so Lischke, berge das Bauvorhaben die Chance, "diesem Gebiet ein besseres Erscheinungsbild zu geben und damit den gesamten Stadtteil West aufzuwerten". Gegenwärtig ist die Fläche ohne Nutzung. Östlich grenzen die Abstellflächen der Otema an, westlich das Betriebsgelände von Straßenbau Kunze, weshalb im Rahmen des Bauleitplanverfahrens die nachbarschaftliche Verträglichkeit geprüft werden müsste. Kurz nach der Wende, in den 1990er-Jahren, hatte die Stadt den Bebauungsplan "August-Bebel-Straße/Vorwerkstraße" aufgestellt. Auf dessen Grundlage entstanden seitdem die Eigenheimgebiete südlich der Vorwerkstraße sowie das Geschäftshaus auf der Spitze von Bebel- und Vorwerkstraße. Das von Condrac fokussierte Flurstück war seinerzeit genauso wie weitere angrenzende als private Grünfläche festgesetzt worden. "Doch diese strategische Zielstellung wurde seitdem nicht umgesetzt", sagt Lischke.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.07.2015
Ines Alekowa

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