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Bebauungsplan für Parthenstraße in Naunhof weiter in der Warteschleife

Naunhof Bebauungsplan für Parthenstraße in Naunhof weiter in der Warteschleife

Der Bebauungsplan für die Parthenstraße in Naunhof wird die Stadträte erneut beschäftigen. Bislang war im Parlament keine Mehrheit für den Erschließungsvertrag zu erzielen. Die Abgeordneten fordern mehr Informationen, etwa zum Erschließungsträger.

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Auf diesem Stück Land am Ende der Parthenstraße soll ein neues Wohngebiet entstehen. Doch der Stadtrat winkt den Erschließungsvertrag nicht durch.

Quelle: Thomas Kube (Archiv)

Naunhof. Spannend wird es gegen Ende der heutigen Stadtratssitzung. Dann will die Verwaltung über den Stand zum Bebauungsplan an der Parthenstraße berichten. Bisher war es ihr nicht gelungen, für den Erschließungsvertrag die Zustimmung des Parlaments zu erhalten. Die Abgeordneten vertagten das Thema auf die jeweilige nächste Sitzung mit der Bitte um mehr Informationen und Änderungen der Unterlagen.

Im hinteren Bereich der Parthenstraße, so sieht es der Plan vor, sollen 25 bis 27 Eigenheime errichtet werden. Das begrüßten die Stadträte zwar grundsätzlich, doch im Detail hatten sie Bedenken. Als Erschließungsträger wurde die Kompetenz Bulgaria EOOD in Sofia genannt, für die André Roßnagel handle. Nach dessen Vater sollte eine Straße im Wohngebiet benannt werden. Die Firma steht noch nicht im Grundbuch. Als Gläubiger übernimmt eine andere Gesellschaft, die Kompetenz Int. Consulting Assekurranzmakler GmbH in Wendelstein, eine Bürgschaft für die Erschließung in Höhe von bis zu einer halben Million Euro. Alles in allem ein Konstrukt, das die Abgeordneten nicht durchschauten und das ihnen deshalb suspekt vorkam.

Inzwischen brachte André Roßnagel Licht ins Dunkel. Sein Vater habe die Grundstücke an der Parthenstraße gekauft – „sie sind durch eine Versteigerung an mich gegangen“, sagte er. Seit 1991 sei er Eigentümer der Kompetenz Int. Consulting Assekurranzmakler GmbH. Ihm gehöre auch die bulgarische Firma, die er 2007 gründete und die bisher Rewe-Märkte in Tschechien, Bulgarien und Rumänien baute. Da sie jetzt freie Kapazitäten habe, solle sie die Erschließung an der Parthenstraße übernehmen.

„Ich habe die Grundstücke bezahlt, die Eintragung im Grundbuch ist nur noch ein formaler Akt“, versicherte Roßberg. „Ich will sie nicht brachliegen lassen, sondern etwas Gutes für Naunhof tun.“ Die Bürgschaft sei extra über seine deutsche Gesellschaft mit einem deutschen Kreditinstitut vereinbart worden, um Vertrauen zu schaffen. Sollte die Erschließung nach dem Vertragsabschluss nicht erfolgen, könne die Stadt die halbe Million Euro von der Bank abholen. Im Übrigen sei die Bitte, eine Straße nach dem Vater von Roßberg zu benennen, aus dem Kontrakt gestrichen worden. Außerdem, so warb Bauamtsleiter Thomas Hertel für eine Zustimmung des Stadtrats, will der Erschließungsträger der Stadt 40 000 Euro für den Bau eines Radwegs zur Verfügung stellen. Das entspreche 20 Prozent der Gesamtkosten, der Rest solle über Fördermittel abgedeckt werden.

Überzeugen ließ sich der Stadtrat von alldem nicht. Dieter Schenk von der Bürgerinitiative Naunhof (BiN) misstraut der bulgarischen Rima. „Ihr Grundkapital beträgt zwei Leva, also nur einen Euro“, sagt er. Gerold Meyer (CDU) fordert eine Selbstauskunft des bulgarischen Unternehmens, die von ihrer Hausbank bestätigt ist, sowie Referenzen von Bauten, die es in Deutschland errichtet hat. Jörg-Dietmar Funke von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) möchte Jahresabschlüsse des Betriebs sehen.

Es geht um aus Sicht der Abgeordneten belastbare Unterlagen, die das Rathaus dem Stadtrat vorlegen soll. Inwiefern dieser Bitte nachgekommen wird, zeigt sich Donnerstag ab 19 Uhr in der Stadtratssitzung.

Von Frank Pfeifer

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