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Bebauungsplan passiert Stadtrat: Pep-Pläne in Grimma werden greifbar

Handel Bebauungsplan passiert Stadtrat: Pep-Pläne in Grimma werden greifbar

Ende einer langen Diskussion: Der Stadtrat von Grimma billigte die vierte Änderung des Bebaungsplanes „Gerichtswiesen“ und machte den Weg für die Auslegung frei. Der Plan schafft dem mit Leerstand kämpfenden Prima Einkaufs-Park (Pep) die Möglichkeit, sich in seinen Mauern zu verändern und auf Kundenwünsche zu reagieren. Er legt ihm aber auch ein Korsett an.

Im Obergeschoss im Pep fehlen derzeit die Mieter.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma. Seit November redete man sich zum Bebauungsplan für den Pep genannten Prima Einkaufs-Park in Grimma hinter verschlossenen Türen die Köpfe heiß. Zur Stadtratssitzung in der vorigen Woche hat es nun gerade mal drei Minuten gedauert, und der Beschluss war im Kasten. Diskussionslos billigte der Stadtrat bei nur zwei Enthaltungen die vierte Änderung des Bebaungsplanes „Gerichtswiesen“ und machte den Weg für die Auslegung frei. Der Plan schafft dem Pep die Möglichkeit, sich in seinen Mauern zu verändern und auf Kundenwünsche zu reagieren. Er legt dem Einkaufstempel im Westen der Stadt aber auch ein Korsett an, um den innerstädtische Handel zu schützen.

„Die 13 000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die der Pep jetzt bietet, sind die Obergrenze“, erläuterte der Leiter des Stadtentwicklungsamtes, Jochen Lischke, vor dem Stadtrat. „Daran darf nicht gerüttelt werden.“ Es gehe darum, innerhalb des Marktes den Bestand zu sichern und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Die Stadt weiß, dass das Zentrum auf der grünen Wiese für die Versorgung der Grimmaer wichtig ist und Kaufkraft an die Stadt bindet.

Wie berichtet, sieht sich der Pep, als dessen Eigentümer die DC Cheyne Deutsche Fond XII S.a.r.l. & Co. KG firmiert, mittlerweile mit einem Leerstand von etwa zehn Prozent konfrontiert. Mehr noch: „Die Frequenzen sinken, wir müssen dringend etwas tun“, betont Stefan Woyde gegenüber der LVZ. Er ist Mitarbeiter der Jones Lang LaSalle Retail Asset Management GmbH (JLL), die vom Pep-Eigentümer mit dem Management in Grimma beauftragt wurde, und soll das Baurecht an den Gerichtswiesen herbeiführen. Gemeinsam mit Centermanagerin Elke Ullrich saß er für eventuelle Fragen auf den Besucherplätzen im Stadtrat – offenbar war aber alles gesagt. Um auch gegenüber vergleichbaren Märkten konkurrenzfähig zu bleiben, müsse sich der Pep umstrukturieren. Diese Notwendigkeit hätten die Stadträte erkannt, so Woyde.

„Zeit ist Geld“, bekräftigt der JLL-Mitarbeiter. „Der Beschluss wäre uns vor einem halben Jahr lieber gewesen.“ Im November war die Vorlage von der Tagesordnung des Stadtrates genommen worden. Seitdem gab es intensive Gespräche, damit die Pep-Pläne der Innenstadt nicht Potenziel entziehen. Und die Manager des Marktes machten dabei Zugeständnisse. „Mit dem Ergebnis kann ich leben“, sagt Woyde und hofft nun, dass der Umbau des 23 Jahre alten Pep im Herbst planreife erlangt.

Ein Zugpferd im Pep ist das Kaufland, das derzeit 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche einnimmt und sich erweitern möchte. Bis zu 4500 Quadratmeter gibt der Bebauungsplan her, die Verhandlungen mit dem Discounter dauern laut Woyde noch an. Auch das Modehaus AWG hegt Pläne zur Erweiterung. Aldi hingegen bleibt im Pep auf 790 Quadratmeter beschränkt. „Auf Drängen der Stadt wird nur der Bestand gesichert“, erklärt der Manager. Wie berichtet, möchte die Stadt Aldi zum Ausbau seines Marktes im Zentrum bewegen. Abstriche macht der Pep auch bei kleinen Fachgeschäften und Fachmärkten, die für die Innenstadt relevant sind. In diesem Segment soll die Verkaufsfläche um insgesamt 1000 Quadratmeter verkleinert werden. „Das ist ein Ergebnis der Verträglichkeitsuntersuchung, das wir übernommen haben“, erläutert Woyde. Die Untersuchung war bei der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in Auftrag gegeben worden.

Wenn das Kaufland an Fläche gewinnt, müssen andere Händler im Pep umziehen, vermutlich ins Obergeschoss, wo derzeit weitgehend Tristesse herrscht. Zu neuen Mietern sei noch nichts spruchreif, sagt Woyde. Da der Pep neue kleine Einzelhändler nicht ansiedeln dürfe, müsse geschaut werden, Dienstleister, Gastronomien oder ein Fitnesszentrum unterzubringen.

Von Frank Prenzel

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