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Bei Sanierung entdeckt: Hinter Gewölbe liegt eine bemalte Holzdecke

Nerchauer Kirche Bei Sanierung entdeckt: Hinter Gewölbe liegt eine bemalte Holzdecke

Jehmlich-Orgel soll in der Nerchauer Kirche saniert werden. Doch nach der Sanierung dürfen zehn Jahre lang keine Baumaßnahmen erfolgen. Aus diesem Grund wird jetzt in Nerchau der Innenraum der Kirche saniert.

Kirchenschiff: Der Holzfußboden soll durch Steine ersetzt werden. Die Bänke sollen jedoch auf Holzpotesten stehen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Nerchau. Gerüste sind im Kirchenschiff und im Chorraum des Gotteshauses in Nerchau aufgestellt. Der Innenraum der Kirche wird saniert, damit die Jehmlich-Orgel auf Vordermann gebracht werden kann. „Denn wenn die Orgel in neuem Glanz erstrahlt, dürfen zehn Jahre lang keine Bauarbeiten stattfinden“, weiß Pfarrer Markus Wendland (34). Ende Januar sei die Kirche eingerüstet worden, und dann habe eine Restauratorin alles dokumentiert. Sie habe festgestellt, dass unter dem Weißanstrich, einmal alles bis zum Mittelalter bunt war“, erzählt der 34-Jährige. Wie Dokumente überliefern, erfolgte die letzte große Renovierung 1954.

Die Kirche, die im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde, ist mehrmals umgebaut worden. Der älteste massive Baukörper war vermutlich eine romanische Saalkirche. Die Errichtung des spätgotischen Chors mit Grabgewölbe erfolgte Anfang des 16. Jahrhunderts mit dem Umbau oder Neubau des Kirchenschiffes. Anfang des 18. Jahrhunderts entstand der oktogonale Turmaufsatz. Aus dem Jahr 1873 stammt der westliche Anbau am Kirchenschiff. „Eine grundlegende Sanierung der Kirche erfolgte 1912. Aus diesem Jahr stammt der weiße Farbanstrich“, weiß Pfarrer Wendland. 1954 soll der Mittelgang im Kirchengang beseitigt worden sein, da sich Schimmel an den Fensterfronten bildete und man die Bestuhlung weiter weg von diesen aufreihen wollte. „Den Mittelgang wollen wir wieder herstellen“, so der Theologe. Es habe sich gezeigt, dass dieser für Hochzeiten, Konfirmationen oder Beerdigungen gebraucht werde. Um dem Schimmel entgegen zu wirken, sollen der Holz- durch einen Steinfußboden ersetzt und die Wände behandelt werden. „Außerdem muss eine Sanierung der Außenhaut der Kirche erfolgen. Doch dazu fehlt momentan das Geld“, so der Pfarrer. Dabei zeigt er auf die Fenster, an denen deutlich zu sehen ist, wie farbig einst die Wände aussahen.

Unterdessen hört man eine Etage höher auf dem Gerüst lautes Gehämmere. Mike Türpel vom Baugeschäft Frank aus Frohburg ist gerade dabei, den Putz von der Decke zu schlagen. Darunter kommt Schilf zum Vorschein, hinter dem sich eine farbige Holzdecke verbirgt. „Die Decke wird verputzt und wieder weiß gestrichen, so wie sie einst 1912 aussah“, erzählt Pfarrer Markus Wendland. Dabei zeigt er auf das Sternzellengewölbe im Altarraum. „Sehen sie sich die geraden Linien und Kanten an. Über dem Altar sind die Linien des Sternenzellengewölbes viel krummer“, erklärt er. Das habe die Restauratorin veranlasst, einmal hinter das Sternenzellengewölbe im Altarraum zu sehen. Dabei entdeckte sie, dass es sich um ein falsches Gewölbe handelt. Es muss nachträglich zu dem bereits vorhandenen über dem Altar errichtet worden sein. Denn hinter diesem befindet sich eine Holzdecke. „Diese soll jedoch nicht freigelegt werden, da die Kirche laut Denkmalschutz wie im Jahr 1912 saniert werden soll“, sagt Wendland. Der Pfarrer hofft, dass die Sanierungsarbeiten bis Juni abgeschlossen sind. „Wir wollen nämlich noch die Heizung erneuern, eine neues Lichtkonzept umsetzen und die Beschallung überarbeiten“, erklärt er. Ihren angestammten Platz sollen auch der Christkönig und der Taufengel erhalten, die gegenwärtig restauriert werden. „Wenn wir es schaffen, wird Ende des Jahres die Jehmlich-Orgel ausgebaut und instand gesetzt.“ „Wir hoffen, dass sie im Frühjahr 2018 wieder eingeweiht werden kann“, so der Pfarrer. Bis dahin heißt es, viel Geld zu sammeln. Allein die Sanierung des Innenraumes kostet 180 000 Euro. Dafür müssen Eigenmittel von etwa 50 000 Euro erbracht werden.

www.kirche-nerchau.de

Von Cornelia Braun

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