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Grimma Bei Umweltgefährdung wird es richtig teuer
Region Grimma Bei Umweltgefährdung wird es richtig teuer
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05:00 07.05.2010
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. Weil es zurzeit wieder besonders schlimm ist, wollen Landratsamt und Staatsbetrieb Sachsenforst durchgreifen.

„Überall, wo die Leute mal kurz anhalten können und glauben, sie sind unbeobachtet, laden sie ihren Müll ab", sagt Bernd Becker. Leider sei es schwer, die Frevler in genau diesem entscheidenden Moment zu ertappen, meint der Mann von der Forstbehörde des Landkreises Leipzig. Die Energie, mit der manche ihre Hinterlassenschaften statt zu den Wertstoffhöfen auf den Parkplätzen im Glastener und Colditzer Forst oder an diversen Wald- und Feldwegen deponieren, ist nach seinen Erfahrungen über die Jahre unverändert hoch, erreicht im Frühjahr aber Gipfellagen. Becker sieht zwei Probleme: die Beeinträchtigung der Natur und die Kosten der Entsorgung, die – weil der Feld- oder Waldeigentümer überfordert wäre – jeder Einwohner des Landkreises bezahlt.

142 000 Euro gab die Behörde im vergangenen Jahr aus, um zwischen Elsteraue und Hohburger Bergen Abfälle, Schadstoffe, Fernseher, Autoreifen, Batterien und Pflanzenabfälle von den Fluren zu holen. In den Jahren davor waren sogar 188 000 bis 198 000 Euro nötig. Von einer Entspannung der Lage mag Kathrin Ballmann vom Sachgebiet Abfallwirtschaft deshalb mitnichten sprechen. „Viele Dinge, die illegal entsorgt werden, können kostenlos abgegeben werden", hat sie kein Verständnis für die Täter. Stellen Landratsamt und Forstbetrieb Müll in Wald und Feld fest, bemühen sie sich, die Urheber zu ermitteln. Das gelinge in viel zu wenigen Fällen, sagt Becker. „Einmal haben wir in einem Sack Kontoauszüge gefunden. Da war die Sache natürlich klar." Auch Ballmann weiß, dass die Ermittlungen zu selten zum Erfolg führen. „Wenn keine Aussicht besteht, entsorgen wir den Müll sofort. Das ist der größere Teil", sagt sie.

In den anderen Fällen wird der Urheber aufgefordert, es selbst zu tun. Um einen Bußgeldbescheid kommt er aber auch dann kaum herum. Und wenn er sogar eine Umweltgefährdung in Kauf nimmt, kann es richtig teuer werden. Manchmal helfe aber auch eine unkonventionelle erzieherische Maßnahme, erzählt Revierförster Falkhard Dau. Er beobachtete im Colditzer Forst einen Autofahrer, der flugs den Inhalt seines Aschenbechers an den Straßenrand kippte. Dau bestrafte nicht monitär; er ließ den Mann die Kippen säuberlich wieder auflesen und von dannen fahren. „Die Dreistigkeit hat zugenommen", konstatiert er. Nicht lange her ist es, dass im Waldstück Gotteskasten bei Etzoldshain offenbar ein Unternehmer einen LKW voll Dachpappe in den Wald schüttete. Ermittelt ist er (noch) nicht. „Und den Steuerzahler kostet es einen Haufen Geld", ärgert sich Dau. Hilfreich sei gewiss, wenn Spaziergänger auch darauf schauten, dass keiner mehr oder weniger heimlich seinen Müll entsorge.

Zu ungewöhnlichen Zeiten wollen Forst- und Umweltbehörden jetzt die einschlägig bekannten Entsorgungsstellen im Auge haben. Anders, meinen Becker und Dau, werde man der Sache nicht Herr. Die Umweltfrevler sollen nicht nicht mehr so sicher sein können.

Ekkehard Schulreich

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