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Grimma Bei neuer Flutgefahr: Riesige Sandsäcke sollen Grimma sichern
Region Grimma Bei neuer Flutgefahr: Riesige Sandsäcke sollen Grimma sichern
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17:45 21.08.2016
Provisorischer Schutz: Solche Säcke sollen die Grimmaer Innenstadt schützen, solange die Flutmauer noch nicht fertig ist. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Emsiges Treiben herrschte am Sonnabendnachmittag auf der Schlossterrasse zwischen Pöppelmannscher Steinbrücke und Schloss. Etwa 50 Kameradinnen und Kameraden der Wasserwehr Böhlen und der Ortfeuerwehren Kössern, Cannewitz und Höfgen sowie des Bauhofes und des kommunalen Ordnungsamtes waren vor Ort, um Grimma sicherer gegen Hochwasser zu machen.

„Im Moment fließt die Mulde ruhig vor sich hin, dennoch möchte die Stadt auf eine mögliche Hochwasserkatastrophe vorbereitet sein“, sagten die Einsatzleiter Stefan Schuricht vom Bauhof und Steffen Kunze von der Sektion Katastrophenschutz beim Ordnungsamt. Deshalb wurde am Sonnabend erstmals in Grimma ein mobiler Hochwasserschutz aufgebaut.

Zum Einsatz kamen 60 riesige Säcke, die im Vorfeld jeweils mit einer Tonne Sand befüllt wurden. Speziell dafür fertigte eine Firma einen Trichter an, der an einem Radlader befestigt werden kann. Ein Bagger schüttete den Sand hinein, so dass sich dieser gleichmäßig in den Big-Bags verteilte. Für den Trichter gibt es verschieden Aufsätze, um auch kleine Sandsäcke für die betroffene Bevölkerung befüllen zu können.

Während der Übung sahen viele Grimmaer Bürger zu, denn die Hochwasser im Jahre 2002 und 2013 sind noch nicht vergessen. „Wir verfolgen hier ständig die Baumaßnahmen an der Hochwassermauer“, bekräftigte das Ehepaar Fritsche, das direkt am Marktplatz wohnt und zweimal Opfer der großen Fluten war.

Die jetzige Übung galt einer Notlösung, bis die Mauer an der Mulde 2018 endgültig geschlossen und funktionstüchtig sein soll. Hochwasserschutzexperten des Sächsischen Landesverbandes der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall leiteten die Einsatzkräfte beim Aufbau und Umgang mit den Sandsäcken an. Seit 2008 geben sie ihr Wissen in gefährdeten Orten weiter.

Im Falle eines Falles sollen die Grimmaer gerüstet sein. So wurden die Kameraden geschult und probten in der Praxis, wie sie schnellstmöglich die Lücken der Hochwasserschutzanlage schließen können. Die Big-Bags wurden nach der Übung nicht zurückgebaut. Der Platz für die Baustraße blieb freilich erhalten. „Die aufgestapelten Sandsäcke sind kein Spielplatz und befinden sich in der Baustelleneinrichtung. Jeder sollte verantwortungsvoll und respektvoll mit den mobilen Hochwasserschutzelementen umgehen“, betonte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos).

Von Thomas Kube

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