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Grimma Beiersdorfer Straße in Grimma: Die Nerven der Anwohner liegen blank
Region Grimma Beiersdorfer Straße in Grimma: Die Nerven der Anwohner liegen blank
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00:21 22.10.2017
Dichten Verkehr erlebt die Beiersdorfer Straße, die als Umleitung für die gesperrte Wurzener Straße herhalten muss. Anwohner sind genervt. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Die Nerven liegen blank bei den Anwohnern der Beiersdorfer Straße in Grimma. Dort hindurch wälzt sich seit Sperrung der Wurzener Straße der meiste Verkehr von und nach der Innenstadt. Obwohl die offizielle Umleitung über die Leipziger Straße führt, nutzen viele Kraftfahrer eher diese Verkehrsader.

Für Irritationen sorgen auch unterschiedliche Veröffentlichungen zur Bauzeit in der Wurzener Straße (B 107). Im Straßenbaureport des Landratsamtes war ursprünglich der 15. Oktober als Endtermin angegeben. Doch diese Zeit betrifft nur den ersten Bauabschnitt. „Wir wollen am 8. November fertig sein“, erneuert der Chef der beauftragten Baufirma, Frieder Erdmann, auf LVZ-Nachfrage seine Aussage. Bis dahin reiche die vertragliche Bauzeit.

Andreas Schubert, der in der Beiersdorfer Straße 15 wohnt, fühlt sich von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt nicht ernst genommen und ist stinksauer. Der donnernde Lasterverkehr raubt seiner Familie den Schlaf, fast täglich beobachtet der 67-Jährige auf der Straße gefährliche Situationen. „Ich kann nachts nur noch drei Stunden schlafen“, klagt seine Tochter Peggy Schubert. Sie finde keine Ruhe, durch die schweren Laster klirrten die Fenster und wackele sogar ihr Bett. „Die Lkw-Fahrer halten die Geschwindigkeit nicht ein“, weiß die 40-Jährige aus täglichem Erleben. Seit dem Ende der Ferien ist es laut Andreas Schubert wieder besonders schlimm. 4.15 Uhr beginne der Schwerlastverkehr in beide Richtungen. „Die nehmen den Berg hoch den Fuß nicht vom Gas“, betont auch er.

Dabei ist seiner Meinung nach die Beiersdorfer Straße viel zu schmal für dieses Verkehrsaufkommen. Zumal die S 38 bei Mutzschen gesperrt ist und sich ein Teil dieses von der Autobahn kommenden Umleitungsverkehrs auch noch in die Beiersdorfer ergießt. Zwei große Laster kämen kaum aneinander vorbei. „Obwohl sie die Spiegel einklappen, fahren sie über den Fußweg“, schüttelt Schubert den Kopf. Auch ein Bus habe neulich auf den Fußweg ausweichen müssen. Der 67-Jährige bringt ein weiteres Argument: In Höhe des Harthweges rage eine Bordsteinkante hervor. Die entpuppte sich als regelrechter Reifenschlitzer. Regelmäßig würden sich dort Autofahrer beim Ausweichen Felgen und Reifen beschädigen.

Am Donnerstag setzte es dann dem Ganzen die Krone auf. In der Nacht hatte ein Kraftfahrer Schuberts blaue Papiertonne, die er zur Leerung auf den Fußweg gestellt hatte, umgefahren und dabei zerstört. „Die Leute fahren über die Bordsteinkante“, sieht sich der 67-Jährige voller Ärger bestätigt. Er erstatte bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung mit Fahrerflucht.

„Die Beiersdorfer Straße für Lastkraftwagen sperren und Tempo 30 einrichten, das würde uns helfen, über den letzten Monat zu kommen“, erneuert Andreas Schubert seine Bitte an die Stadt. Für Busse könne sie offen bleiben. Doch der Grimmaer findet kein Gehör. Wolfgang Möller von der Straßenverkehrsbehörde hatte schon im September gegenüber der LVZ erklärt, dass es sich um eine ganz normale Straße handele und er keinen Anlass für Lkw-Stopp und Tempolimit sehe. Auch Schubert hört von ihm regelmäßig, dass die Straße breit genug sei. Was ihn in Rage bringt: „Herr Möller spielt alles herunter. Für diesen Verkehr ist die Straße nicht gebaut worden.“

Schubert glaubt auch nicht, dass die Wurzener Straße nach dem 8. November wieder frei ist. Baufirmenchef Erdmann bekräftigt aber, dass die Baustelle im Zeitplan liege. Es könne auch mal ein Regentag dazwischen kommen, Ziel sei aber der 8. November. Derzeit werde im letzten Abschnitt, im Knoten zur Wiesenstraße, gearbeitet. Die Straßensperrung habe er in Abschnitten beantragt, so Erdmann. Wie berichtet, werden in einem Teilstück der B 107 Kanäle und Trinkwasserleitungen gewechselt.

Von Frank Prenzel

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