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Grimma Beleghebammen übernehmen ab 1. Juni Geburtshilfe – System wendet Schließung ab
Region Grimma Beleghebammen übernehmen ab 1. Juni Geburtshilfe – System wendet Schließung ab
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00:31 25.03.2018
Ansatz für Wohlfühlcharakter: Die farbige Geburtenwanne ist zwar schön anzusehen, Staatsministerin Barbara Klepsch (2.v.l.) möchte von Vertretern der regionalen Politik und der Klinik aber mehr über das neue System der Beleghebammen in Grimma in Erfahrung bringen. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Am Mittwoch besuchte die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Barbara Klepsch (CDU), die Geburtenstation der Muldentalklinik in Grimma. Dort informierte sie sich über das für diese Region neue System der Beleghebammen, das ab 1. Juni eingeführt werden soll.

„Wie in viele andere Kliniken bundesweit fehlten auch bei uns im letzten Jahr im ausreichenden Maße angestellte Hebammen“, erklärte Jörg Christian Langner als Geschäftsführer der Muldentalklinik die Hintergründe. „Damit stellte sich für uns die Frage, ob wir die Geburtenstation halten können. Die Standardlösung wäre Schließung“, ließ Langner aufhorchen und benannte Beispiele aus anderen Regionen. Doch mit dem Ehrgeiz der „Geburtenhilfe als regionale Versorgung“, so Langer, sei man zu neuen Ufern aufgebrochen.

Ansatz für Wohlfühlcharakter: Die farbige Geburtenwanne ist zwar schön anzusehen, Staatsministerin Barbara Klepsch (2.v.l.) möchte von Vertretern der regionalen Politik und der Klinik aber mehr über das neue System der Beleghebammen in Grimma in Erfahrung bringen. Quelle: Frank Schmidt

Wohl wissend, dass der Hebammenberuf vom Aussterben bedroht ist, weil es ein finanziell unattraktiver Beruf mit immensen Risiken geworden ist, „machen wir jetzt die Rolle rückwärts“, sagte Katrin Glaner. Sie ist eine von zehn Hebammen, die ab Mitte des Jahres als Beleghebammen die Geburtenhilfe übernehmen. Das bedeutet, diese Hebammen sind freiberuflich tätig, nutzen jedoch die vorhandene materiell-technische Ausstattung im Krankenhaus Grimma. „Wir haben von vielen werdenden Müttern das Feedback bekommen, dass ihnen ohne Hebammen das Geburtserlebnis genommen wird“, skizzierte Katrin Glaner die Motivation der Hebammen. Allerdings räumte sie auch ein, „dass wir mit unserem Vorhaben anfangs auf Skepsis gestoßen sind, ob wir das schaffen können.“ Aber, so fügte sie voller Optimismus an, „die räumlichen Voraussetzungen sind optimal und die Zusammenarbeit mit der Klinik wirklich gut.“ Abgesehen davon, dass der „Wohlfühlcharakter“ in der Geburtenstation noch fehle, den Oberärztin der Geburtenhilfe, Constanze Liebold, beispielsweise mit „angestaubter Farbgebung“ umschrieb. Für den Chefarzt der Geburtenhilfe, Ulrich Piskazeck, ist aber auch der „menschliche Faktor in der Geburtenhilfe“ wichtig. Und der habe sich in den letzten Wochen im Team der zehn Hebammen gefestigt, denn bis zum offiziellen Start ihrer Arbeit als Beleghebammen Anfang Juni haben sie sich interimsmäßig der neuen Herausforderung gestellt. „Wenn wir nicht gemeinsam diese Lösung gefunden hätten, wäre die Schließung der Geburtenstation für uns als Klinik und für die Stadt Grimma schlimm“, konstatierte der Chefarzt.

Vonseiten der Politik, so Staatsministerin Klepsch, habe man auf diese Situation reagiert. „Mir persönlich ist es wichtig, den Hebammenberuf in der Wertigkeit zu heben. Als Freistaat Sachsen haben wir mit dem Hebammenverband Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung ins Leben gerufen, um diesen Beruf nicht nur in der Vor- und Nachsorge attraktiv zu machen, sondern auch im Bereich der Entbindung.“

Von Frank Schmidt

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