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Grimma Belgershain: Mittelweg in Aufruhr
Region Grimma Belgershain: Mittelweg in Aufruhr
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05:00 14.12.2012
Vor dem neuen Gelände der Firma Schuster am Mittelweg: Michel Lorenz (l.) und Veronika Weber (r.) mit ihren Kindern Almut und Agnes sowie Stefanie Kreusch und René Joppin. Sie fürchten eine Belastung durch den lastwagen-Verkehr. Quelle: Klaus Peschel
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Belgershain

Sie fürchten nicht nur Lärm und Dreck, sondern sehen auch Gefahren für ihre Kinder durch den Lastwagen-Verkehr.

Stefanie Kreusch wohnt am Mittelweg. „Unsere Straße ist nicht für Lastwagen mit Hänger ausgelegt", sagt sie. „Wir wollen, dass sie aus dem Wohngebiet herausgehalten werden." Zwar handle es sich offiziell um ein Gewerbemischgebiet, weil sich am Ende des Mittelwegs ein Landwirtschaftsbetrieb befindet. Dennoch solle die Gemeinde versuchen, eine Lösung zu finden, die den Anwohnern entgegenkommt.

Diese könnte nach Ansicht von Stefanie Kreusch so aussehen, dass die Transportfirma das neue Gelände nicht über den Mittelweg anfährt, sondern von hinten über die alte Pomßener Landstraße, die außerhalb des Siedlungsbereichs verläuft. Eine entsprechende Vereinbarung solle nach ihren Vorstellungen die Gemeinde mit Schuster schließen, und zwar im Pachtvertrag, der noch nicht einmal vom Gemeinderat beschlossen sei, obwohl sich Schuster schon längst auf dem neuen Gelände einrichte.

Doch so einfach lässt sich ein anderer Anfahrtsweg nicht herrichten, denn die alte Pomßener Landstraße ist viel zu eng, als dass sie Lastwagen befahren könnten. „Und ich kaufe kein Land, um sie zu verbreitern", erklärt Olaf Schuster. Er wird zornig: „Wir bezahlen genügend Steuern. Die Leute sollen erst mal das tun, was wir für die Gemeinde tun. Wir unterstützen jeden Verein. Die Anwohner sind einfach zu faul, ihre Autos auf ihre Grundstücke zu fahren. Dann wäre auf dem Mittelweg genügend Platz. Und überhaupt ist die Straße für alle da."

Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) weiß um die Fronten und verspricht: „Es wird eine vertragliche Vereinbarung geben." Zu konkreten Inhalten könne er aber erst Auskunft erteilen, wenn die Vereinbarungen, die er anstrebe, getroffen seien. „Das kann noch eine Weile dauern. Aber wir arbeiten daran, dass der Mittelweg nicht so stark belastet wird."

Für das neue Gelände, so Hagenow weiter, gebe es genaue Vorgaben, wann dort gearbeitet werden darf, um den Lärm einzudämmen. Die Belastungen, die es auf der alten Betriebsfläche gegeben hatte, waren es auch, die überhaupt zum Umzug des Betriebs geführt haben. „Anwohner hatten sich beschwert, weil es zu laut war", erklärt Stefanie Kreusch. „Außerdem gab das Ortszentrum mit dem Lagerplatz direkt am Schloss kein gutes Bild ab." Bürgermeister Hagenow bestätigt, dass die Firma aus diesen Gründen verlegt werden sollte. Der Standort in der Ortsmitte sei sowieso nur eine Übergangslösung gewesen. Deshalb, so Hagenow, habe die Gemeinde die Fläche im gegenseitigen Einvernehmen mit Schuster zum Ende des Jahres gekündigt.

Befriedigen kann der Bürgermeister die Anwohner mit seinen Worten nicht. Stefanie Kreusch: „Auf unsere Probleme wird kaum oder gar nicht eingegangen: Der Mittelweg ist eine 30er-Zone ohne Gehweg. Da passen Lastwagen nicht hin."

Frank Pfeifer

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